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Römische Provinz



Die römischen Provinzen waren Verwaltungseinheiten des Römischen Reiches.

Table of contents
1 Geschichtliche Entwicklung
2 Prinzipien römischer Provinzialverwaltung
3 Hauptproblem römischer Provinzialverwaltung
4 Römische Provinzen bis zur Verwaltungsreform des Diokletian
5 Provinzen Ende des 4. Jahrhunderts
6 Weblinks

Geschichtliche Entwicklung

Ursprünglich beschrieb der Begriff Provinz - von lateinisch provincia ("Aufgabe, Verpflichtung") - einen Aufgabenbereich in der Staatsverwaltung der Stadt Rom. Mit dem Erwerb zusätzlicher Gebiete wurden diese zu eigenen "Aufgaben der Staatsverwaltung", also Provinzen. Verwalter der Provinzen waren in der Zeit der römischen Republik in der Regel ehemalige Consules oder Praetores (Proprätor oder Prokonsul), in der Kaiserzeit auch Legati Augusti pro praetore ("Gesandte des Kaisers anstelle eines Praetors").

Die erste Provinz war 248 v. Chr. Sicilia, die während des zweiten Punischen Krieges erobert worden war.

In der Kaiserzeit wurde die Provinzeinteilung des Reiches mehrfach geändert und reformiert. Unter Kaiser Diokletian wurden als übergeordnete Gliederungsebene 12 (später 14) Diözesen eingeführt, unter Konstantin I zusätzlich die Präfektur. Die hierarchische Reihenfolge dabei war Präfektur - Diözese - Provinz. Die zur Zeit Diokletians und seiner Nachfolger neu abgegrenzten Provinzen waren in der Regel kleiner als die älteren Verwaltungseinheiten.

Prinzipien römischer Provinzialverwaltung

Zu den grundlegenden Prinzipien römischer Provinzialverwaltung gehörte es, die bestehenden Verwaltungs- und Rechtsinstitutionen in dem jeweiligen Gebiet/Land so weit als möglich zu erhalten (wenn solche überhaupt vorhanden waren, was in den barbarischen Provinzen meist nicht der Fall war).

Die römische Verwaltung behielt sich vor:

Für die Bevölkerung der Provinzen - sofern sie nicht zur Oberschicht gehörte, die ihre Privilegien verlor - war dies in der Regel eine Verbesserung der Lage, war sie doch nicht mehr der Willkür lokaler Despoten ausgesetzt. Allein die Tatsache, dass lokale Instanzen keine Todesstrafe verhängen konnten - jeder Bürger konnte bis zum Proprätor (in der Kaiserzeit bis zum Kaiser appellieren) - führte für viele Provinziale zu einer vor der römischen Herrschaft nie gekannten Rechtssicherheit.
Auf die Tatsache, dass es der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit unter römischer Herrschaft besser ging als vorher, ist zurückzuführen, dass in den fast 700 Jahren römischer Provinzialverwaltung Aufstände gegen Rom die extreme Ausnahme blieben.
Völlig anders sahen das natürlich die provinzialen Oberschichten, die Macht und Einfluss verloren hatten, sofern sie sich nicht mit Rom arangierten.

Hauptproblem römischer Provinzialverwaltung

Hauptproblem römischer Provinzialverwaltung war die Ausbeutung der Provinzen durch den Proprätor bzw. Prokonsul in der Zeit der Republik.
Da römische Regierungsbeamte kein Gehalt bezogen, den sehr teuren Wahlkampf und die Amtsführung aus eigener Tasche bezahlen mussten, waren sie häufig nach Ablauf ihrer Regierungszeit völlig pleite. Kamen sie dann als Verwalter in eine Provinz, versuchten sie sich dort zu sanieren. Die Römer sagten dazu: "Arm kam er in die reiche Provinz, reich verließ er die arme."
Die Provinz konnte dagegen zwar in Rom klagen, wenn sie aber keinen so guten Prozess-Anwalt wie
Cicero verpflichten konnte, waren ihre Chancen häufig gering.

