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Pressegeschichte



Die Presse ist das älteste der Massenmedien.

Wurzeln und Ursprünge (12.-15. Jhd.)

Ursprung der Presse ist die gesprochene oder gesungene Kommunikation von fahrenden Spielleuten, wie z.B. Walther von der Vogelweide.

Seit ca 1380 berichten Kaufmannsbriefe neben privaten und geschäftlichen Nachrichten auch über Politik und Wissenschaft. Berühmtes Beispiel sind die Fuggerzeitungen.

Im 14. Jahrhundert entwickelt sich der Begriff der "Zeitung" im Kölner Raum aus dem "zidunge", das für "Nachricht", "Neuigkeit" stand.

1445 wird mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch den Mainzer Johannes Gensfleisch zur Lade - auch Johannes Gutenberg genannt - die Grundlage zur Massenverbreitung von Presseerzeignissen gelegt.

Erste Anfänge der perdiodischen Presse (16.-18. Jhd.)

1502 Die newe zeytung, eine erstmals gedruckte, unperiodisch erscheinende Nachrichtenzusammenstellung erscheint.

1597 wird die Rohrschacher Monatsschrift als erste periodisch erscheinende Zeitung in Rorschach, Bodensee, herausgegeben, als Nachfolger der Flugschriften bzw. Einblattdrucke, auf denen bislang Neuigkeiten angezeigt wurden.

1605 erscheint mit der Relation in Straßburg die erste Zeitung; damit gilt Deutschland als Ursprungsland der Zeitung. Weitere erscheinen in Basel (1610), Berlin (1617), London (1621) und Paris (1631).

1650 erscheint in Leipzig mit den "Einkommenden Zeitungen" zum ersten Mal eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche.

Im 17. Jahrhundert erscheinen über 200 meist kurzlebige Zeitungen einer Durchschnittsauflage von 300 Exemplaren, deren Ausbreitungsbereich sich durch Verlesen wesentlich erweitert.

Im 18. Jahrhundert gibt es ca. 300 Zeitungen, wobei der Hamburgische Unpartheyische Correspondent die höchste Auflage 30.000 Stück hat. Die Presse unterliegt landesfürstlicher Zensur.

1703 wird in Wien die Wiener Zeitung gegründet, die älteste noch bestehende deutschsprachige Zeitung, 1780 in der Schweiz die Neue Zürcher Zeitung. 1788 The Times in London.

Der Weg zur modernen Presse (ab 19. Jhd.)

1819 schreiben die Karlsbader Beschlüsse die Pressezensur fest.

1848 wird die Pressefreiheit durch die Paulskirchenn-Verfassung erstmals gesetzlich verankert. Es kommt zwar bald darauf zu einem Rückfall in vormärzliche Methoden (Kautionszwang, Stempelsteuer,...), aber die alte Pressekontrolle konnte nicht wiederhergestellt werden.

1874 wird die Pressefreiheit im Reichspressegesetz endgültig verankert.

Im 19. Jahrhundert entwickelt sich die Partei- -und Gesinnungspresse sowie eine Massenpresse.

Ende des 19. Jahrhunderts entstehen die großen Pressekonzerne: Mosse, Ullstein-Verlag und Scherl.

Während des Zweiten Weltkrieg es wird die Pressefreiheit aufgehoben und durch eine strenge Militärzensur ersetzt.

1916 Alfred Hugenberg gründet den ersten Zeitungskonzern, und schafft durch den Kauf des Scherl-Verlags und der Ufa 1927 den ersten Medienkonzern.

Die Weimarer Republik gewährleistete in ihrer Reichsverfassung 1919 zwar die Meinungsfreiheit als Individualrecht, enthielt aber nicht zur Pressefreiheit.

Die Republikschutzgesetze von 1922 und 1930 sowie die Notverordnungen von 1931 und 1932 führen zu zahlreichen Zeitungsverboten.

1932 gibt es in Deutschland 4702 Zeitungen, Auflage insgesamt 25 Millionen.

