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Portugiesische Sprache



Portugiesisch ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie und bildet mit dem Spanischen und Katalanischen die engere Einheit des Iberoromanischen. Zusammen mit dem Galicischenn in Nordwest-Spanien geht es auf eine gemeinsame Ursprungssprache zurück, das Galicisch-Portugiesische, das sich von der ausgehenden Antike bis ins frühe Mittelalter entwickelte. Nach der Herausbildung der Staatlichkeit Portugals entwickelten sich daraus die beiden heutigen Sprachen.

Es wird von ca. 190 Millionen Muttersprachlern gesprochen; einschließlich der Zweitsprachler beläuft sich die Zahl der Sprecher auf ca. 200 Millionen.

Portugiesisch (Português)
Gesprochen in: Andorra, Angola, Brasilien, Kapverden, Osttimor, Guinea-Bissau, Luxemburg, Macau, Mosambik, Namibia, Portugal, São Tomé und Príncipe, Indien, Südafrika, Spanien und 20 anderen Ländern
Gesprochen von: 199 Millionen - 207 Millionen
Platz: 6
Klassifizierung: Indoeuropäisch
 Italisch
  Romanisch
   Westromanisch
    Iberoromanisch
     Portugiesisch-Galicisch
      Portugiesisch
Offizieller Status
Amtssprache in: Portugal, Brasilien, Angola, Mosambik, Guinea-Bissau, Kapverden, São Tomé und Príncipe, Osttimor, Macau
Reguliert durch: Internationales Portugiesisches Sprachinstitut; CPLP
Sprachcodes
ISO 639-1: pt
ISO 639-2: (T): por
SIL: POR
Die portugiesische Sprache verbreitete sich weltweit im 15 und 16. Jahrhundert, als Portugal sein Kolonialreich aufbaute, das zum großen Teil bis ins Jahr 1975 überdauerte und sich von Brasilien in Amerika bis nach Macau in China erstreckte. Daraus ergab sich, dass Portugiesisch heute die Amtssprache von mehreren unabhängigen Staaten ist und darüberhinaus von vielen als Zweitsprache gelernt und gesprochen wird. Neben dem eigentlichen Portugiesischen gibt es etwa zwanzig Kreolsprachen auf überwiegend portugiesischer Basis. Durch die Auswanderung aus Portugal in den letzten Jahrzehnten ist Portugiesisch in mehren Staaten Westeuropas und in Nordamerika zu einer wichtigen Minderheitensprache geworden.

Table of contents
1 Geschichtliche Entwicklung
2 Verwandtschaft mit anderen Sprachen
3 Verbreitung
4 Dialekte
5 Aussprache
6 Grammatik
7 Wortschatz
8 Portugiesische Literatur
9 geschichtliche Entwicklung
10 Aussprache des brasilianischen Portugiesisch
11 Referenzen

Geschichtliche Entwicklung

Die portugiesische Sprache entwickelte sich im Westen der iberischen Halbinsel aus einer Form der gesprochenen lateinischen Sprache (Vulgärlatein), die von römischen Soldaten und Siedlern seit dem 3. Jahrhundert v. Chr auf die Halbinsel gebracht worden war. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches begann sich das Portugiesische unter Einfluss der vorrömischen Substrate und der späteren Superstrate anders als die übrigen romanischen Sprachen zu entwickeln. Ab dem 11. Jahrhundert sind schriftliche Dokumente überliefert, die auf Portugiesisch abgefasst wurden. Bis zum 15. Jahrhundert hat sich die portugiesische Sprache zu einer reifen Sprache mit einer reichen Literatur entwickelt.

Römische Kolonisierung

Im Jahre 218 v. Chr eroberten die Römer den Westen der iberischen Halbinsel mit dem heutigen Portugal und Galicien, woraus die spätere römische Provinz Lusitanien wurde. Mit den Siedlern und Legionären kam auch eine volkstümliche Version des Latein, das Vulgärlatein, von dem alle romanischen Sprachen abstammen. Obwohl das Gebiet des heutigen Portugal bereits vor der Ankunft der Römer bewohnt war, stammen 90 % des portugiesischen Wortschatzes vom Latein ab und es gibt nur sehr wenige Spuren der ursprünglichen Sprachen im modernen Portugiesisch.

