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Purpur



Purpur nennt man den aus der im Mittelmeer lebenden Purpurschnecke (Murex trunculus) gewonnenen leuchtstarken Farbstoff, welcher dem Indigo chemisch eng verwandt ist und zwischen altrosa, violett und rot liegt.

Er wird aus einer schwach gelben Flüssigkeit hergestellt, die sich in der Hypobronchialdrüse des Tieres findet. Die Stoffmenge pro Tier ist dabei so gering, dass zur Herstellung von einem reinen Gramm Purpur ungefähr 8000 Schnecken erforderlich sind. Die Drüsen der Tiere wurden herausgeschnitten und anschließend für einige Tage in Salz gelagert, danach wurden sie solange in Urin gekocht, bis nur noch ein Sechzehntel der Masse verblieb. Der zu färbende Stoff konnte dann darin getaucht werden. Nach der Entnahme musste der Stoff während des Trocknens dem Licht ausgesetzt werden, damit die schwachgelbliche Ursprungsfarbe mittels einer Enzymreaktion in den gewünschten Rotton umschlug.

Die Entdeckung der Methoden zur Purpurherstellung, die Purpurküpe, geht auf die Phönizier zurück. Im alten Rom war der Farbstoff dem Kaiser vorbehalten, der seine ganze Toga damit gefärbt hatte, und den Senatoren, die einen purpurnen Streifen an ihrer Kleidung tragen durften.

Die Farbe war auch Statussymbol für die deutschen Kaiser und ab 1468 war sie die offizielle Farbe der katholischen Kardinäle. Bemerkenswerterweise wurden die Gewänder allerdings meist mit Cochenille als Ersatz für den originalen Purpur gefärbt.

Heutzutage ist der teure Originalfarbstoff nur noch sehr selten im Einsatz, meist für religiöse Zwecke, z.B. zur Färbung von Gewändern für das jüdische Oberrabbinat, oder bei der Restauration von ursprünglich mit Purpur gefärbten Stoffen. Bis heute ist der Farbstoff noch immer der teuerste: Die Firma Kremer Pigmente bietet ihn an zu einem Preis von 2050 Euro pro Gramm.

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