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Südliche Seebären



Südliche Seebären
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
Gattung: Arctocephalus

Die Südlichen Seebären (Arctocephalus) sind eine Gattung der Ohrenrobben. Die acht Arten sind einander sehr ähnlich und vor allem durch die verschiedenen Größen voneinander abzugrenzen. Mit dem Nördlichen Seebären haben sie das dichte, wollige Fell gemein, allerdings enden hier auch schon die Gemeinsamkeiten; Südliche Seebären sind offenbar mit den Seelöwen dichter verwandt als mit ihren nördlichen Namensvettern.

Die Farbe der Südlichen Seebären ist hellbraun. Männchen haben außerdem eine schwarze Halsmähne. Zu Fortpflanzungszeiten bilden Seebären große Kolonien, in denen ein Männchen je einen Harem aus mehreren Weibchen unterhält. Zwischen rivalisierenden Männchen gibt es Kämpfe um die besten Plätze an den Küsten, in deren Verlauf jüngere und schwächere Männchen an den Rand der Kolonien gedrängt werden. Außerhalb der Fortpflanzungszeit bleiben die Seebären in der Nähe ihrer Lagerplätze und wandern kaum umher.

Die Arten sind:

  1. Guadalupe-Seebär (Arctocephalus townsendi)
  2. Juan-Fernandez-Seebär (Arctocephalus philippii)
  3. Galapagos-Seebär (Arctocephalus galapagoensis)
  4. Südamerikanischer Seebär (Arctocephalus australis)
  5. Subantarktischer Seebär (Arctocephalus tropicalis)
  6. Antarktischer Seebär (Arctocephalus gazella)
  7. Neuseeländischer Seebär (Arctocephalus forsteri)
  8. Südafrikanischer Seebär (Arctocephalus pusillus)

Table of contents
1 Guadalupe-Seebär
2 Juan-Fernandez-Seebär
3 Galapagos-Seebär
4 Südamerikanischer Seebär
5 Subantarktischer Seebär
6 Antarktischer Seebär
7 Neuseeländischer Seebär
8 Südafrikanischer Seebär

Guadalupe-Seebär

Die seltenste aller Arten dieser Gattung ist der Guadalupe-Seebär (Arctocephalus townsendi). Die weltweit einzige Kolonie dieser Robbe befindet sich auf der zu Mexiko gehörenden Insel Guadalupe (vor Baja California); es ist das einzige Vorkommen einer Art der Südlichen Seebären auf der Nordhalbkugel. Man geht davon aus, dass es früher Kolonien dieser Art auf zahlreichen Inseln vor der Westküste Nordamerikas gegeben hat. Die Kolonie auf Guadalupe bestand ursprünglich aus über 100.000 Robben; im 19. Jahrhundert schlachtete man die Seebären massenhaft wegen ihrer Felle ab. Nachdem man 1894 die letzten Robben tötete, erklärte man die Art für ausgestorben; heute wird angenommen, dass in den folgenden Jahren Seebären unbemerkt in den Höhlen entlang der Küste überlebten. Jedenfalls wurden 1928 wieder zwei Seebären von Fischern gefangen und dem Zoo von San Diego übergegeben; danach dauerte es bis zum Jahr 1949, bis man wieder einen frei lebenden Seebären fand, und ab 1954 gab es wieder eine Kolonie auf Guadalupe. Der Guadalupe-Seebär ist heute durch mexikanische Gesetzt streng geschützt, und die Insel Guadalupe ist ein Robbenschutzgebiet. So konnte die Kolonie wieder auf 1600 Seebären anwachsen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit findet man Guadalupe-Seebären selbst auf den kalifornischen Channel Islands, wo sie sich unter die Nördlichen Seebären mischen.

