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Schlacht von Guadalcanal



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Die Schlacht von Guadalcanal war einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs auf dem pazifischen Kriegsschauplatz. Zum ersten Mal übernahmen die pazifischen Alliierten die Offensive. Vom August 1942 bis in den Februar 1943 war die Insel der Brennpunkt sehr heftiger Kämpfe zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Table of contents
1 Vorgeschichte
2 Landung
3 Weiterer Ablauf
4 Film
5 Weblinks

Vorgeschichte

Als dem amerikanischen Oberkommando im frühen Sommer 1942 bekannt wurde, dass die Japaner auf der Salomonen-Insel Guadalcanal ein Flugfeld errichteten, beschloss es auf Betreiben von Admiral King, Chef der US-Marine, dass die Gegenoffensive der Alliierten in Guadalcanal ihren Anfang nehmen solle. Die Insel gewann durch die Errichtung eines Flugfelds strategische Bedeutung, da japanische Langstreckenbomber des Typs Mitsubishi G4M in der Lage gewesen wären, den Seeweg zwischen Australien und den USA anzugreifen.

Landung

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Guadalcanal

Die amerikanische Landung

In der Nacht zum
7. August 1942 brachte eine Armada, bestehend aus 13 großen Transportschiffen, sechs großen Versorgungseinheiten und vier kleineren Transport-Schnellbooten, rund 19.000 amerikanische Marinesoldaten in Stellung, die Insel Guadalcanal und das etwas nördlich gelegene, kleinere Tulagi anzugreifen und zu besetzen. Sie wurden dabei begleitet von acht Kreuzern, darunter drei australischen, 15 Zerstörern und fünf schnellen Minensuchbooten. Diese Streitmacht wurde geführt von Admiral Richmond Kelly Turner.

Weiter draußen auf See lagen die drei Flugzeugträger USS Saratoga, USS Enterprise und USS Wasp sowie das Schlachtschiff USS North Carolina, des Weiteren sechs Kreuzer, 16 Zerstörer und fünf Versorgungstanker. Sie standen alle unter dem Kommando von Vizeadmiral Frank Jack Fletcher.

Die lange Schlacht um Guadalcanal begann kurz nach 6:00 Uhr morgens mit der Beschießung der japanischen Stellungen in der Nähe von Lunga Point durch den schweren Kreuzer USS Quincy.

Die erste Marinedivision der Ledernacken unter Major General Alexander A. Vandegrift landete gegen 9:00 Uhr am Red Beach, einem kleinen, grausandigen Strand in der Nähe des Tenaru-Flusses. Aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit stießen die Marines hier nur auf wenig Widerstand. Die japanische Verteidigung war sehr kostenintensiv, brachte aber keine nennenswerten Ergebnisse.

Am Nachmittag des Folgetages waren die Amerikaner im Besitz des fast fertig gestellten Flugplatzes. Die überlebenden japanischen Einheiten hatten sich weit ins Inselinnere zurückgezogen und überließen den Eroberern viel wertvolles Ausrüstungsmaterial, was sich in der Folgezeit noch als sehr nützlich für die neuen Besitzer herausstellen sollte.

Eine typische Vorgehensweise für damalige Landungsoperationen war das planlose Heranbringen des Nachschubs. Das Entladen der Schiffe ging so schnell vonstatten, dass nach relativ kurzen Zeit die Strände rund um Lunga Point mit Material voll lagen, das nicht schnell genug ins Landesinnere geschafft werden konnte. Japanische Luftangriffe störten dieses Unterfangen kaum. Als aber die Transportschiffe nach der Niederlage beim Kampf um Savo Island am 9. August abgezogen wurden, war nicht eines von ihnen vollständig entladen worden. Dies hatte zur Folge, dass über die nächsten Wochen Versorgungsengpässe auftraten, als die Japaner mit Luft- und Seeattacken versuchten, den strategisch so wichtigen Flughafen zurück zu erobern.

Japanische Gegenschläge

Die
Reaktion der Japaner auf die Landung kam recht schnell, war aber sehr ineffektiv. Auf Rabaul, der nächsten japanischen Basis, stellte Vizeadmiral Gunichi Mikawa schnell eine kleine Hilfstruppe zusammen und schiffte sie auf sechs Transportern Richtung Guadalcanal ein. Einer der Transporter hatte das Pech, während der nächtlichen Fahrt auf das alte amerikanische U-Boot S-38 zu treffen. Er wurde umgehend versenkt. Die Japaner beklagten mehr als 300 Tote. Der Truppentransport wurde daraufhin gestoppt.

Unterdessen starteten von Rabaul aus japanische Flugzeuge, um die amerikanischen Flugzeugträger zu suchen. Da sie diese nicht fanden, tauchten sie am frühen Nachmittag des 7. August über der Invasionsflotte auf. 27 Bomber und einige Zero-Kampfflugzeuge bombardierten aus großer Höhe die Landungstruppen und Schiffe. Doch alle Maschinen gingen durch Abschüsse von amerikanischen Jagdmaschinen, die von den Trägern gestartet waren, verloren oder wasserten auf dem Rückweg. Sie hatten bis auf einen Treffer auf dem Zerstörer USS Mugford fast keine Schäden angerichtet.

Auch am nächsten Tag gingen die japanischen Flugattacken weiter. Auch dieses Mal konnten die Flugzeugträger unentdeckt bleiben. Nun versuchten sie wieder, die Landungsflotte mit Torpedos anzugreifen. Vizeadmiral Turner ließ seine Schiffe in den Sund zwischen Guadalcanal und Tulagi laufen. Dort waren sie relativ gut geschützt. Ein Torpedo traf aber den Zerstörer USS Jarvis in den Bug und ein abstürzender Bomber den Transporter USS George F. Elliott, der daraufhin sank. Durch den Flakbeschuss von den Schiffen verloren die Japaner die Hälfte ihrer eingesetzten Maschinen.