Germanische Invasionen

Vom Jahre 409 n. Chr. an , als das weströmische Reich zusammenzubrechen begann, drangen Völker germanischen Ursprungs, von den Römern als Barbaren bezeichnet, auf die iberische Halbinsel vor. Diese Germanen, hauptsächlich Sueben und Westgoten, assimilierten sich langsam an die römische Sprache und Kultur. Da jedoch der Kontakt zu Rom gering war, entwickelte sich die lateinische Sprache unabhängig weiter, wobei sich die regionalen Unterschiede verstärkten. Die sprachliche Einheit auf der iberischen Halbinsel wurde somit langsam zerstört und es entwickelten sich voneinander unterscheidbare Dialekte, darunter die heute zu Standardsprachen weiterentwickelten Formen Portugiesisch, Galicisch, Spanisch und Katalanisch. Die Entwicklung der Portugiesischen und Galicischen Dialekte weg vom Spanischen wird unter anderem auf die Sueben zurückgeführt. Germanische Elemente kamen somit auf zwei Wegen in die portugiesische Sprache: indirekt als germanischee Entlehnungen, die als Bestandteil der gewöhnlichen lateinischen Umgangssprache der römischen Legionäre auf die Iberische Halbinsel gelangten, darüber hinaus direkt als Lehnwörter gotischer und suebischer Herkunft.

Maurische Invasionen

Ab 711 eroberten die Mauren die iberische Halbinsel und in den eroberten Gebieten wurde das Arabische zur Verwaltungssprache. Die Bevölkerung sprach jedoch weiterhin ihren romanischen Dialekt, weshalb der Einfluss der arabischen Sprache auf das Portugiesische nicht sehr stark war. Es entwickelte sich auch eine romanische Schriftsprache in arabischer Schrift, das so genannte Mozarabische. Nachdem die Mauren durch die Reconquista vertrieben worden waren, blieben viele in ihrem rechtlichen Status stark beschränkte Araber auf dem Gebiet des heutigen Portugals, sie waren später auch als freie Handwerker tätig und assimilierten sich an die portugiesische Kultur und Sprache. Aufgrund des Kontakts mit dem Arabischen lassen sich arabische Spuren hauptsächlich in der Lexik finden, wo das moderne Portugiesisch viele Wörter arabischen Ursprungs besitzt, die sich in anderen romanischen Sprachen nicht wiederfinden. Diese Einflüsse betreffen vor allem die Bereiche Ernährung und Landwirtschaft, in denen durch die Araber Neuerungen eingeführt wurden. Daneben ist der arabische Einfluss in geographischen Namen des südlichen Portugal, wie Algarve oder Fátima, ersichtlich.

Aufstieg der portugiesischen Sprache

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Die römische Provinz Lusitanien zerfiel in zwei Teile, Lusitanien im Süden und Galicien im Norden. Die portugiesische Sprache entwickelte sich im heutigen Nordportugal sowie in Galicien (heutiges Nordwest-Spanien). Diese Dialekte existierten für eine lange Zeit nur als gesprochene Sprache, als Schriftsprache benutzte man weiterhin Latein.

Die frühesten Belege einer geschriebenen Form der portugiesischen Sprache sind "Cancioneiros" aus der Zeit um 1100.

Galicisch und Portugiesisch sind Schwestersprachen, die auf eine gemeinsame Ausgangssprache, das Galicisch-Portugiesische zurückgehen, das sich zwischen 1200 und 1350 als Dichtersprache entwickelte. Nach der Unabhängigkeit Portugals von Kastilien, entwickelten sich daraus im 14. Jahrhundert zwei eigenständige Sprachen.

Die Grafschaft Portugal wurde im Jahr 1095 unabhängig, ab 1139 war Portugal Königreich unter König Alfons I. Portugiesisch wurde allmählich zur Schriftsprache. Im Jahre 1290 gründete König Dionysius (Diniz) die erste portugiesische Universität, das Estudo Geral in Lissabon. Er setzte fest, dass das Vulgärlatein, wie das Portugiesische damals noch genannt wurde, dem klassischen Latein vorgezogen werden solle. Ab 1296 benutzten die königlichen Kanzleien das Portugiesische, womit die Sprache nicht mehr nur in der Poesie, sondern auch in Gesetzen und notariellen Schriftstücken Verwendung fand.

