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Schnellkochtopf



Denis Papin (1647-1712) erfand 1679 den Dampfdruckkochtopf, wie der Schnellkochtopf besser heißen würde. Allerdings wurde auch schon im ausgehenden 2. Jahrhundert in Alexandria mit einer Art Dampfkochtopf gekocht.

Ein Schnellkochtopf ist ein Kochgefäß, bei dem das eigentliche Gefäß über eine Verschlussmechanik (Bajonettverschluss) mit dem Deckel und einer Dichtung hermetisch verschlossen ist. Durch den daraus folgenden (Wasserdampf-)Druckaufbau ist es möglich, eine höhere Temperatur als normal zum Kochen zu erreichen und dadurch die Garzeiten zu verkürzen. Üblicherweise herrscht bei Betrieb im Topf circa 1 bar Überdruck, das ist nicht besonders viel und dient lediglich dazu, die Siedetemperatur des Kochwassers zu erhöhen, auf etwa 104°C. Erst dadurch bekommt man die kürzeren Kochzeiten. Mit dem Schnellkochtopf können auch in alpinen Gegenden in denen Wasser unter normalen Bedingungen nicht auf 100°C erhitzt werden kann, "Flachlandgerichte" gekocht werden.

Ein Schnellkochtopf ist also ein Druckgefäß, das geprüft werden muss (etwa beim TÜV), bevor es in den Handel gebracht werden darf. Gegen die grundsätzlich unter Druck bestehende Explosionsgefahr hat so ein Schnellkochtopf neben dem Regelverntil immer ein Sicherheitsventil, das eventuellen Überdruck sicher abbauen kann. Das Abblasen kann sich allerdings schon mal spektakulär anhören. Wie eigentlich bei allen technischen Geräten sollte man mit einem 'Schnekoto' nur nach der Gebrauchsanweisung arbeiten.

Eine Druckanzeige ist vom Prinzip her nicht zwingend notwendig, da aber die notwendige Druckregelung mit einfachsten Mitteln eine Anzeige hergibt, ist sie mit eingebaut. Meistens ist diese ein Stäbchen, das je nach Druck mehr oder weniger weit aus dem Deckel heraussteht. So ist die minimal notwendige Wärmezufuhr zum Druckerhalt leicht einzustellen.

Die Druckanzeige besitzt meist zwei Stufen. Die zweite (höhere) Stufe ist die Normale, mit der die Zubereitungszeiten um etwa 50-70% gesenkt werden, bei dem o.g. höheren Druck und Temperatur. Es gibt aber Lebensmittel, die darauf empfindlich reagieren, für diese ist die erste Stufe. Dann dauert es etwas länger, ist aber immer noch schneller als im üblichen Topf. Blumenkohlröschen auf 'Normal' (3-3.5 min.) sind kaum a point zu bekommen, auf Stufe eins ist es einfacher zu stoppen.

Der hauptsächliche Vorteil des Schnellkochtopfes ist neben der Zeitersparnis die Energieersparnis, die nicht nur durch die kürzere Zeit, sondern auch durch geringere Wärmeverluste (entweichender heißer Dampf) erzielt wird. Der Topf soll möglichst schnell seine Endtemperatur erreichen und diese dann für die Kochzeit möglichst konstant halten. Automatikkochplatten helfen hierbei.

Das Öffnen des Topfes ist ein Kapitel für sich, so mancher hat dadurch seine Renovierungsfristen drastisch verkürzt:-) Vor dem Öffnen muss der Druck im Topf wieder abgebaut werden. Wird lediglich die Wärmezufuhr abgestellt, hält sich der Druck und die Temperatur noch relativ lange und verlängert die Garzeit, was zuviel sein kann. Dieser Effekt lässt sich mit viel Übung zur weiteren Energieersparnis ausnutzen. Wird der Topf unter fließendem kalten Wasser abgeschreckt, wird nur der enthaltene Dampf sehr schnell abgekühlt, das Gargut bleibt annähernd auf Temperatur. Dadurch können, beispielsweise bei Eintöpfen, im Gargut sog. 'Drucknester' verbleiben, die dann beim Eintauchen eines Löffels 'explodieren', dann ist Streichen angesagt. In diesen Fällen ist langsamer Druckabbau angesagt, für den die meisten neueren Töpfe spezielle Handventile (Schieber, Hebel, o.s.), meist kombiniert mit der Verschlusssicherung, haben. Damit können Dampf und Druck langsam entlassen werden.

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