Presse im Nationalsozialismus

1933 die Gleichschaltung der Presse während der Zeit des Nationalsozialismus beginnt. Die Zahl der Tageszeitungen sinkt bis 1937 auf rund 2500 und bis Oktober 1944 auf 977. In den letzten Kriegswochen kommt es zu weiteren Zeitungsschließungen.

Im März 1933 wird das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Reichspropagandaministerium) unter Leitung Joseph Goebbels geschaffen, das unter anderem für die Lenkung und Überwachung der Presse zuständig ist.

Ab Jahresanfang 1934 wurde durch das Schriftleitergesetz der Beruf des Journalisten beschränkt: nur wer die politischen und rassischen Voraussetzungen erfüllte, durfte publizieren.

Presse in der Bundesrepublik Deutschland

1945 schaffen die Siegermächste durch ihre Lizenzpolitik die Grundlage für das Pressewesen sowohl in der BRD als auch in der DDR. Fast alle traditionellen Tageszeitungen müssen auf Anweisung der Besatzungsbehörden schließen, einige wenige können lediglich für einige Tage wieder erscheinen. Stattdessen bekommt eine begrenzte Zahl von neuen Zeitungen die nun notwendige Lizenz zum Erscheinen. Die meisten Journalisten, die zwischen 1933 und 1945 bei den Medien gearbeitet haben, bekommen wegen ihrer Verquickung mit dem NS-Staat vorläufig ein Berufsverbot.

1946 wird der Axel-Springer-Verlag gegründet.

1947 erscheint das Nachrichtenmagazin Der Spiegel erstmalig.

Am 20. September 1949 wird die Generallizenz erteilt und nun kann jeder eine Zeitung gründen. Die meisten danach erscheinenden Presse wird von den sogennanten Altverlegern gegründet, also von jenen, die während des 3. Reiches eine Zeitung oder Zeitschrift herausgegeben hatten und deshalb automatisch von den Lizenzen ausgeschlossen waren. Kurz darauf erscheint Frankfurter Allgemeine Zeitung.

1952 Die Bild-Zeitung erscheint.

Die Zeit von 1949 bis 1954 wird von dem Verdrängungswettbewerb der Zeitungen aus der Lizenzphase mit der Presse der Altverleger gekennzeichnet. Meistens müssen letztere wieder aufgeben, da sich die Lizenzpresse meist bereits eine treue Leserschaft aufbauen konnte.

Ab 1954 tritt eine starke Pressekonzentration ein, die besonders die Zahl der kleineren Lokalzeitungen dezimierte und die Stellung der großen Verlage erheblich verbesserte. Die Zahl der Ein-Zeitungs-Kreise verdoppelte.

1956 wird der Deutsche Presserat gegründet.

1968, nach dem auf den Studentenführer Rudi Dutschke verübten Attentat erfolgen Studentenunruhen gegen Springer.

1974 wird der Entwurf eines Presserechts-Rahmengesetzes vorgelegt, das aber nie realisiert werden wird.

1976 ist der Prozess der Pressekonzentration weitgehend gestoppt, und bis zur Wiedervereinigung hat sich die größen- und zahlenmäßige Struktur der Presselandschaft nicht mehr tiefgreifend verändert.

1978 erscheint "Die tageszeitung" (taz).

Die Presse nach der Wiedervereinigung

1991 kümmert sich die Treuhandanstalt um den Verkauf der ostdeutschen Zeitungen und Zeitschriften, da sich diese während der DDR ausschließlich im Besitz von Parteien (meist SED) und Massenorganisationen befanden. Den Zuschlag bekommen fast ausschließlich westdeutsche Verlage, und da die ehemals führenden Tageszeitungen der DDR, die SED-Bezirkszeitungen, nicht aufgeteilt wurden, blieb deren monopolartige Stellung in Ostdeutschland erhalten.

1993 erscheint das Nachrichtenmagazin "Focus".

Literatur




     
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