Durch die Ausstrahlung der höfischen Kultur Südfrankreichs auf die galicische Dichtersprache im 12 und 13. Jahrhundert gelangten auch okzitanischee Lehnwörter in das Sprachgebiet Portugals. Im modernen Portugiesisch hat sich aber nur eine begrenzte Zahl dieser Wörter erhalten. Von größerer Bedeutung für die Ausprägung des Wortschatzes ist der französischee Spracheinfluss, der heute nicht nur lexikalisch, sondern auch phraseologisch nachweisbar ist.

Mit der Reconquista-Bewegung dehnte sich der Einflussbereich des Portugiesischen allmählich nach Süden hin aus. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts endete diese Ausdehnung an der Südgrenze des heutigen Portugals, wodurch der gesamte Westen der Iberischen Halbinsel zum galicisch-portugiesischen Sprachgebiet wurde. Im 14. Jahrhundert war Portugiesisch zu einer reifen Sprache geworden, die eine reiche literarische Tradition besaß, und die auch in anderen Gegenden der iberischen Halbinsel in der Dichtung verbreitet war, wie z.B. im Königreich León, Kastilien, Aragón und Katalonien. Später, als sich Kastilisch (was praktisch das moderne Spanisch ist) in Kastilien fest etablierte und Galicien unter den Einfluss der Kastilischen Sprache kam, wurde die südliche Variante des Galicisch-Portugiesischen zur Sprache von Portugal.

Zeit der portugiesischen Entdeckungen

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Zwischen dem 14 und 16. Jahrhundert, also während der Zeit der portugiesischen Entdeckungen, verbreitete sich die portugiesische Sprache in vielen Regionen von Asien, Afrika und Amerika. Im 16. Jahrhundert war es die lingua franca in Asien und Afrika, wo es nicht nur der Kolonialverwaltung, sondern auch dem Handel und der Kommunikation zwischen den lokalen Machthabern und den Europäern aller Nationalitäten diente. In Ceylon (heutiges Sri Lanka) sprachen einige Könige fließend Portugiesisch und Adelige nahmen häufig portugiesische Namen an. Die Ausbreitung der Sprache wurde auch durch die Ehen zwischen Portugiesen und Einheimischen gefördert (was im portugiesischen Kolonialreich eine gängigere Praxis als in anderen Kolonialreichen war). Da die Sprache in vielen Erdteilen mit den missionarischen Aktivitäten der Portugiesen gleichgesetzt wurde, nannte man das Portugiesische dort auch Cristão (Christlich). Obwohl später die Niederländer versuchten, in Ceylon und dem heutigen Indonesien das Portugiesische zurückzudrängen, blieb es dort lange eine populäre und verbreitete Sprache.

In Indien, Sri Lanka, Malaysia und Indonesien entwickelten sich portugiesische Kreolsprachen heraus, nachdem Portugal den Einfluss in diesen Ländern an andere europäische Mächte verloren hatte. In vielen Sprachen findet man Portugiesische Wörter in der modernen Lexik wieder, so zum Beispiel das Wort pan für 'Brot' im Japanischen (portugiesisch: pão), sepatu für 'Schuh' im Indonesischen (portugiesisch: sapato), keju für 'Käse' im Malaiischen (portugiesisch: queijo) oder auch meza für 'Tisch' in Swahili (portugiesisch: mesa).

Entwicklung seit der Renaissance

Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts fand eine große Anzahl von Lehnwörtern Eingang in die portugiesische Sprache, meist lateinischen oder griechischen Ursprunges. Italienische Worte aus den Bereichen Musik, Theater, Malerei sowie spanische Lehnworte, die aufgrund der Personalunion zwischen Portugal und Spanien von 1580 bis 1640 besonders zahlreich sind, machten die Sprache reicher und komplexer. Man unterscheidet aus diesem Grund zwei Entwicklungsphasen: das Altportugiesische (12 bis Mitte des 16. Jahrhunderts) und das Neuportugiesische, wobei als Ende des Altportugiesischen das Erscheinen des Cancioneiro Geral von Garcia de Resende im Jahre 1516 betrachtet wird.

