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Schlittenhund



Schlittenhund bezeichnet man jeden Hund, der vor einen Schlitten gespannt wird, um diesen über Geschirr und Leinen zu ziehen. Schlittenhunde müssen ausdauernd und kältebeständig sein.

Table of contents
1 Geschichte
2 Von Schlittenhunden geforderte Eigenschaften
3 Zusammensetzung eines Schlittenhundgespanns
4 Schlittenhunde und die Eroberung der Pole
5 Schlittenhundrassen

Geschichte

Es ist unbekannt, wo Hunde das erste mal als Zugtiere vor Schlitten verwendet wurden. Vermutet wird jedoch das östliche Sibirien, dessen eingeborene Völker auf eine lange Tradition winterlicher Reisen zurückblicken

Heute gibt es mehrere Hunderassen, die speziell als Schlittenhunde verwendet werden, obwohl jede mittelgroße Rasse dazu geeignet ist, einen Schlitten zu ziehen. So nahm vor einigen Jahren beispielsweise ein Gespann von reinrassigen Pudeln am Iditarod-Rennen teil. Gespannfahrer nutzen häufig andere als die typischen Schlittenhunderassen oder Mischlinge als Gespanntiere. Während der Zeit des Klondike Goldrausches waren Mischlingsgespanne sogar die Regel.

Die typischen Schlittenhundrassen erschienen in den nördlichen Regionen etwa 100 v. Chr. und entwickelten sich in den einzelenen Voksstämmen bis zu ihrer heutigen Homogenität. Nach den einzelen Voksstämmen erhielten sie verschiedene Namen, so wurde der Hund in Sibirien der "Siberian Husky" und der Hund der Malamuten "Alaskan Malamute" genannt. 1926 stellte der "American Kennel Club" den Standard für den Malamute auf. In seiner ursprünglichen Heimat ist der Malamute für Schlittenrennen sehr beliebt. Die typischen Rassen haben rauhes, gerades und dicht anliegendes Deckhaar mit dichter, weicher Unterwolle, sie werden bis zu 70 cm groß und bis zu 45 kg schwer. Von Schlittenhunden wird außerdem ein ausgeprägter Orientierungssinn erwartet.

Von Schlittenhunden geforderte Eigenschaften

Von Schlittenhunden wird neben der physischen Fähigkeit, den Schlitten zu ziehen, auch Ausdauer und Schnelligkeit verlangt. In Rennen erreichen Schlittenhunde eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 bis 25 Meilen zurück, bei Langstreckenrennen beträgt die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit immer noch 10 bis 14 Meilen pro Stunde. Schlittenhunde können so am Tag bis zu 80 km und damit während eines gesamten Winter insgesamt 15000 bis 20000 km zurücklegen.

Zusammensetzung eines Schlittenhundgespanns

Ein Schlittenhundgespann kann aus drei oder auch zwei Dutzend Hunden bestehen. Heutzutage werden die Gespanne gewöhnlich als Tandem eingespannt, wobei sie jeweils an einer zentralen Zugleine befestigt sind. Die Inuit der Arktis spannen ihre Tiere auch als "Fächer" an, wobei jedes Tier mit einer eigenen Zugleine mit dem Schlitten verbunden ist.

Heutzutage ist der Einsatz von Schlittenhunden zu einer populären Wintersportart sowohl in Nordamerika und Europa geworden.

Schlittenhunde und die Eroberung der Pole

Schlittenhunde haben bei der Eroberung von Nord- und Südpol eine große Rolle gespielt. Roald Amundsen setzte sie erfolgreich bei der Eroberung des Südpols ein, während Robert Falcon Scott nur mangelhafte Erfahrungen im Umgang mit diesen Tieren hatte und auch aufgrund dieser Tatsache Amundsen beim Rennen um die Eroberung des Südpols unterlag. Einer der Vorteile der Verwendung in den Polargebieten ist ihre einfache Ernährung. Schlittenhunde können mit Robbenfleisch ernährt werden, es ist nicht notwendig, aufwendig Futtermittel für sie heranzuführen. Roald Amundsen ging während seiner Expedition zum Südpol noch weiter. Er erschoss die Hunde, die er nicht mehr benötigte und verfütterte ihre Kadaver an die verbliebenen Gespannhunde.

Während Schlittenhunde heute noch in der Arktis Verwendung finden, sind sie mittlerweile vom Südpol und der Antarktis verschwunden. Als fremde Lebensart, für deren Unterhalt zahllose Robben geschlachtet werden mußten, sahen die Bestimmungen des Antarktisvertrages vor, dass die Tiere bis zum 1. April 1994 abtransportiert werden mußten. Eine wirkliche Funktion hatten die Tiere nicht mehr, seit Schneemobile verlässlich funktionierten. Die britischen Antarktisstationen hatten jedoch aus Tradition weiterhin Schlittenhunde gehalten. Kurz bevor diese letzten Schlittenhunde der Antarktis nach Maine bzw. an die Hudson Bay transportiert wurden, fand in Erinnerung an ihre traditionelle Funktion die letzte Antarktisexpedition statt, bei der sie zum Einsatz kamen. Der Expeditionsbericht dieser Fahrt endete mit einem Zitat von Helmer Hanssen, der in Roald Amundsens Südpolteam die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere trug:

"Dogs like that, which share man's hard times and strenuous work, cannot be looked upon merely as animals. They are supporters and friends. There is no such thing as making a pet out of a sledge dog; these animals are worth much more than that."

Schlittenhundrassen

Zun den Schlittenhunderassen zählen:

Grönlandhund (Polarspitz): er ist sehr kräftig und ausdauernd.
Alaskan Malamute: Er ist der größte und schwerste aller Schlittenhunde.
Siberian Husky: Er ist der kleinste und feingliedrigste der Schlittenhunde.
Kanadischer Eskimohund: Er hat einen wolfsartigen Audruck und manchmal einen stechenden Blick.
Lapphund (Lappenspitz): Er ist der Schlittenhund der Lappen,
Samojede: Er kann einen Tag ohne Pause arbeiten, siehe Samojede




     
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