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Römisch-Katholische Kirche



Die Römisch-katholische Kirche (auch nur Katholische Kirche genannt) ist die zahlenmäßig größte Konfession innerhalb des Christentums und damit auch die zahlenmäßig größte Katholische Kirche.

Table of contents
1 Struktur
2 Glaubensinhalte
3 Morallehre
4 Ökumene
5 Bedeutende Persönlichkeiten
6 Siehe auch
7 Weblinks

Struktur

Als unverzichtbares Strukturelement wird das Petrusamt angesehen, das gemäß römisch-katholischer Lehre von Petrus (Matthäus 16,18) auf alle seine Nachfolger im römischen Bischofsamt übergeht. Anders als westliche säkulare Staatsformen, bei denen demokratische Strukturen selbstverständlich geworden sind, ist die römisch-katholische Kirche darum hierarchisch strukturiert.

An der Spitze der römisch-katholischen Kirche steht der Papst. Er ist höchste Autorität in Fragen der Lehre und der Kirchenordnung (s. Päpstliche Unfehlbarkeit).

Unter dem Papst kommen in hierarchischer Reihenfolge die Kardinäle, Bischöfe (Die Katholische Kirche ist regional organisiert, siehe Bistum), Priester, Diakone und schließlich die nicht geweihten Gläubigen (Laien). Die Bischöfe sind Leiter der Ortskirchen, ihre Mitarbeiter sind die Priester und für den nicht priesterlichen Dienst die Diakone. Die Gläubigen selbst sind lokal zu Pfarreien (regional auch Pfarren) zusammengeschlossen, denen ein Pfarrer vorsteht. Für die geweihten Ämter (Ausnahme ständige Diakone) ist der Zölibat vorgeschrieben.

Daneben gibt es zahlreiche Gemeinschaftsformen, von losen Bewegungen über Säkularinstitute bis hin zu einer großen Zahl von Ordensgemeinschaften. In Deutschland sind viele katholische Jugendverbände im Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) organisiert. Die Zahl vom BDKJ unabhängiger Jugendbewegungen, die vor allem in neuen geistlichen Gemeinschaften beheimatet sind, wächst. Zur katholischen Kirche gehören einige regionale und überregionale Hilfswerke, die sich der Linderung von Armutsfolgen widmen. Im deutschen Raum bekannt ist z.B. die Caritas. Die katholische Kirche gilt mit rund 100.000 Beschäftigten in Deutschland als der größte Arbeitgeber. Eine deutsche Eigenheit ist die Tatsache, dass der Staat für die Kirche die Kirchensteuer erhebt, mit der die Kirche u.a. ihre sozialen Einrichtungen erhält.

Alle Stände und Gemeinschaften der Kirche bilden gemeinsam das Gottesvolk. Jeder Katholik hat durch Taufe und Firmung Anteil an der Sendung der Kirche in die Welt (Laienapostolat, vgl. Zweites Vatikanisches Konzil).

Wie die Kirche selbst, so hat auch der Gottesdienst eine bestimmte Struktur, so dass es dem römisch-katholischen Christen möglich ist, an jedem Gottesdienst auch im Ausland teilzunehmen. Auch das römisch-katholische Kirchenjahr bietet immer wiederkehrende Feste und Gedenktage.

Glaubensinhalte

Morallehre

Die Morallehre der römisch-katholischen Kirche ist seit den Anfängen geprägt von dem doppelten Bestreben, an den Forderungen der Bergpredigt festzuhalten und zugleich den Bedingungen der fortbestehenden irdischen Realität durch Kompromisse Rechnung zu tragen. In früheren Jahrhunderten war regelmäßig der Vorwurf zu großer Laxheit Grund für Kritik und Abspaltungen (Montanismus, Novatianismus, Donatismus, Katharer, Waldenser). Heute entzündet sich der Widerspruch meist an vermeintlich zu hohen Idealen, gepaart mit dem Vorwurf der Heuchelei und Doppelmoral.

Der Bergpredigt folgend sind die zentralen katholischen Wertsetzungen Liebe, Wahrheit, Gewaltlosigkeit, Besitzverzicht, Treue, Keuschheit. Die Umsetzung in kirchliches und, wo möglich, staatliches Recht geschieht in immer neuen Anläufen und unter innerkirchlichen und gesellschaftlichen Konflikten.