Die Gegenden, wohin sich das Portugiesische vor der Entwicklung des Neuportugiesischen verbreitet hatte, machten diese Entwicklungen jedoch größtenteils nicht mit. In Brasilien und São Tomé und Príncipe, aber auch in einigen abgelegenen ländlichen Gebieten Portugals, werden deshalb Dialekte gesprochen, die dem Altportugiesischen ähnlich sind.

Verwandtschaft mit anderen Sprachen

Portugiesisch ist zwar in vielen Aspekten zur spanischen Sprache sehr ähnlich, in der Aussprache herrschen jedoch bedeutende Unterschiede. Mit etwas Übung ist es einem Portugiesen jedoch möglich, Spanisch zu verstehen und umgekehrt. Wenn man den folgenden Satz betrachtet:

Ela fecha sempre a janela antes de jantar. (Portugiesisch)

Ella cierra siempre la ventana antes de cenar. (Spanisch)

Fast alle Wörter der einen Sprache haben sehr ähnlich lautende Verwandte in der jeweils anderen Sprache, die jedoch unter Umständen sehr selten gebraucht werden.

Ela encerra sempre a janela antes de cear. (Portugiesisch mit wenig gebräuchlicher Wortwahl)

(Der Satz bedeutet 'Sie schließt immer das Fenster vor dem Abendessen.')

Es gibt Orte, wo Spanisch und Portugiesisch nebeneinander gesprochen werden. Muttersprachler des Portugiesischen können in der Regel Spanisch lesen und umgekehrt, auch wenn sie die gesprochene Sprache des jeweils anderen nicht verstehen. Andererseits sollten Besucher in Portugal oder Brasilien nicht unbedingt versuchen, mit den Einheimischen auf Spanisch zu kommunizieren (es sei denn, man ist spanischer Muttersprachler), da dies häufig nicht gern gesehen wird und in den Augen der Einheimischen auf Ignoranz schließen läßt. Beherrscht man Portugiesisch nicht, sollte man zuvor Englisch oder Französisch ausprobieren.

Portugiesisch hat auch offensichtliche Parallelen zu Katalanisch, Italienisch und allen anderen romanischen Sprachen, vor allem was die Grammatik und Syntax angeht.

Verbreitung

Portugiesisch ist alleinige Amtssprache in Angola, Brasilien, Portugal und São Tomé und Príncipe. Zusammen mit anderen Sprachen ist Portugiesisch Amtssprache in Osttimor (zusammen mit Tetum), Macau (zusammen mit Chinesisch). Auf den Kapverden, in Guinea-Bissau und Mosambik ist es zwar Amtssprache, jedoch nicht die wichtigste Sprache. Eine wichtige Sprache, aber keine Amtssprache, ist Portugiesisch in Andorra, Luxemburg und Namibia.

Amerika

In Südamerika erfreut sich Portugiesisch wachsender Bedeutung. Wegen des großen Einflusses Brasiliens wird Portugiesisch in den restlichen südamerikanischen Staaten unterrichtet, besonders in Argentinien und den anderen Mercosur (Mercosul)-Mitgliedsstaaten. Neben den etwa 185 Millionen Muttersprachlern in Brasilien gibt es im Grenzgebiet von Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay Menschen, für die Portugiesisch die Muttersprache ist, teilweise hat sich auch ein Hybrid-Dialekt namens portuñol (aus português und español) herausgebildet. Es gibt große portugiesischsprachige Kolonien in Antigua und Barbuda, Bermuda, Kanada, Guyana, Jamaika, den USA sowie Venezuela, wobei sich die Mehrzahl aus Einwanderern bzw. Gastarbeitern aus Brasilien oder Portugal zusammensetzt.

Europa

In Europa wird Portugiesisch vor allem von den 10,3 Millionen Einwohnern Portugals gesprochen. In Mitteleuropa hat sich die Sprache vor allem durch Einwanderung aus Portugal in den letzten Jahrzehnten verbreitet und wird von mehr als 10 % der Bevölkerung Luxemburgss und Andorras gesprochen. Daneben gibt es einen nennenswerten Anteil an portugiesischsprachiger Bevölkerung in Belgien, Frankreich, Deutschland, auf Jersey und in der Schweiz. In Spanien wird portugiesisch in Olivença und im Vale do Xalima gesprochen, wo es als A fala bezeichnet wird. Das mit Portugiesisch sehr eng verwandte Galicisch wird im nordwestspanischen Galicien gesprochen.

