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Robben



Robben
Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Zwischentaxon: Robben (Pinnipedia)
Überfamilien

Die Robben (Pinnipedia) sind eine Tiergruppe, die nach Ansicht der meisten Zoologen den Raubtieren zuzuordnen ist. Man findet sie in der Fachliteratur auch unter den Namen Flossenfüßer oder Wasserraubtiere, am bekanntesten aber sind sie als Robben.

Table of contents
1 Anatomie
2 Lebensweise
3 Taxonomie
4 Evolution
5 Klassifikation
6 Weblinks

Anatomie

Robben sind mittelgroße bis große Säugetiere, die Längen zwischen 120 cm und 6 m erreichen können. Ihr Körper ist weitgehend dem Wasserleben angepasst. Hierzu hat er eine torpedoförmige Gestalt angenommen, und alle vier Beine sind im Laufe der Evolution zu Flossen umgewandelt worden. Bei näherem Hinsehen kann man erkennen, dass jede der Flossen in fünf Zehen endet, die durch Schwimmhäute miteinander verschmolzen sind.

Äußere Ohren sind verkümmert oder nicht mehr existent. Alle sensiblen Körperöffnungen wie Ohren und Nase können beim Tauchen fest verschlossen werden. Die Augen sind an ein Sehen unter Wasser angepasst, so dass Robben an Land schlechter sehen können.

Zum Schutz vor Auskühlung hat die Haut der Robben eine dicke Fettschicht. Geboren werden Robben meistens mit einem dichten Fell, das beim Älterwerden verschwindet und durch ein kurzes Haarkleid ersetzt wird.

An Land bewegen sich Robben schwerfällig und unbeholfen. Dagegen spielen sie im Wasser die Vorteile ihres Körperbaus aus. Obwohl Robben natürlich zum Luftholen an die Oberfläche kommen müssen, können sie eine beträchtliche Zeit unter Wasser bleiben. Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich beim Tauchen erheblich; so kann sich die Herzaktivität von normalen hundert Schlägen je Minute auf fünf Schläge verringern. Der Sauerstoffverbrauch des Blutes wird hierdurch verringert, und manche Robben können bis zu 73 Minuten am Stück unter Wasser bleiben, ohne auftauchen zu müssen. Dabei erreichen sie Rekordtiefen von bis zu 900 m.

Lebensweise

Da Robben ihre Jungen immer noch an Land zur Welt bringen, haben sie eine weniger feste Bindung ans Wasser als beispielsweise die Wale. Robben kommen daher regelmäßig an die Meeresküsten. (Wenige Robbenarten bewohnen aber auch das Süßwasser.) Niemals entfernen sie sich weit vom Wasser.

Hauptsächlich ernähren sich Robben von Fischen. Einige fressen auch Krebstiere und Mollusken.

Taxonomie

Traditionell wurden Robben entweder als eine eigenständige Ordnung angesehen, oder sie wurden als Unterordnung der Wasserraubtiere den Landraubtieren gegenübergestellt. Beides ist nach neuen Erkenntnissen nicht richtig. Die Robben sind Nachkommen hundeartiger Raubtiere, und innerhalb dieser scheinen sie von Verwandten der Marder abzustammen und eine Schwestergruppe der Bären zu sein.

Uneinigkeit besteht darin, ob Robben wirklich ein monophyletisches Taxon sind, also einen gemeinsamen Vorfahren haben. Gelegentlich wird auch die Theorie geäußert, dass nur die Ohrenrobben und das Walross von bärenartigen Vorfahren abstammen, die Hundsrobben aber eine Seitenlinie der Otter sind. Demnach wären die Robben polyphyletisch und hätten ihre Gemeinsamkeiten aufgrund konvergenter Evolution erworben. Neue Studien lassen allerdings die These von der Monophylie immer wahrscheinlicher werden.

Evolution

Robben sind im späten Oligozän in Form der Enaliarctidae entstanden. Diese lange Zeit rätselhafte Gruppe wurde in jüngerer Zeit durch Funde vollständiger Skelette besser bekannt. Untersuchungen dieser Funde erhärteten die These von der monophyletischen Abstammung aller Robben. Die Tiere der Gattungen Enaliarctos und Pteronarctos waren bereits robbenähnlich, hatten aber noch zum Laufen an Land geeignete Vorder- und Hinterbeine. In ihnen kann man mit ziemlicher Sicherheit die Bindeglieder zwischen Marderartigen und modernen Robben sehen.

Ohren- wie Hundsrobben tauchten im Miozän auf. Sie waren bis ins späte Pliozän nur im Atlantik verbreitet und erreichten erst im Pleistozän die anderen Ozeane.

Klassifikation

Die heute lebenden Robben werden in drei Familien (Hundsrobben, Ohrenrobben, Walrosse) eingeteilt. Hierbei stehen Walrosse und Ohrenrobben einander besonders nahe. Die Ohrenrobben werden wegen ihrer sichtbaren äußeren Ohren gelegentlich als die primitivere Gruppe angesehen, doch ihre fossilen Belege sind ebenso alt wie die der Hundsrobben.

Weblinks

siehe auch: Robbenjagd




     
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