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Schmetterlinge



''Dieser Artikel befasst sich mit der Insektengruppe der Schmetterlinge. Für andere Bedeutungen des Begriffs Schmetterling bzw. Schmetterlinge siehe Schmetterling.
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Schmetterlinge

Systematik
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

Die Schmetterlinge (Lepidoptera) bilden eine der artenreichsten Insekten-Ordnungenen. Die wissenschaftliche Bezeichnung bedeutet Schuppenflügler (von griech. λεπισ, Schuppe und πτερον, Flügel). Mehr als 150.000 Arten sind bisher bekannt, in Mitteleuropa mehr als 3.000. Etwa 700 neue Arten werden jährlich beschrieben. Dennoch sind sie in Erscheinungsbild und Lebensweise relativ einheitlich. Sie sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. Viele Arten sind gefährdet.

Table of contents
1 Beschreibung
2 Ernährung und Verhalten
3 Bedeutung
4 Systematik
5 Weblinks

Beschreibung

Schmetterlinge können von 3 mm bis zu 7 cm groß werden (ohne Flügel). Als größter Schmetterling wird der Kometfalter aus Madagaskar oder der Königin-Alexandra-Vogelflügler genannt. Sie haben Flügelspannweiten von etwa 30 cm.

Bei den meisten Schmetterlingen sind nicht nur die Flügel geschuppt, sondern der gesamte Körper. Diese Schuppen sind umgewandelte Haare, sie liegen dachziegelartig den Flügeln auf und verbergen so die oft für die Bestimmung wichtigen Flügeladern. Sie sind oft auffällig gefärbt, meist mit Pigmenten aber auch mittels irisierenden Lichtbrechungseffekten. Vorder- und Hinterflügel sind meist fest verbunden, wobei der Koppelungsmechanismus anatomisch verschieden sein kann (Fibula, Jugum, Frenulum).

Ein weiteres untrügliches Merkmal ist der in Ruhestellung aufgerollte Rüssel (Proboscis). Er besteht hauptsächlich aus den umgewandelten Maxillen. Die Kiefer (Mandibeln) sind zurückgebildet oder fehlen ganz.

Schmetterlinge sind Holometabole. Die Verwandlung (Metamorphose) in eine völlig andere Gestalt vom Raupenstadium zum Imago findet im Puppenstadium statt, in der das Tier unbeweglich ist und keine Nahrung nimmt. Ist die Puppe (Pupa) zusätzlich verhärtet oder mit einer Hülle aus Spinnfäden – oft mit zusätzlichem, meist pflanzlichem Material – verbaut, spricht man von einem Kokon.

Die Raupen (Larvae) haben Kiefer (Mandibeln). Sie besitzen oft neben den krallenartigen drei Beinpaaren zusätzliche Stummelfüßchen zur Fortbewegung.

Die Fühler sind vielgestaltig. Gekeult wie bei den Tagfaltern, gefiedert oder beschuppt wie bei den Schwärmern.

Einige nachtaktive Arten haben empfindliche Hörorgane (Tympanalorgane) seitlich am Thorax (Eulen) oder ersten Abdominalsegment (Spanner).

Obwohl alle Schmetterlinge zu den Sechsfüßern (Hexapoda) gehören, haben einige Familien, wie die Edelfalter und die Augenfalter, nur vier Beine. Das vordere Beinpaar ist bei ihnen zu Putzpfoten umgewandelt, und kaum sichtbar.

Ernährung und Verhalten

Die Raupen (Larvae) ernähren sich meist von pflanzlichem Material. Das bekannteste Gegenbeispiel ist die Kleidermotte. Die Schmetterlingsraupen sind sehr gefräßig und können große landwirtschaftliche Schäden anrichten. Die Spanner haben ihren Namen von ihrer Fortbewegung, in der die Raupen abwechselnd gestreckte und gebogene Stellung in Form eines Ω annehmen, wobei sie sich abechselnd mit ihren Beinpaaren und den vier Paaren von Stummelfüßchen festhalten.

Meist sind sie wegen ihres fehlenden Chitinpanzers Vögeln und anderen Räubern relativ schutzlos ausgeliefert und tarnen sich daher entweder durch Färbung und Gestalt oder bedienen sich Bitter- und Giftstoffen. Dann sind sie zur Warnung auffällig bunt gefärbt oder sehr behaart wie bei den Bärenspinnern (fam. arctiidae). Beim Gabelschwanz (Cerura vinula) hat die Raupe zwei gefährlich aussehende gabelförmige Schwanzfortsätze und einen scheinbar vergrößerten Kopf mit Scheinaugen.

Die erwachsenen Tiere (Imago), auch Falter genannt, nehmen mit ihrem Rüssel nur flüssige Nahrung auf, meist Blüten nektar. Einige Pflanzen mit tiefen Blütenkelchen können nur von Schmetterlingen bestäubt werden. Beim Windenschwärmer (Herse convolvuli L.) ist der Rüssel bis zu 15 cm lang.

Der Schmetterlingsflug ist einer der bemerkenswertesten Flugverhalten. Dabei wird der Körper ungewöhnlich geschüttelt. Er ist jedoch nicht so plump, wie es den Anschein hat. Die Flügel bewegen sich nicht einfach auf und ab, sondern beschreiben eine Acht, wodurch der Auftrieb erzeugt wird. Schwärmer sind exzellente Flieger, die auf der Stelle stehen und sogar kurze Strecken rückwärts fliegen können.

Schmetterlinge legen lange Wanderungen zurück. Viele Arten sind Zuzügler aus dem Süden und können nördlich der Alpen nicht dauerhaft überleben.

Bedeutung

Die Spinnfäden bei der in Ostasien beheimateten Familie Seidenspinnern (Bombycidae), insbesondere der Seidenraupe (Bombyx mori) sind der Rohstoff für unsere Seide. Abgesehen von der Bestäubung sind insbesondere die Raupen ein Schädling fast aller Nutzpflanzen. Auf das Holz einiger Bäume sind Holzbohrer (Cossidae) spezialisiert. Auch die Wolle befallende Kleidermotte sei hier nochmals genannt.

Wegen ihrer hübschen Gestalt gehören die Schmetterlinge mit den Käfern zu den beliebtesten Insekten. Hobbymäßige Sammler haben mit zur Gefährdung besonders großer und auffälliger Tiere beigetragen.

Systematik

Die volkstümliche Einteilung zwischen Tagfalter und Nachtfalter hat keine wissenschaftliche Grundlage. Schwärmer sind z. B. von den Spannern ebenso verschieden wie von den Tagfaltern. Mit Nachtfaltern sollen hier deshalb nur Nachtfalter im engeren Sinne, die Eulen (Noctoidae) gemeint sein. Obwohl erst bei den Familien bei den Systematikern Einigkeit herrscht, seien hier wegen der überwältigenden Anzahl nur die wichtigsten Überfamilien genannt (mit Beispielen):

Überfamilien (mit Beispielen)

Weblinks

              



     
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