Galicisch und Portugiesisch haben die gleichen Wurzeln und waren bis zum Mittelalter eine einzige Sprache, die man heute als Galicisch-Portugiesisch bezeichnet. Diese Sprache wurde sogar in Spanien (Kastilien) im poetischen Schaffen verwendet. Auch heute werden von vielen Linguisten Galicisch und Portugiesisch als eine Einheit gesehen. Aus soziolinguistischen Gründen werden die beiden Sprachen jedoch häufig getrennt gesehen und in Galicien haben sich zwei Standards der Schriftsprache gebildet, wobei sich der eine, der von der Galicischen Autonomen Regierung gestützt wird, mehr am Spanischen (Kastilischen) anlehnt, während in gewissen politischen und universitären Kreisen ein Standard etabliert hat, der sehr nah am Portugiesischen liegt. Der einzige galicische Abgeordnete im Europäischen Parlament, Camilo Nogueira, spricht nach eigenen Angaben Portugiesisch.

Afrika

Portugiesisch ist eine wichtige Sprache im Afrika südlich der Sahara. Angola und Mosambik sind zusammen mit São Tomé und Príncipe, den Kapverden und Guinea-Bissau als PALOP (Paises Africanos de Língua Oficial Portuguesa) bekannt und organisiert; sie vertreten etwa 16 Millionen Sprecher des Portugiesischen (großzügige Schätzungen gehen dabei von 9 Millionen Muttersprachlern aus, der Rest ist zweisprachig). Paradoxerweise ist der Gebrauch der portugiesischen Sprache nach der Unabhängigkeit der früheren Kolonien von Portugal gewachsen. Die Regierungen der jungen Staaten sahen die portugiesische Sprache als Instrument zur Entwicklung des Landes und einer nationalen Einheit.

In Afrika ist Portugiesisch eine wichtige Minderheitensprache in der Demokratische Republik Kongo, Malawi, Namibia (dort machen Flüchtlinge aus Angola etwa 20% der Bevölkerung aus), Südafrika (mehr als eine Million Sprecher), Sambia and Simbabwe.

In anderen Teilen Afrikas gibt es portugiesische Kreolsprachen. Im Süden Senegals, in Casamance, gibt es eine Gemeinschaft, die sprachlich und kulturell mit Guinea-Bissau verwandt ist und wo Portugiesisch gelernt wird. Auf der Insel Annobón (Äquatorial-Guinea) gibt es eine weitere Kreolsprache, die mit jener von São Tomé und Príncipe eng verwandt ist.

In Angola wird Portugiesisch schnell zu einer Nationalsprache statt nur einer Verkehrssprache. Gemäß der offiziellen Volkszählung von 1983 war Portugiesisch die Muttersprache von 75% der Bevölkerung der Hauptstadt Luanda von etwa 2,5 Millionen. Landesweit benutzen etwa 60% der Bevölkerung von etwa 12,5 Millionen Portugiesisch als Umgangssprache. Viele junge Angolaner beherrschen nur Portugiesisch. Die Fernsehstationen aus Portugal und Brasilien, die man in Angola empfangen kann und die sehr populär sind, tragen dazu ihren Anteil bei. Die Sprachen, die in Angola vor der Kolonisierung gesprochen wurden, gibt es zwar nach wie vor, sie werden von der Bevölkerung aber wie Dialekte und nicht wie eigene Sprachen behandelt. Das angolanische Portugiesisch beeinflusste auch das heute in Portugal gesprochene Portugiesisch, da die retornados, also portugiesische Rückkehrer, nach der Unabhängigkeit Angolas Worte mitbrachten, die sich vor allem in der jungen Stadtbevölkerung verbreiteten. Dazu gehören (ja), bué (viele) oder bazar (weggehen).

Mosambik gehört zu den Ländern, in denen Portugiesisch Amtssprache ist, es wird aber größtenteils nur als Zweitsprache gesprochen. In den Städten ist es aber die am meisten verbreitete Sprache. Gemäß der Volkszählung von 1997 sprechen etwa 40% der Gesamtbevölkerung Portugiesisch, jedoch etwa 72% der Stadtbevölkerung. Andererseits bezeichnen nur 9% (bzw. 26% in den Städten) Portugiesisch als die wichtigste Sprache im Land. Die mosambikanischen Schriftsteller verwenden alle ein portugiesisch, das sich an die mosambikanische Kultur angepasst hat.

