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Romano Prodi




Romano Prodi (* 9. August 1939 in Scandiano, Italien) ist ein Wirtschaftswissenschaftler und Präsident der EU-Kommission.

Prodi ist das Kind eines Akademikerpaares, die bei der Erziehung ihrer Kinder darauf achteten, dass alle einen Universitätsabschluss erzielen. Romano Prodi studierte nach dem Abitur in Mailand Rechtswissenschaften und schloss 1961 mit Auszeichnung ab. Anschließend ging er Aufbaustudiengängen in Mailand, Bologna und London nach. Ab 1963 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter, ab 1966 Lehrbeauftragter und ab 1971 Professor in Bologna für Volkswirtschaft und Industriepolitik bis 1999.

1978 berief Giulio Andreotti Prodi als Industrieminister in sein Kabinett. 1979, nach dessen Abtritt, widmete Prodi sich zunächst wieder seiner Lehrtätigkeit.

Von 1984 bis 1995, mit Unterbrechung zwischen 1989 und 1993, war er Präsident der größten staatlichen Holding Italiens. Nach Sanierung, Umstrukturierung und Privatisierung mehrerer Tochtergesellschaften während seiner ersten Zeit, half er bei seiner zweiten Geschäftsausübung bei der Privatisierung anderer Firmen. 1995 war er Kandidat des Wahlbündnisses Ulivo („Olivenbaum“) für das Ministerpräsidentenamt. Erstmals erreichten die Linken eine Mehrheit nach dem Krieg und Prodis Antritt als Ministerpräsident folgte 1996. Sein rigoroser Sparkurs ermöglichte den Beitritt Italiens zur Währungsunion. Als Ministerpräsident trat Prodi im Oktober 1998 nach verlorener Abstimmung zur Vertrauensfrage zurück. Er gründete seine eigene Partei, die bei der Europawahl den sofortigen Einzug schaffte.

Im März 1999 wurde er von der Regierungschefs der EU Mitglieder zum EU-Kommissionspräsidenten ernannt und trat die Nachfolge von Jacques Santer im September 1999 an, nachdem das Europäische Parlament die Ernennung bestätigte.

Die wichtigsten Ereignisse seiner Amtszeit waren die Verhandlungen und die Aufnahme von 10 neuen Staaten in die EU am 1. Mai 2004. Eine zweite Amtsperiode Prodis fand aber im Europäischen Rat keine starken Befürworter - wohl auch weil sich Prodi offenlässt, in Italien wieder Führer des Linksbündnisses zu werden. Im Juni 2004 begannen die Sondierungen zu seiner Nachfolge in der EU.

Romano Prodi ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat zahlreiche akademische Würden weltweit erhalten und viele Beiträge zur Volkswirtschaft und Industriepolitik veröffentlicht, was seinen Ruf als seriöser und geachteter Politiker untermauert. Im Gegensatz zu vielen anderen in Italien wurde seine Glaubwürdigkeit und Unbestechlichkeit nie angezweifelt.

Am 22. Dezember 2003 detonierten zwei Rohrbomben vor und am 27. Dezember 2003 eine Briefbombe in seiner Privatwohnung in Bologna. Alle Attentate überlebte Prodi unverletzt. Die Polizei geht von Tätern aus Anarchistenkreisen aus.

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