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Reichsparteitage



Der Begriff Reichsparteitage wird heute allgemein auf die Reichsparteitage der NSDAP bezogen, die von 1925 bis 1944 in Deutschland stattfanden und besonders ab 1933, in der Zeit des Nationalsozialismus, große Propagandaveranstaltungen der Staatsführung um Adolf Hitler bildeten.

Table of contents
1 Die Reichsparteitage
2 Ablauf
3 Reichsparteitagsgelände
4 Triumph des Willens
5 Literatur
6 Weblinks

Die Reichsparteitage

Der erste Parteitag der NSDAP fand 1923 in München statt. Seit 1925 in Weimar wurden sie als Reichsparteitage bezeichnet. Von 1927 an fanden sie in der Tradition der Nürnberger Reichstage des Heiligen Römischen Reiches immer in Nürnberg statt. Nach 1933 wurden sie als Reichsparteitage des Deutschen Volkes durchgeführt, nach des NS-Ideologie sollte dabei die Verbundenheit von Führung und Volk bekundet werden. Das wurde zum Ausdruck gebracht durch eine jährlich wachsende Zahl von zuletzt mehr als einer halben Million Teilnehmern und Besuchern aus allen Gliederungen der Partei, der Wehrmacht und des Staatsapparates.

Jeder Parteitag wurde unter ein Motto gestellt:

Der für 1939 geplante Reichsparteitag wurde ironischerweise wegen des Überfalls auf Polen abgesagt.

Ablauf

Wichtigster Inhalt der Reichsparteitage war die fast religiös anmutende Ausrichtung auf Adolf Hitler. Er stand als von der Vorsehung gesandter nationaler Erlöser und Führer großen Menschenmengen gegenüber, die seine Reden hörten, ihm Eide schwörten und an ihm vorbei marschierten. Als Sinnbild für die Volksgemeinschaft sollten sie die Stärke des deutschen Volkes demonstrieren. Die Besucher der Reichsparteitage ordneten sich freiwillig der Disziplin und Ordnung unter und sollten unter einem gemeinsamen Willen als "neues Volk" wieder auferstehen.

Wichtiger Bestandteil der Reichsparteitage waren auch zahlreiche Aufmärsche und Paraden aller Organisationen des NS-Staates (Wehrmacht, SA, SS, Hitlerjugend, u.a.) und die Verkündung von wichtigen Eckpunkten der nationalsozialistischen Ideologie. So wurden während des Reichsparteitages 1935 die Nürnberger Rassengesetze zum Schutz des deutschen Blutes verkündet.

Zwischen 1935 und 1938 gehörte auch eine Festaufführung von Richard Wagners Meistersingern am Abend des Eröffnungstages mit zum Programm. Hitler war ein großer Freund Richard Wagners und die Oper galt als Ausdruck der heroisch-deutschen Weltanschauung.

Reichsparteitagsgelände

Mit dem Ausbau des Parteitagsgeländes 1935 erhielt Nürnberg den Beinamen Stadt der Reichsparteitage, mit dem auch symbolhaft der Machtanspruch der Partei dargestellt werden sollte. Das Gesamtkonzept für das 11 km2 große Reichsparteitagsgelände entwickelte Albert Speer von 1934-1936 und ab 1935 wurden unter großem Zeitdruck begonnen, die Pläne zu verwirklichen, aber das Gelände wurde niemals ganz fertiggestellt. Mit der Luitpoldarena entstand der damals größte Aufmarschplatz der Welt für die SA und SS für 150.000 Teilnehmer, die Kongreßhalle, das Zeppelinfeld - für 250.000 Teilnemer und 70.000 Zuschauer gedacht - sowie eine große Fläche als Teilnehmerlager wurden fertiggestellt. Das Märzfeld mit Tribünen für 50.000 Zuschauer nur zur Hälfte und das Deutsche Stadion verblieb im Planungsstadium. Die Luitpoldarena wurde nach dem Krieg wieder abgerissen, die restlichen Flächen dienen auch heute noch für Veranstaltungen.

Die Anlage sollten nach Innen und nach Außen den Machtanspruch des Regimes demonstrieren. Die Bauten sollten den Besuchern das Gefühl geben, an etwas sehr großem Teil zu haben, aber gleichzeitig klein und unbedeutend zu sein. Sie unterstützten den Führermythos und sollten durch das Gemeinschaftsgefühl die Volksgemeinschaft stärken. Mit dem nächtlichen Einsatz von Flakscheinwerfern als Lichtdom sollte die sakrale Atmosphäre der Veranstaltungen unterstrichen werden. Albert Speer war auch größtenteils für die Choreographie und den Lichtdom verantwortlich.

Das Reichsparteitagsgelände stellt die zu Stein gewordene Ideologie der Nationalsozialisten dar:
Du bist nichts, dein Volk ist alles!

Triumph des Willens

Die Propagandaveranstaltung von 1934 wurde von Leni Riefenstahl 1934 mit 16 Kamerateams und über 100 Mitarbeitern zum Film Triumph des Willens verarbeitet. Für die wirkungs- und kraftvollen Bilder erhielt sie den Deutschen Filmpreis und die Goldmedaille in Venedig. Nach dem Krieg wurde die Aufführung des Films wegen Verherrlichung des Nazi-Regimes in Deutschland verboten.

Literatur

Weblinks




     
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