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Rüstungsindustrie in Afrika



Unter den afrikanischen Herstellerländern von leichten Waffen befinden sich Südafrika, Simbabwe, Nigeria, Namibia, Uganda, Kenia, Tansania und Ägypten.

Table of contents
1 Südafrika
2 Simbabwe
3 Uganda
4 Kenia
5 Nigeria
6 Ägypten
7 Fußnoten

Südafrika

Das größte Herstellerland ist Südafrika, das vom Apartheid-Regime eine fortschrittliche und vielschichtige Waffenindustrie geerbt hat. Gegenwärtig gibt es in Südafrika rund 700 Rüstungsunternehmen mit 22.500 Beschäftigten (Ende der 80er Jahre waren es sogar 160.000). Bei den meisten handelt es sich um kleine und mittlere Betreibe, während der staatliche Rüstungskoloss Denbel die wichtigsten Unternehmen kontrolliert.

Zu den wichtigsten Waffenherstellen gehören:

Nach offiziellen Angaben exportiert das Land Rüstungsprodukte in 61 verschiedene Länder, vorwiegend im Nahen Osten und in Afrika. Der wichtigste Kunde ist Algerien, obschon in diesem Land ein Bürgerkrieg herrscht, bei dem die Sicherheitskräfte des Landes der Massaker an der Zivilbevölkerung verdächtigt werden. Weitere Kunden sind: Indien, Volksrepublik China, Arabische Emirate, Taiwan, Singapur, Thailand, Kamerun, Chile, Kolumbien, Kuwait, Oman, Peru, Swaziland, Republik Kongo, Botswana, Uganda, Ruanda, Tunesien, Côte d'Ivoire, Kenia, Sambia, Mosambik und Mexiko.

Im Jahr 2001 gingen insgesamt 32% der südafrikanischen Waffenexporte nach Afrika. Algerien allein vereinigte 28% der Exporte in Afrika auf sich. An das afrikanische Land wurden unter anderem so genannte UAV-Flugzeuge (unbemannte Aufklärungsflugzeuge) und Kampfhubschrauber des Typs Mil Mi24 Hind sowjetischer Herkunft verkauft. Die restlichen Exporte teilten sich wie folgt auf: 15% Nahost, 16% Südasien, 15% restliches Asien, 16% Europa, 5% Amerika und 1% die Vereinten Nationen (Ausrüstung der Blauhelme).

Nicht alle Länder werden mit demselben System der südafrikanischen Rüstungsindustrie beliefert. Die Exportgesetze für Rüstungsgüter unterscheiden vier Kategorien, die verschiedenen Kontrollbedingungen bei der Ausfuhr unterliegen:

  1. Category A: Sensitive Major Significant Equipment (SMSE) - Waffen, die eine hohe Anzahl von Opfern und große materielle Schäden verursachen;
  2. Category B: Sensitive Significant Equipment (SSE) - leichte Waffen.
  3. Category C: Non-Sensitive Equipment (NSE) - Systeme, die der Unterstützung bei Kampfhandlungen dienen und selbst keine tödliche Funktion haben (zum Beispiel Logistik- und Telekommunikationssysteme);
  4. Category D: Non-lethal Equipment (NLE) - Verteidigungssysteme, wie zum Beispiel Systeme zum Entschärfen von Minen).

Einige Länder können nur Systeme der beiden letzten Kategorien (also nicht tödliche Systeme) kaufen, wie zum Beispiel Simbabwe, das bei der letzten Lieferung im Jahr 2000 nur mit Systemen aus der Kategorie D beliefert wurde.

Simbabwe

Auch Simbabwe hat vom vorherigen Regime (unter dem das Land noch Rhodesien hieß) eine Rüstungsindustrie im Anfangsstadium geerbt. Auf dieser Grundlage entwickelte sich 1984 die Zimbabwe Defence Industries (ZDI). Dieses Unternehmen stellt leichte Waffen, Munition und Minen her. Das Know-how für die Produktion von Sprengstoff und Granaten wurde von Frankreich geliefert, während China im Land eine Waffenfabrik für Infanteriewaffen baute. Zu den Kunden der ZDI gehören Angola (reguläre Streitkräfte und Rebellen der UNITA), sudanesische Rebellen und die Demokratische Republik Kongo. Im Kongo, wo die Truppen Mugabes, den kongolesischen Präsidenten Kabila im Tausch gegen die Lieferungen der ZDI unterstützen, ist es Harare gelungen Konzessionen für den Kauf von 37,5% der Gecamines, der staatlichen kongolesischen Bergbaugesellschaft, zu erwirken. Vor Ende des Krieges in Angola gab es Gespräche zwischen Luanda und Harare über die Gründung eines gemeinsamen Betriebs zur Herstellung von Waffen. Mit Ende des Krieges scheint die angolanische Regierung das Interesse an dem Unternehmen jedoch verloren zu haben.

Die ZDI stellt leichte Waffen (insbesondere eine Kopie des israelischen Maschinengewehrs vom Typ UZI und eines tschechischen Maschinengewehrs vom Typ CZ25) und vor allem Munition für diese Waffen (9mm und 20mm) und für Granatwerfer (60, 81 und 120 mm), Antipersonen- und Antipanzergranaten. Zu den offiziellen Kunden Simbabwes gehörten Südafrika, Malawi, Botswana, Tansania und Sambia.

