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Raimundus Lullus



Raimundus Lullus (katalan. Ramon Llull, span. Ramón Lull; manchmal auch nur Lull, * 1232 in Palma de Mallorca; † 1316 auf der Fahrt von Tunis nach Mallorca) war katalanischer Philosoph, Logiker und Theologe. Seine Grabstätte befindet sich in der Basilika Sant Francesc in Palma.

Leben und Werk

Er war beeinflusst durch drei Kulturen - die christliche, die islamische und die jüdische. Er schrieb einen großen Teil seiner über 280 Werke auf arabisch und katalanisch.

Als Logik bezeichnete Lullus die Kunst und die Wissenschaft, mit Hilfe des Verstandes Wahrheit und Lüge zu unterscheiden, Wahrheit zu akzeptieren und Lüge von sich zu weisen.

Diese Kunst, die er "große Kunst" nannte und gleichzeitig der Titel für sein Werk Ars magna (dt.: "Große Kunst") wurde, lief auf die Idee des mechanischen Kombinierens von Begriffen mit Hilfe einer logischen Maschine hinaus.

Lullus selbst konstruierte eine solche "logische Maschine", die aus sieben um ein Zentrum drehbaren Scheiben bestand. Auf jeder dieser Scheiben waren Wörter notiert, die verschiedene Begriffe, z.B. Mensch, Wissen, Wahrheit, Ruhm, Wohl und Quantität, logische Operationen, z.B. Unterschied, Übereinstimmung, Widerspruch und Gleichheit, bezeichneten. Durch das Drehen dieser konzentrischen Scheiben ergaben sich verschiedene Verknüpfungen von Begriffen, die Schlussformen des syllogistischen Prinzips entsprachen.

Bedeutung

Zu Lullus Lebzeiten wurden seine Ideen mit Misstrauen aufgenommen. Aber im 17. Jahrhundert gewann sein Werk Ars magna durch das darin beschriebene System einer perfekten philosophischen, universalen Sprache größeren Einfluss.

Dies System baut auf der Kombination von philosophischen Grundbegriffen auf. Die Gedanken von Lullus wurden von Leibniz, dem Begründer der mathematischen Logik, aufgegriffen. Im 19. Jahrhundert versuchte Jevons, die Idee einer logischen Maschine zu realisieren.

Lullus untersuchte sowohl den Syllogismus als auch die Induktion. Er widmete sich als erster dem systematischen Studium der materiellen Implikation, die eine der grundlegenden Operationen der mathematischen Logik ist, analysierte logische Operationen mit der Kopula "und" (Konjunktion) und der Kopula "oder" (Disjunktion).

Die Arbeiten hatten einen großen Einfluss auf die Logiker des Jansenistenklosters von Port-Royal.

Lullus gliederte die Wissenschaften in L'arbre de ciència (um 1295/96, veröffentlich in lateinischer Sprache 1482) systematisch, wofür er die Allegorie des Baumes nutzte; diese Metapher wurde erstmals durch Petrus Hispanus († 1277) unter dem Begriff Arbor porphyriana in die Wissenschaftsgeschichte eingeführt (vgl. Baum des Wissens und Stammbaum der Wissenschaft).

Bei Lullus repräsentieren vierzehn Bäume die Seinsbereiche wie Elemente, Botanik, Tiere, Sinnesempfindung, Imagination, Moral, Gesellschaftslehre usw.; in zwei weiteren Bäumen werden diese Bereiche veranschulicht durch Beispiele (Exempla) und Sprichworte (Bonmots). Jeder Baum hat wiederum eine siebenteilige Binnengliederung, bestehend aus Wurzel, Stamm, Ästen, Zweigen, Blättern, Blüten und Früchten.

Siehe auch: Logik von Port-Royal, Ramismus

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