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Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt



Am 31. Juli 2004 veröffentlichte die Kongregation für die Glaubenslehre ein bereits vom 31. Mai 2004 datierendes Schreiben von Kardinal Josef Ratzinger an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt.

In dem Schreiben, das von Ratzinger mit ausdrücklicher Billigung von Papst Johannes Paul II verfasst wurde, nimmt er Stellung zur Bedeutung von Mann und Frau sowie der Rolle der verschiedenen Geschlechter in der Gesellschaft.

Ratzinger kritisiert Auffassungen, wonach der Mensch in der Bestimmung seiner Geschlechterrolle vollkommen autonom sei. Stattdessen betont er die seiner Ansicht nach von Gott gewollte und in der Schöpfungsordnung angelegte Verschiedenheit der Geschlechter.

Die Perspektive des Geschlechterkampfs ist für Ratzinger "Illusion und Gefahr". Besonders heftig wird dabei der Gender-Ansatz kritisiert, welcher den biologischen Geschlechterunterschied leugne. Er führe zur Infragestellung der Familie, zur Gleichstellung der Homosexualität mit der Heterosexualität und zur Förderung polymorpher Sexualität. Laut biblischer Anthropologie seien Mann und Frau jedoch "von Beginn der Schöpfung an unterschieden" und blieben es "in alle Ewigkeit". Dies gilt für ihn nicht nur in körperlicher, sondern auch in seelischer Hinsicht. So zeitige die physische Fähigkeit, Kinder zu gebären, in der weiblichen Persönlichkeit auf intuitive Weise solche "fraulichen Werte" wie Fürsorglichkeit und Mutterschaft sowie "den Sinn und die Ehrfurcht gegenüber dem Konkreten, das sich den Abstraktionen entgegenstellt":

"Trotz der Tatsache, dass eine gewisse Strömung des Feminismus Ansprüche 'für sie selber' einfordert, bewahrt die Frau doch die tiefgründige Intuition, dass das Beste ihres Lebens darin besteht, sich für das Wohl des anderen einzusetzen, für sein Wachstum, für seinen Schutz."

Unter der Maßgabe, ihre natürliche Bestimmung zu bewahren, fordert Ratzinger die volle Anerkennung der Frau in der Gesellschaft und eine neue Wertschätzung der von ihr geleisteten Arbeit in der Familie. Anzustreben sei eine Gesellschaftsordnung, die es der Frau ermögliche, ihre verschiedenen Aufgaben, vor allem als Mutter, ohne soziale oder wirtschaftliche Diskriminierung zu erfüllen.

Das Schreiben wirkte, wie bereits frühere Veröffentlichungen des Vatikan, in der Öffentlichkeit stark polarisierend, wobei in den Medien die negativen Reaktionen überwogen. Auch katholische Frauenverbände zeigten sich von dem Papier wenig erfreut.

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