Tulagi

Gleichzeitig landeten gegen 8:00 Uhr weitere Marines auf der kleinen Insel Tulagi nördlich von Guadalcanal. Die auf der Insel stationierten 500 Japaner gehörten einer Marineeinheit mit Spezialausbildung an. Sie verteidigten Tulagi bis zum letzten Mann. Die Amerikaner landeten am Südweststrand, der von den Japanern verlassen war. Sie bildeten dann eine Frontlinie quer über die kleine Insel und versuchten die Japaner nach Osten zu drängen. Der leichte Kreuzer USS San Juan sowie die Zerstörer USS Buchanan und USS Monssen bombadierten mit Luftunterstützung die Japaner.

Am Abend des 7. August hatten die Amerikaner die stark dezimierten Japaner in den nordöstlichsten Winkel der Insel zurückgedrängt. In der Nacht versuchten die Japaner einige Ausbruchsversuche, aber als von Guadalcanal weitere amerikanische Verstärkung übersetzte, wurde die Insel schnell eingenommen. Es dauerte aber noch einige Tage, bis die letzten japanischen Verteidiger ausgeschaltet werden konnten. Die Kämpfe kosteten 45 Marines und fast allen Japanern das Leben.

Tulagi wurde zur Unterstützung der Kämpfe auf Guadalcanal als Nothafen für beschädigte Schiffe und als Stützpunkt für Wasserflugzeuge und Torpedoboote eingerichtet.

Gavutu und Tanambogo

Die beiden Inseln Gavutu und Tanambogo ein paar Meilen östlich waren genauso hart umkämpft wie Tulagi. Dort unterhielten die Japaner eine von den Australiern im
Mai eroberte Station für Wasserflugzeuge. Nachdem die Maschinen von amerikanischen Träger-Flugzeugen alle zerstört worden waren, blieb den Piloten, dem Bodenpersonal und einigen Marinesoldaten nichts anderes übrig, als als Infanteristen weiter zu kämpfen.

Beide Inseln wurden zwar vor der Landung bombardiert, aber die Japaner konnten gerade auf Gavutu noch erheblichen Widerstand leisten. Die Kämpfe zogen sich über den ganzen Tag und die folgende Nacht. Erst nachdem am Morgen des 8. August Verstärkung für die Amerikaner eintraf, konnte die Insel genommen werden.

Der Angriff auf Tanambogo am Nachmittag des 7. August war ein Fehlschlag, so dass die Insel auch am nächsten Tag noch in japanischer Hand war. Schwere Bombardements von Navy-Schiffen brachten den Amerikanern dann die Einnahme der Insel. Aber genau wie auf Tulagi dauerte es Tage, bis der Kampfgeist einiger weniger Japaner gebrochen war. 70 Marines verloren ihr Leben und nur einige Japaner wurden gefangen genommen.

Weiterer Ablauf

Bereits am
8. August eroberten die Marines das Flugfeld bei Lunga. Es wurde kurz darauf zu Ehren eines in der Schlacht von Midway gefallenen Marine-Piloten Henderson Field genannt. Obwohl von einigen Bomben getroffen, konnte bereits am 12. August das erste Consolidated PBY-Aufklärungsflugzeug auf dem Flugfeld landen. Am 23. August folgten die ersten Grumman F4F Wildcat-Jagdflugzeuge und Douglas SBD Dauntless-Sturzkampfflugzeuge der Marines.

Mehrfach versuchten die Japaner das Flugfeld zurückzuerobern. Im Verlauf der Schlacht verstärkten beide Seiten ihre Truppen, allerdings hatten die Japaner aufgrund der amerikanischen Luftüberlegenheit große Nachschubprobleme. Etwa 50 Schiffe wurden durch Luftangriffe und Seeschlachten versenkt, so dass man den Gewässern um Lunga den Namen Iron Bottom Sound (Eisengrund-Sund) gab. Auch die Nachschub(see)wege nach Guadalcanal wurden heftig umkämpft. Beide Seiten verloren dabei Flugzeugträger und zahlreiche kleinere Schiffe in der Schlacht um Savo Island, der Schlacht um die Ost-Salomonen, der Schlacht um die Santa Cruz Inseln und der Schlacht um Tassafaronga.

Die Zahl der auf See getöteten Matrosen überstieg am Ende der Auseinandersetzungen die Zahl der in monatelangen zähen Dschungelkämpfen gefallenen Soldaten.

Am 17. Dezember starteten die Amerikaner schließlich eine Großoffensive, die zwei Monate andauerte, bis die Japaner am 8. Februar ihre Truppen evakuierten. Damit war der Seeweg zwischen Australien und Amerika gesichert, und Guadalcanal wurde ein wichtiger Ausgangspunkt der alliierten Operationen gegen Rabaul, dem japanischen Hauptstützpunkt im Südpazifik.

Film

Die Schlacht von Guadalcanal bildet den Hintergrund des Antikriegsromans The Thin Red Line (deutscher Titel: Insel der Verdammten) des amerikanischen Schriftstellers James Jones, der selbst an den Kämpfen teilgenommen hatte. Das Buch wurde 1998 erfolgreich von Terrence Malick verfilmt. Der deutsche Filmtitel lautet: Der schmale Grat.

Der umkämpfte Flugplatz Henderson Field ist heute der zivile Flugplatz der Hauptstadt der Solomonen-Inseln, Honiara.

Siehe auch: Liste von Schlachten

Weblinks




     
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