Lange waren Themen wie Eid, Wehrpflicht oder Kapitalismus umstritten (hier ist die römisch-katholische Morallehre traditionell eher kompromissbereit). Seit etwa 1968 (Enzyklika Humanae vitae, zeitgleich mit den soziokulturellen Umwälzungen) steht fast ausschließlich die Ehe- und Sexualmoral im Mittelpunkt der Beachtung und Auseinandersetzung. Das kirchliche Lehramt hat sich immer wieder eindeutig im Sinn der Zusammengehörigkeit von Sexualität, lebenslanger Treue und Fortpflanzung und damit gegen Ehescheidung, "künstliche" Empfängnisverhütung und die Gleichwertigkeit der Homosexualität ausgesprochen. Kompromisslos wird heute auch der Lebensschutz vertreten und Abtreibung, Euthanasie, Klonen, Todesstrafe und Krieg abgelehnt.

Die römisch-katholische Moraltheologie geht davon aus, dass die Werte des Evangeliums dem Naturrecht nicht widersprechen, sondern sein letzter und höchster Ausdruck sind. Darin erkennt sie die Basis für einen Dialog über ethische Fragen mit allen "Menschen guten Willens".

Siehe auch: Evangelische Räte

Ökumene

Die Verständigung und der Austausch mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften wird gesucht und gepflegt, insbesondere mit der Evangelischen Kirche und den Östlich-Orthodoxen Kirchen sowie der Anglikanischen Kirche. Mit diesen Kirchen finden Absprachen und Kooperationen im Rahmen der christlichen Ökumene statt. Auch setzt man auf die friedliche Auseinandersetzung mit anderen Religionen, wie weltweite religiöse Treffen zeigen, die auf Initiativen des Vatikan zurückgehen.

Die römisch-katholische Kirche ist jedoch aufgrund ihres Kirchenverständnisses nicht Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen. Aufgrund ihres Kirchen- und Eucharistie- und Amtsverständnisses ist die römisch-katholische Kirche gegen Interzelebration. Nach dem Ökumenischer Kirchentag 2003 gab es Sanktionen von Seiten der Römisch-Katholischen Kirche gegen einen Priester der an einem ökumenischen Abendmahl teilgenommen hatte, der jedoch nicht Teil des offiziellen Kirchentags war. Dies erklärt sich aus dem Verständnis der Heiligen Eucharistie (auch Heilige Kommunion genannt). Nach Ansicht der römisch-katholischen Kirche ist in priesterlich geweihtem Wein und Brot Jesus Christus real präsent (Realpräsenz). Diese Auffassung vertreten auch die übrigen katholischen Kirchen sowie die Lutheraner. Allerdings unterscheidet sich die Auffassung der Lutheraner dahingehend, dass angenommen wird, die Realpräsenz sei nur für die Dauer des Abendmahls vorhanden. Alle anderen evangelischen Kirchen lehnen die Realpräsenz ab und sehen im Abendmahl einen symbolischen Erinnerungsakt. Aus diesem Grunde verpflichtet die römisch-katholische Kirche ihre Mitglieder dazu, nur an den Eucharistiefeiern der eigenen Kirche teilzunehmen und verbietet die Teilnahme von Nicht-Katholiken. Nur in genau beschriebenen Notfällen darf ein Priester das Sakrament Mitgliedern anderer Denominationen spenden (Lebensgefahr). Teile der Mitglieder der römisch-katholischen Kirche lehnen diese strenge Auffassung ab. 2004 hat der amtierende Papst in einer Enzyklika Eucharistica jedoch noch einmal die Bedeutung des Sakraments unterstrichen und dazu aufgerufen, jedem Mißbrauch vorzubeugen.

Bedeutende Persönlichkeiten

Thomas von Aquin
Jeanne d'Arc
Hildegard von Bingen
Simon Bougis
Augustinus von Hippo
Franz von Assisi
Ignatius von Loyola
Heinrich Institoris
Johannes XXIII
Adolph Kolping
Franz König
Hans Küng
Chiara Lubich
Andrea Riccardi
Christoph Schönborn
Katharina von Siena
Bernadette Soubirous
Jakob Sprenger
Mutter Teresa
Tomás de Torquemada
Miloslav Vlk
Karl von Vogelsang
Antonius von Padua Pater Pio (Italien) Schwester Faustyna (Polen)

Siehe auch

Kirchenkritik
Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche
Papst
Papstwahl
Vatikanstadt
Kirchenjahr
Katholische Kirche
Katholizismus
Volksfrömmigkeit
Religion während des Nationalsozialismus

Weblinks




     
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