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Ravenna



Ravenna ist Hauptstadt der gleichnamigen italienischen Provinz in der Region Emilia-Romagna und liegt an der Adria zwischen Rimini und dem Podelta. Sie hat 140 000 Einwohner. Südlich von Ravenna fließt der kleine antike Grenzfluss Rubikon in die Adria. Ravenna liegt an der E55. Das KFZ-Kennzeichen ist RA. In der Völkerwanderungszeit war Ravenna glanzvolle Hauptstadt des verblühenden römischen Reiches und hat zahlreiche mosaikengeschmückte Bauten aus dieser Zeit als Weltkulturerbe bewahrt.

Table of contents
1 Geschichte
2 Sehenswürdigkeiten

Geschichte

Antike

In der Antike war Ravenna eine wichtige Hafenstadt. Der gestürzte
markomannische König Marbod wurde hier im Jahre 19 bis zu seinem Tode im Jahre 37 interniert.

Völkerwanderung

Anstelle von Rom wurde Ravenna 402 nach Mailand unter Kaiser Honorius, der am 15. August 423 dort starb, zur Hauptstadt des Weströmischen Reiches. Die Westgoten unter Alarich I belagerten 408 Ravenna. Im selben Jahr wurde der Feldherr Stilicho Opfer einer Intrige am Kaiserhof. Des Paktierens mit Alarich und damit des Hochverrats beschuldigt, wurde er in Ravenna hingerichtet.

Nach dem Tod von Kaiser Konstantius III 421 in Ravenna regierte seine Gattin Galla Placidia für ihren minderjährigen Sohn Valentinian III Seit 410 befand sich am Hofe der Neffe des Hunnenkönigs Rugila namens Attila als Geisel, der 434 die Führerschaft über alle Hunnenstämme gewann. Vor ihm floh Kaiser Valentinian III. aus seiner Residenz Ravenna 452 nach Rom.

Nach der Absetzung des letzten Kaisers Romulus Augustulus herrschte in der Stadt ab 476 der Germane Odoaker, der 493 von dem Ostgotenherrscher Theoderich nach der Niederlage in der Rabenschlacht eigenhändig ermordet wurde. Die Ostgoten unter Theoderich errichteten in Italien ein Reich, das bis zur Niederlage gegen Byzanz 552 Bestand hatte. Die Hauptstadt Ravenna erlebte eine kulturelle Blütezeit.

Gegen seinen Protest wurde der gebrechliche Papst Johannes I 525 von dem arianischen Theoderich nach Konstantinopel geschickt, um dort mit Justinian I über sein Dekret gegen die Arianer zu verhandeln. Theoderich drohte dem Papst mit Reperessionen gegen die Katholiken. Als Johannes unverrichteter Dinge zurückkehrte, ließ Theoderich den Papst mit der Anschuldigung verhaften, er habe sich mit Kaiser Justinian I. verschworen. Er wurde in Ravenna festgehalten und starb dort aufgrund der schlechten Behandlung 526. Theoderich starb kurz darauf am 30. August in Ravenna. Sein dortiges Grabmal ist aber heute leer.

539 fiel das von Belisar im Auftrag Kaiser Justinans belagerte Ravenna, wahrscheinlich hatten ihm ostgotische Adlige die Kaiserwürde im Westen angeboten. Belisar ging darauf ein und eroberte so die Stadt. Ob Belisar die Kaiserwürde nur zum Schein annahm, ist unklar, aber wohl am wahrscheinlichsten. Dennoch erweckte dies den Argwohn Justinians, der seinen Generälen ohnehin nie recht traute. 549 wurde Belisar abberufen und durch seinen Konkurrenten Narses ersetzt. Dem gelang es Anfang Juni 552, das wieder gotische Ravenna zu erobern.

Nun erlangte Ravenna zwischen bis 740 als Vorposten des Byzantinischen Reiches in Italien Bedeutung, genannt Exarchat von Ravenna. Aus dieser Zeit des Umbruchs von der Antike zum Mittelalter findet man in Ravenna heute noch zahlreiche bedeutende Bauwerke, die oft noch den originalen Mosaikenschmuck des 5. bis 7. Jahrhunderts zeigen und die inzwischen zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Sie sind einzigartig, da im Kerngebiet des Oströmischen Reiches fast alle derartigen Mosaiken später dem Bilderstreit zum Opfer fielen.