Auf den Kapverden und in Guinea-Bissau sind die wichtigsten Sprachen portugiesische Kreolsprachen, die als Crioulos bezeichnet werden, wohingegen der Gebrauch der portugiesischen Sprache als Umgangssprache im Abnehmen begriffen ist. Die meisten Kapverdier können aber auch Standard-Portugiesisch sprechen, das in formellen Situationen verwendet wird. Schulbildung und Fernsehen aus Portugal und Brasilien tragen andererseits zur Entkreolisierung bei. In Guinea-Bissau ist die Lage etwas anders, weil nur etwa 60% der Bevölkerung Kreolisch sprechen, und gar nur 14% davon beherrschen Standard-Portugiesisch.

In São Tomé und Príncipe spricht die Bevölkerung eine Art archaisches Portugiesisch, das viele Ähnlichkeiten mit brasilianischem Portugiesisch aufweist. Die Elite des Landes verwendet jedoch eher die europäische Version, ähnlich wie in den anderen PALOP-Ländern. Neben dem eigentlichen Portugiesisch gibt es noch drei Kreolsprachen. Kinder lernen in der Regel Portugiesisch als Muttersprache und eignen sich das Forro genannte Kreolisch erst später an. Der tägliche Gebrauch der portugiesischen Sprache auch als Umgangssprache ist im Wachsen begriffen und fast die gesamte Bevölkerung beherrscht diese Sprache.

Asien

Portugiesisch wird in Osttimor, in den indischen Staaten Goa und Daman und Diu sowie in Macau (Volksrepublik China) gesprochen. In Goa wird Portugiesisch als Sprache der Großeltern bezeichnet, weil es nicht mehr in der Schule unterrichtet wird, keinen offiziellen Status hat und deshalb von immer weniger Menschen gesprochen wird. In Macau wird Portugiesisch nur von der kleinen portugiesischen Bevölkerung gesprochen, die nach der Übergabe der früheren Kolonie an China dort geblieben ist und es gibt auch nur eine einzige Schule, wo auf Portugiesisch unterrichtet wird. Trotzdem bleibt Portugiesisch vorerst eine offizielle Sprache neben Chinesisch.

Es gibt in Asien mehrere portugiesische Kreolsprachen. In der malaiischen Stadt Malakka gibt es eine Kreolsprache namens Cristão oder Papiá Kristang, andere aktive Kreolsprachen findet man in Indien und Sri Lanka. In Japan gibt es etwa 250.000 Personen, die als dekasegui bezeichnet werden; das sind Brasilianer japanischer Abstammung, die wieder nach Japan zurückgekehrt sind, deren Muttersprache jedoch Portugiesisch ist.

In Osttimor ist die meistverbreitete Sprache Tetum, eine austronesische Sprache, die jedoch von der portugiesischen Sprache stark beeinflusst wurde. Die Wiedereinführung des Portugiesischen als Nationalsprache stieß bei der jüngeren Bevölkerung, die durch das indonesische Bildungssystem gegangen sind und Portugiesisch nicht beherrschen, auf Missfallen. Weniger als 20 % der Bevölkerung, überwiegend der älteren Generation, sprechen Portugiesisch, obwohl der Anteil steigt, da die Sprache der jüngeren Generation und interessierten Erwachsenen unterrichtet wird. Osttimor hat die anderen CPLP-Staaten um Hilfe bei der Einführung des Portugiesischen als Amtssprache gebeten. Osttimor versucht, mit Hilfe der portugiesischen Sprache Anschluss an die internationale Gemeinschaft zu finden und sich von Indonesien abzugrenzen. Xanana Gusmão, der Präsident von Osttimor, glaubt, dass innerhalb von 10 Jahren Portugiesisch in Osttimor weit verbreitet sein wird.

Offizieller Status

Die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder CPLP ist eine internationale Organisation von acht unabhängigen Staaten, deren Amtssprache Portugiesisch ist. Portugiesisch ist auch offizielle Sprache der Europäischen Union, des Mercosul, der Afrikanischen Union und einiger anderer Organisationen.