Uganda

Ebenfalls in Ostafrika verfügt auch Uganda über eine kleine Rüstungsindustrie. In diesem Land, gibt es mindestens drei Unternehmen, die Waffen herstellen. Die größte, die Nakasongola Arms Factory, hat chinesische Besitzer (und ist eine so genannter Joint-venture-Betrieb, an dem die Regierung in Peking sowie Fachkräfte und Unternehmer aus China, Nordkorea und Südafrika beteiligt sind). Die Fabrik befindet sich im Verwaltungsbezirk Gulu (wo seit Jahren die Rebellen der Lord's Resistance Army ihr Unwesen treiben) und stellt leichte Waffen und Minen her, die dann an die burundischen Streitkräfte und an die angolanischen Rebellen der UNITA verkauft werden. Eine weitere Waffenfabrik namens Saracen, die die ugandische Armee beliefert, ist Besitz der Strategic Resources Corporation, hinter der sich die berühmte Executive Outcomes (EO) verbirgt, die es offiziell seit 1999 nicht mehr gibt, von der man aber vermutet, dass sie unter anderem Namen agiert. Ein weiterer Rüstungsbetrieb, die Ottoman Engineering Ltd. ist auf die Herstellung leichter Waffen spezialisiert. Zu den Kunden der ugandischen Rüstungsindustrie gehört die Demokratische Republik Kongo.

Kenia

In Kenia, stellt die Kenya Ordnance Factories Corporation Munition für Pistolen und Kampfgewehre (20.000-60.000 Teile pro Tag) her. Die Fabrik wurde mit Zustimmung der belgischen FN gebaut und im Jahr 2000 eröffnet. Nach Angaben der kenianischen Regierung werden Waffen nur für die eignen Streitkräfte hergestellt, weshalb keine Exportlizenzen vergeben werden sollen.

Nigeria

Der einzige Kriegswaffenhersteller in Westafrika ist Nigeria. Die Defence Industries Corporation of Nigeria (DICON) wurde 1964 mit einem entsprechenden Gesetz namens Defence Industries Corporation of Nigeria Act gegründet. Diese Rüstungsindustrie spielte im Sezessionskrieg um Biafra (1968-70) eine wichtige Rolle. Das Unternehmen, das von einem ausländischen Management verwaltet wurde, meldet 1972 Konkurs an, wonach der deutsche Generaldirektor des Landes verwiesen wurde. Danach machte das Unternehmen in den darauf folgenden Jahren mehrere Höhen und Tiefen durch. Ende der 90er Jahre beschloss die neue Regierung, erneut in die Rüstungsindustrie zu investieren. Deshalb bekam die DICON einen neuen Vorstand und es wurden Verhandlungen mit Russland im Zusammenhang mit dem Technologietransfer eingeleitet.

Das nigerianische Unternehmen beschäftigt derzeit 700 Menschen in Kaduna, wo leichte Waffen und Munition hergestellt werden, während in einer weiteren Fabrik in Bauchi leichte Panzerfahrzeuge gebaut werden, Offiziell sind die hergestellten Waffen ausschließlich für die nigerianische Armee und Polizei bestimmt.

Hergestellt werden unter anderem:

Ägypten

Der größte Waffenhersteller in Nordafrika ist
Ägypten. Das nordafrikanische Land exportiert auch Waffen in die afrikanischen Länder südlich der Sahara. 1992 wurde zwei Jahre vor dem Völkermord des Jahres 1994 ein Verkaufsvertrag für ägyptische Waffen an die ruandische Regierung unterzeichnet. Der Vertrag, dessen Bezahlung von einer französischen Bank garantiert wurde, umfasste Granatwerfer von 60 bis 82 mm; 16.000 Granaten; Raketenwerfer; Plastiksprengstoff, Anti-Personen-Minen und 3 Millionen Teile Munition für Kleinkaliberwaffen. (1)

Zu den Herstellern leichter Waffen in Ägypten gehören:

Fußnoten

(1) Stephen D. Goose and Frank Smyth; "Arming Genocide in Rwanda" in Foreign Affairs, September/Oktober 1994, zugänglich unter folgender Adresse im Internet:
http://www.franksmyth.com/clients/FrankSmyth/frankS.nsf/0/6c451d09f1540d7585256b7b00790668?OpenDocument. Wie aus der Studie hervorgeht hat Ruanda zur selben Zeit von Südafrika Waffen im Wert von 5,9 Millionen Dollar gekauft. Die Lieferung umfasste R4-Gewehre (eine südafrikanische Kopie des israelischen Galil), Maschinengewehre vom Typ Browning da 12,7 mm, 100 60 mm-Granaten, 70 Granatenwerfer 40 mm mit 10.000 Schüssen, 20mila Gewehrbomben, 10.000 Handbomben, 1,5 Mio. Teile Gewehrmunition für R4-Gewehre und über 1 Mio. Teile Munition für Maschinengewehre vom Typ Browning.



     
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