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Pyramide (Bauwerk)



Die Pyramide ist eine Bauform, meist mit quadratischer Grundfläche, die aus unterschiedlichen alten Kulturen bekannt ist, wie Ägypten, Lateinamerika, China und den Kanaren (siehe Pyramiden von Güímar). Pyramiden wurden vorwiegend für Gebäude mit religiösem (Totenkult) und/oder zeremoniellem Charakter verwandt.

Ägypten

Die Grabstätten vieler ägyptischer Regenten (Pharaonen) des alten Reiches (ca. 2680 bis 2180 ???? v.Chr.) und Teile ihres Hofstaates sind Pyramiden. Diese Pharaonen werden deshalb auch als Pyramidenbauer bezeichnet.

Die Entwicklung der ägyptischen Pyramiden begann mit so genannten Mastabas, zunächst einstufigen, also flachen, quadratischen Bauten aus Lehmziegeln. Auf diese wurden dann später weitere Stufen aus Lehmziegeln aufgesetzt, so dass Stufenpyramiden entstanden. Die Bauweise der Pyramiden war sehr unterschiedlich. Erst in der letzten Generation von Pyramiden entstand die bekannteste Bauform, bei der die gesamte Pyramide aus Steinquadern und einer Steinverkleidung bestand. Die Komplexität des Pyramidenbaus, ihre künstlerische Ausgestaltung und ihre Steilheit nehmen zu und die Grabkammern werden unzugänglicher und komplexer.

Unter Böschung und Winkel wird von Frank Dörnenburg dargelegt, wie die Ägypter (ohne Kenntnis der neuzeitlichen Winkelmessung) durch einfache rechtwinklige Steigungsdreiecke mit je zwei Katheten von ganzzahliger Länge die Pyramiden realisierten. Dabei wird als Grundlage für die Senkrechte immer die agyptische Elle zu 28 Fingern verwendet, während die Länge der Waagrechten eine variable Anzahl von Fingern aufweist. Alte Pyramiden hatten dabei ein flacheres Höhen-zu-Breiten-Verhältnis, z.B. die Djoser-Stufenmastaba 28:25. Das später häufig benutzte so genannte Cheops-Mass betrug bereits 28:22. Zahlreiche noch jüngere Pyramiden wurden bis zur vermutlich bautechnisch bedingten Steilheitsgrenze von 28:20 realisiert.

Die bekanntesten und größeren ägyptischen Pyramiden sind die Pyramiden von Gizeh, zu denen die Pyramiden von Cheops, (Cheops-Pyramide), Chephren und Mykerinos gehören.

Die Form der Pyramide als Bestattungsstätte wurde später (ab ca. 800 v.Chr) auch in Nubien übernommen. Hier sind insbesondere die Königsgräber von Meroë hervorzuheben.

Alle Texte zur Bauweise der Pyramiden beruhen auf Überlieferungen, Studien, Versuchen und Schätzungen, die alle auf eine verschiedene Art und Weise die angeblichen Bautechniken der Ägypter darlegen.

Bauweise der ägyptischen Pyramiden

Die Bauweise der Pyramiden war sehr unterschiedlich. Die Stufenpyramide ist die älteste Form solcher Monumentalbauwerke (siehe auch Grabmal des Pharao Djoser). Der Architekt Imhotep schuf einen Bau, der sich von allen bisherigen Grabmälern durch seine Größe und Form abhob um die Einzigartigkeit des Pharao zu demonstrieren. Auf der Form einer Mastaba aufbauend, wurden die Stufen kleiner, so dass eine einheitliche Pyramidenform entstand. Damit war der Gedanke der Pyramide geboren. Diese Bauweise wurde Jahrhunderte lang beibehalten und zu Spitze hin verjüngten sie sie sich in den Himmel weisend.

Eine Pyramide steht auf einer genau ausnivellierten Fläche, deren horizontale Abweichung nicht größer als ein paar Zentimeter ist. Dazu wurde das Land zuerst planiert, hierauf wurden Gräben ausgehoben, die nach ihrer Fertigstellung mit Wasser ausgefüllt wurden. Das Wasser ermöglichte die Ausnivellierung der Basisfläche. Um das Bauwerk gegen Verschiebungen zu sichern, wurden die Ecksteine vertieft und die Fundamentsteine um zwei bis drei Grad nach innen geneigt. Die Eckpunkte der Pyramiden wurden sehr genau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, wozu sich die alten Ägypter der Sternbeobachtung bedienten. Wahrscheinlich wurde der Auf- und Untergang eines bestimmten Gestirns auf einer die Pyramide kreisförmig umgebenden Mauer beobachtet. Der Hauptgang zur Grabkammer führte im gleichen Winkel wie der zu nivellierende Stern in die Pyramide.

An dem Bau einer Pyramide waren bis zu mehreren tausend Arbeitern beschäftigt. So halfen beim Bau der Cheops-Pyramide vor Gizeh laut Überlieferung 70.000-100.000 Arbeiter, was allerdings nach heutigen Nachforschungen logistisch unmöglich erscheint. Es ist dagegen ziemlich sicher, dass in den Steinbrüchen und an der Pyramide "nur" rund 8.000 Arbeiter beschäftigt waren. Die Arbeiter waren größtenteils freie Bürger, die jedoch zum Bau der Pyramide zwangsverpflichtet wurden. Die Steine für den Pyramidenkomplex von Gizeh wurden aus dem nahe gelegenen Makkatam-Gebirge geholt. Allein für die Cheops-Pyramide wurden 2,3 Millionen Steine zu je 2,5 T verbaut. Für den Pyramidenbau wurden verschiedenste Steinsorten verwendet, z.B. Kalkstein, Granit und Sandstein. Wie die Steine an der wachsenden Pyramide emporgezogen wurden ist noch nicht ganz geklärt, es wird aber mit ziemlicher Sicherheit vermutet, dass die großen Steinblöcke auf einer sich spiralförmig um die Pyramide ziehenden Rampe hinaufgezogen wurden. Diese Rampe wurde entweder mit Sand aufgeschüttet oder mit Steinblöcken gebaut.

Die Pyramiden des Mittleren und Neuen Reichs wurden nach ihrer Fertigstellung außen mit Kalkstein verkleidet, diese Verkleidung ist jedoch heutzutage bis auf wenige Ausnahmen zerstört.

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