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Secure Digital Music Initiative



Die Secure Digital Music Initiative (SDMI) ist 1998 aus einem Zusammenschluss der RIAA mit ihrem japanischen Pendant RIAJ und der IFPI entstanden. Der Industrieverband umfasst heute auch Computer-, HiFi- sowie Hard- und Software-Hersteller, die Rechteindustrie und ISPs. Ziel der SDMI ist es, technische Rechtekontrollsysteme zu entwickeln und flächendeckend durchzusetzen. Heute nehmen etwa 200 Firmen an dem Industriekonsortium teil.

Im Dezember 1998 schloss sich die RIAA mit ihrem japanischen Pendant RIAJ und der International Federation of the Phonographic Industries (IFPI) zur Secure Digital Music Initiative (SDMI) zusammen, um auf Hard- und Softwarehersteller, den Gesetzgeber und die Öffentlichkeit einzuwirken.

Während sich die SDMI einerseits mit der Entwicklung von technischen Schutzsystemen für MP3 und anderen Datenformaten beschäftigt – das Fraunhofer IIS spielt hierbei eine führende Rolle –, betreibt sie andererseits eine beispiellose Kampagne, um MP3 pauschal zu verdammen, da es zu nichts anderem als dem »Raub« von geschützter Musik tauge. All die Musiker, die ihre eigenen Stücke im MP3-Format verschenken, um z.B. ein neues Album zu bewerben oder weil sie darin eine Chance sehen, die Gatekeeper-Funktion der Musikindustrie zu umgehen, werden geflissentlich ignoriert.

Die Vorteile des Internet kommen dann voll zum Tragen, wenn Autorinnen auf die Kontrolle über die Nutzung ihrer Werke verzichten. Junge Bands, die ihre Musik bekannt machen möchten, akademische Autoren, die ihre Texte für den globalen wissenschaftlichen Austausch verfügbar machen, Hobbyisten jeglicher Couleur, die anderen stolz ihre Kreationen zeigen wollen, oder Programmierer, die gemeinsam mit Tausenden anderer freie Software entwickeln ? sie alle können die genannten Kosteneinsparungen ausnutzen und das seit Jahren, ohne dass sie erst darauf warten müssten, dass die Gerätehersteller, Hollywood und die Großen Fünf der Musikindustrie sich auf einen Schutzstandard einigen.

Der Verzicht auf die maximale Inanspruchnahme der Verwertungsmöglichkeiten, die ihnen das Urheberrecht bzw. Copyright gibt, und die besondere Struktur des Netzes, in dem jeder Empfänger auch ein Sender ist, erlauben es den Urhebern, ihre Werke unter Umgehung von oligopolistischen Verlagen, Herstellern und Vertrieben direkt zu den Rezipienten zu bringen. Und wer Interessenten findet, wird – nach dem Shareware-Prinzip, durch den Postversand von eigenen CDs oder Printing-on-Demand der eigenen Bücher – auch finanziell nicht leer ausgehen.

Literatur

Weblinks




     
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