Juan-Fernandez-Seebär

Der Juan-Fernandez-Seebär (Arctocephalus philippii) ist ebenfalls eine sehr seltene Art, dessen einzige Kolonien auf den Juan-Fernandez-Inseln leben, einer zu Chile gehörenden, aber 670 km von der südamerikanischen Küste entfernt liegenden Inselgruppe. Reisende des späten 18. Jahrhunderts schätzten die Bestände entlang der Küsten der beiden Inseln Alejandro Selkirk und Robinson Crusoe auf vier Millionen Robben. Britische Robbenjäger wurden daraufhin zu den Inseln entsandt. Gelegentlich ankerten gleichzeitig fünfzehn Schiffe vor der Insel, während die Jäger massenhaft Robben wegen ihrer Felle erschlugen. Da jedes Jahr etwa 250.000 Seebären getötet wurden, brachen die Populationen in kürzester Zeit zusammen. 1824 hielt man die Art für ausgestorben. Ähnlich wie der Guadalupe-Seebär dürfte die Art nur überlebt haben, weil einige Tiere verborgen in Höhlen unentdeckt blieben. Erst 1965 wurde die Art wiederentdeckt und sofort unter strengen Schutz gestellt. Die Kolonien auf beiden Inseln umfassen heute wieder 20.000 Robben und sind beständig am Wachsen.

Galapagos-Seebär

Mit einer Länge von 150 cm (Männchen) bzw. 120 cm (Weibchen) ist der Galapagos-Seebär (Arctocephalus galapagoensis) die kleinste Art der Südlichen Seebären. Die Kolonien leben auf 15 Inseln der Galapagos-Inseln; sie wandern nicht und verlassen den Archipel auch außerhalb der Fortpflanzungszeit nicht. Während die anderen Arten eher in kalten oder gemäßigt-kühlen Gewässern zu Hause sind, lebt der Galapagos-Seebär in einer tropischen Klimazone. Um der Überhitzung zu entgehen, halten sich die Robben auch beim Ruhen nach Möglichkeit in Gezeitentümpeln auf. Wie die vorgenannten Arten wurden auch die Kolonien des Galapagos-Seebären von Robbenjägern so weitgehend abgeschlachtet, dass man die Art noch im 19. Jahrhundert für ausgestorben hielt. 1932 wurde der Galapagos-Seebär wiederentdeckt, und seitdem sind die Bestände dank der strengen Schutzmaßnahmen der ecuadorianischen Regierung wieder auf knapp 50.000 Tiere angewachsen.

Südamerikanischer Seebär

Der Südamerikanische Seebär (Arctocephalus australis) hat das weiteste Verbreitungsgebiet aller Südlichen Seebären. Es gibt zwei Unterarten. A. a. gracilis lebt an den Küsten Südamerikas von Peru bis Chile sowie von Argentinien bis Südbrasilien. Dagegen kommt A. a. australis an den Küsten der Falklandinseln vor. Die Seebären wurden an allen Küsten über Jahrhunderte von Robbenjägern getötet. Beispielsweise gab es entlang der peruanischen Küste in den 1940ern noch vierzig Seebären; durch seitdem erlassene Schutzgesetze leben dort wieder 20.000 Robben. 40.000 Seebären leben an den chilenischen Küsten, 3000 an argentinischen Küsten und 15.000 auf den Falklandinseln; am gesündesten sind die Kolonien aber an den Küsten Uruguays, wo sie über 200.000 Tiere umfassen.

Subantarktischer Seebär

Die Kolonien des Subantarktischen Seebären (Arctocephalus tropicalis) leben auf isolierten Inseln rund um die Antarktis. Drei Viertel des Gesamtbestandes leben in der Kolonie auf Gough Island, das zum Archipel Tristan da Cunha gehört. Die zweitgrößte Kolonie befindet sich auf der zu den französischen Antarktisterritorien gehörenden Insel Amsterdam. Während des 18. und 19. Jahrhunderts wurden alle großen Kolonien von Robbenjägern nahezu vernichtet. So lebten auf Gough Island 1892 nur noch 300 Seebären; inzwischen wird die dortige Kolonie auf 320.000 Seebären geschätzt und wächst jährlich weiter an.