In der Kaiserzeit verbesserte sich die Lage der Provinzen grundsätzlich, da der Kaiser schon aus ureigenstem Interesse ein genaues Auge auf seine Verwalter hatte.

Römische Provinzen bis zur Verwaltungsreform des Diokletian

Provinzen Ende des 4. Jahrhunderts

Präfektur Gallia

Diözese Britannia

  1. Maxima Caesariensis
  2. Valentia
  3. Britannia I
  4. Britannia II
  5. Flavia Caesariensis

Diözese Gallien

  1. Viennensis
  2. Lugdunensis I
  3. Lugdenensis II
  4. Lugdunensis III
  5. Lugdunensis IV
  6. Germania I
  7. Germania II
  8. Belgica I
  9. Belgica II
  10. Alpes Penniae et Graiae
  11. Maxima Sequanorum

Diözese Vienne

  1. Viennensis
  2. Alpes Maritimae
  3. Aquitanica I
  4. Aquitanica II
  5. Novempopulana
  6. Narbonnensis I
  7. Narbonnensis II

Diözese Hispania

  1. Baetica
  2. Lusitania
  3. Gallaecia
  4. Tarraconensis
  5. Carthaginiensis
  6. Mauretania Tingitana
  7. Baleares

Präfektur Italia

Diözese Italia

  1. Venetia and Istria
  2. Aemilia
  3. Liguria
  4. Flaminia et Picenum Annonarium
  5. Alpes Cottiae
  6. Raetia I
  7. Raetia II

Diözese Roma

  1. Campania
  2. Tuscania et Umbria
  3. Picenum Suburbicarium
  4. Sicilia
  5. Apulia et Calabria
  6. Bruttia et Lucania
  7. Samnium
  8. Sardinia
  9. Corsica
  10. Valeria

Diözese Pannonia

  1. Pannonia I
  2. Pannonia II
  3. Savia
  4. Dalmatia
  5. Noricum mediterraneum
  6. Noricum ripense
  7. Valeria ripensis

Diözese Africa

  1. Africa
  2. Byzacium
  3. Numidia
  4. Tripolitania
  5. Mauretania Sitifensis
  6. Mauretania Caesariensis

Präfektur Illyricum

Diözese Dacia

  1. Dacia mediterranea
  2. Moesia I
  3. Praevalitana
  4. Dardania
  5. Dacia ripensis

Diözese Macedonia

  1. Macedonia
  2. Crete
  3. Thessaly
  4. Epirus vetus
  5. Epirus nova
  6. Macedonia Salutaris
  7. Achaea

Präfektur Oriens

Diözese Thracia

  1. Europe
  2. Thracia
  3. Haemimontium
  4. Rhodope
  5. Moesia II
  6. Scythia

Diözese Asia

  1. Pamphylia
  2. Caria
  3. Lydia
  4. Lycia
  5. Lycaonia
  6. Pisidia
  7. Phrygia Pacatiana
  8. Phrygia Salutaria
  9. Asia

Diözese Pontus

  1. Bithynia
  2. Galatia
  3. Paphlagonia
  4. Honorias
  5. Galatia Salutaris
  6. Cappadocia I
  7. Cappadocia II
  8. Helenopontus
  9. Pontus Polemoniacus
  10. Armenia I
  11. Armenia II

Diözese Oriens

  1. Palestine I
  2. Palestine II
  3. Palestine Salutaris
  4. Cilicia I
  5. Cilicia II
  6. Syria
  7. Syria Salutaris
  8. Cyprus
  9. Phoenicia
  10. Phoenicia Libani
  11. Eufratensis
  12. Osrhoene
  13. Mesopotamia
  14. Isauria
  15. Arabia

Diözese Aegyptus

  1. Libya Superior
  2. Libya Inferior
  3. Thebais
  4. Aegyptus
  5. Arcadia
  6. Augustamnica

Weblinks

http://www.livius.org/gi-gr/governor/provinces.html

Literatur




     
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