751 eroberte der Langobardenkönig Aistulf die Stadt, womit das Exarchat von Ravenna endete. Im Vertrag von Quierzy (754) versprach Pippin der Jüngere, das ehemals byzantinische Exarchat von Ravenna dem Papst zu übergeben (Pippinische Schenkung); im Gegenzug legitimierte Papst Stephan III die Karolinger als Könige des Frankenreichs. Schon 755 ereilte den fränkischen König die Bitte, dem Vertrag durch Taten zur Erfüllung zu verhelfen. Bis zu seinem Tode führte Pippin zwei erfolgreiche Feldzüge gegen die Langobarden und schenkte dem Papst die eroberten Gebiete. Er gilt so als Begründer des Kirchenstaates, zu dem auch Ravenna gehörte. Damit gelangte auch der Bischofssitz von Ravenna endgültig unter die päpstliche Oberhoheit. Denn zur Zeit des Papstes Vitalian entzog 666 der oströmische Kaiser Konstans II die Kirche von Ravenna der Oberhoheit von Rom und machte sie zu einer in sich selbständigen Kirche. Das daraus folgende Schisma wurde unter Papst Donus und seinem Nachfolger Agatho wieder beseitigt, aber in der Folge hatten sich die ravennatischen Bischöfe als Patriarchen einer Hauptstadt immer wieder als weitgehend gleichberechtigt gesehen.

Mittelalter

Um das Jahr 950 wurde in Ravenna der heilige Gründer der Kamaldulenser Romuald geboren, der später großen Einfluß auf Kaiser Otto III gewinnen sollte.

967 hielt in Ravenna Kaiser Otto II einen Reichstag ab. Auf Vorschlag des Kaisers genehmigte der gleichzeitig eine Synode versammelnde Papst Johannes XIII die Errichtung der drei fortan zum Metropolitanverband des Erzbistums Magdeburg gehörenden Bistümer Meißen, Merseburg und Zeitz (später Naumburg).

Später führte Ravenna den zu einer autonomen Republik wachsenden Städtebund, zu dem Ancona, Fano, Pesaro, Senigallia und Rimini gehörten und war bereits im 11. Jahrhundert Sitz einer bedeutenden Rechtsschule.

Dante Alighieri vollendete in Ravenna die 1307 begonnene "Göttliche Komödie", die wie kaum ein anderes Werk die europäische Literatur beeinflusste, und starb kurz darauf am 14. September 1321. Nachdem vor einiger Zeit seine Gebeine wiedergefunden worden sind, errichtete man ihm in Ravenna ein neues Grabmal.

heute

Seit 1861 gehört Ravenna zu Italien.

Seit 1989 verbindet sich Ravenna mit Speyer als Partnerstadt.

Sehenswürdigkeiten

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehören frühchristliche Kirchen wie die Basilika San Vitale, San Apollinare Nuovo oder im einstigen Hafenort Classe San Apollinare in Classe sowie frühchristliche Baptisterien.

Das ebenfalls reich mit Mosaiken geschmückte Grabmal der Kaiserin Galla Placidia hat ihren Leichnam wohl nie aufgenommen. Sie starb 450 in Rom und wurde vermutlich dort beigesetzt.

Das Grabmal von Theoderich dem Großen gilt als besondere architektonische Leistung wegen des aus einem einzelnen Monolithen geformten Dachs.

Der Bischofsstuhl, den der den Arianismus in Ravenna beseitigende Bischof Maximianus (546-552) aus Byzanz mitbrachte, wird heute im Museum am Dom aufbewahrt und ist eines der großen Meisterwerke frühmittelalterlicher Elfenbeinschnitzerei.

Die am Meer liegenden Badeorte Lido di Ravenna, Mariana di Ravenna, Lido di Classe u.a. verfügen über zahlreiche Campingplätze, Ferienhäuser und Hotels, aber auch weitläufige Naturschutzgebiete. Am Lido di Dante gibt es auch einen ausgedehnten FKK-Strand.




     
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