Antarktischer Seebär

Auch der Antarktische Seebär (Arctocephalus gazella) lebt auf Inseln rund um die Antarktis. Die größten Kolonien gibt es auf Südgeorgien; weitere findet man auf den zu Südafrika gehörenden Inseln Marion Island und Prince Edward Island sowie auf mehreren Inseln im Britischen Antarktis-Territorium, zum Beispiel den Südlichen Shetlandinseln und den Südlichen Orkneyinseln. Für gewöhnlich sind Antarktische und Subantarktische Seebären voneinander getrennt; auf wenigen Inseln bilden sie gemeinsame Kolonien, und hier kommt es gelegentlich sogar zu interspezifischen Fortpflanzungen.

Die Kolonien haben noch am Ende des 18. Jahrhunderts mehrere Millionen Tiere umfasst. In den 1790ern begannen die Raubzüge der Robbenjäger. Im Sommer 1800/1801 wurden allein auf Südgeorgien 112.000 Seebären erschlagen. Auf einer Insel nach der anderen wurden die Kolonien vernichtet, und die Ausbeute wurde immer größer. Die Kolonien auf den Südshetlandinseln wurden erst 1819 entdeckt; sie umfassten etwa 400.000 Tiere, die innerhalb von nur zwei Jahren ausgelöscht wurden. In den 1830ern galt die Art als ausgestorben; da sich ein so riesiges Verbreitungsgebiet jedoch nicht gänzlich kontrollieren lässt, haben Antarktische Seebären das Massenschlachten in manchen Regionen überlebt. In den 1930ern gab es wieder eine Kolonie von hundert Tieren auf Südgeorgien. Durch strenge Schutzgesetze wuchs sie jährlich an und umfasst heute wieder 1,4 Millionen Robben. Dagegen haben sich auf den anderen Inseln des einstigen Verbreitungsgebiets die Bestände längst nicht so gut erholt und umfassen insgesamt 20.000 Seebären.

Neuseeländischer Seebär

Der Neuseeländische Seebär (Arctocephalus forsteri) ist auch als Australischer Seebär bekannt, was jedoch zu Verwechslungen mit einer Unterart des Südafrikanischen Seebären führen kann. Die großen Kolonien an den australischen und tasmanischen Küsten wurden am Ende des 19. Jahrhunderts vollständig vernichtet. Anschließend setzten die Robbenjäger das Massenschlachten in Neuseeland vor, wo alle Kolonien bis 1825 vernichtet waren. Nur wenige Seebären überlebten in Höhlen, die für die Robbenjäger nicht zugänglich waren. Die Bestände an Neuseelands Küsten umfassen heute wieder 70.000 Tiere und wachsen jährlich weiter an. Aus unbekannten Gründen konnten sich die Bestände in Australien nicht erholen. Eine kleine Kolonie von 350 Robben lebt aber inzwischen wieder an der Küste Tasmaniens.

Südafrikanischer Seebär

Der Name des Südafrikanischen Seebären\ (Arctocephalus pusillus) ist reichlich unpräzise, denn während eine Unterart (A. a. pusillus) tatsächlich an Atlantikküsten Südafrikas und Namibias gefunden wird, lebt die andere (Australischer Seebär, A. a. doriferus) an südlichen und östlichen Küsten Australiens. Mit einer Länge von 250 cm (Männchen) bzw. 180 cm (Weibchen) ist dies die größte Art der Gattung; der lateinische Artname "pusillus" bedeutet unglücklicherweise wörtlich "der kleinste", so dass sich manchmal der angesichts der Größe völlig unsinnige Name "Zwergseebär" für diese Art eingebürgert hat.

Nachdem auch diese Art im 19. Jahrhundert an den Rand der Ausrottung gebracht worden war, haben sich die Bestände heute merklich erholt. Es gibt über eine Million Seebären an afrikanischen Küsten; als einzige Seebären werden sie noch immer bejagt. Doch anders als früher handelt es sich um eine kontrollierte Jagd einer festgelegten Zahl junger Männchen, und es werden nicht mehr ausschließlich die Felle verarbeitet, sondern auch das Fleisch und das Fett.

An den australischen Küsten lebten ursprünglich einige hunderttausend Seebären dieser Art; bis zu den 1940ern war der fast ausgerottete Bestand wieder auf 25.000 Tiere angewachsen. Aus unbekannten Gründen sind die Populationen seitdem aber nicht mehr angewachsen.




     
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