Portugiesisch ist Amtssprache in:

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Land Muttersprachler Gesamtverbreitung Bevölkerung Anmerkung
(inkl. Zweitsprachler) (Juli 2003)
Afrika
Angola 60% k.A. 10 766 471 lt. Volkszählung 1983
Kapverden k.A. 80% 412 137
Guinea-Bissau k.A. 14% 1 360 827
Mosambik 9% 40% 17 479 266 lt. Volkszählung 1997
São Tomé und Príncipe 50% 95% 175 883
keine Amtssprache:
Namibia 20% 20% 1 927 447
Südafrika 1% 1% 42 768 678
Asien
Osttimor k.A. 15% 997 853
Macau (China) 2% k.A. 469 903
nicht Amtssprache:
Daman (Indien) 10% 10% k.A.
Goa (Indien) 3-5% 5% ca. 1,2 Mio
Europa
Portugal 99% 100% 10 102 022
keine Amtssprache:
Andorra 11% 11% 69 150
Luxemburg 13% 13% 454 157
Südamerika
Brasilien 98-99% 100% 182 032 604

Dialekte

Die Muttersprachler des Portugiesischen bezeichnen ihre Dialekte nicht als Dialekte, sondern als Akzente (Port. sotaques) oder Aussprache (Port. pronúncia), unabhängig davon, ob es sich um den Dialekt eines anderen Landes handelt oder um den Dialekt einer anderen Region innerhalb des gleichen Landes. Der Terminus Dialekt hat im Portugiesischen eine abwertende Bedeutung und wird deshalb nicht verwendet.

Das Standardportugiesisch, auch Estremenho bezeichnet, hat sich in der Geschichte häufiger geändert als andere Variationen. Alle Formen der portugiesischen Sprache Portugals können nach wie vor im brasilianischen Portugiesisch (das in Anlehnung an die frühere Hauptstadt Brasiliens Rio de Janeiro auch Fluminense oder Carioca genannt wird) gefunden werden. Afrikanisches Portugiesisch, besonders die Aussprache von São Tomé und Príncipe (auch Santomense genannt) hat mit brasilianischem Portugiesisch viele Gemeinsamkeiten. Die Akzente von Südportugal haben ebenfalls ihre Eigenheiten bewahrt, wozu die besonders häufige Benutzung des Gerundiums zählt. Dagegen sind Alto-Minhoto and Transmontano in Nordportugal der Galicischen Sprache sehr ähnlich.

Das Standard-Portugiesisch aus Portugal ist in den früheren afrikanischen Kolonien die bevorzugte Aussprache. Deshalb kann man zwei Formen unterscheiden, nämlich die europäische und die brasilianische; wobei man gemeinhin vier große Standard-Ausprachen unterscheidet, nämlich jene von Coimbra, Lissabon, Rio de Janeiro und São Paulo, dies sind auch die einflussreichsten Auspracheformen.

Die wichtigsten Auspracheformen des Portugiesischen sind, jeweils mit Hörbeispiel als externem Link, die folgenden:

Portugal

Afrika Brasilien Sonstige Regionen Macaense (Hörbeispiel) – Macau, China

Worte, die in Portugal anders heißen als in Brasilien oder Angola, sind zum Beispiel:

'Ananas'

'weggehen' 'Bus' 'Elendsviertel' (1) Portugiesischer Ursprung (2) Brasilianischer Ursprung (3) Angolanischer Ursprung (Machimbombo hat wahrscheinlich mosambikanischen Ursprung)

Unterschiede in der Schriftsprache

Das Portugiesische hat zwei Varianten der Schriftsprachen (Port. Variedades), die häufig Padrões (Muster) bezeichnet werden. Diese sind:

Die Unterschiede zwischen diesen Varianten betreffen das Vokabular, die Aussprache und die Syntax, besonders in der Umgangssprache, wohingegen in der Sprache der gehobenen Schichten diese Unterschiede geringer ausfallen. Hierbei handelt es sich jedoch um Dialekte der gleichen Sprache, die Sprecher der beiden Varianten können die jeweils andere leicht verstehen.

Eine Unterschiede im Wortschatz, die auf den ersten Blick wie Unterschiede aussehen, sind in der Wirklichkeit keine. In Brasilien ist der Standardausdruck für 'Teppich' tapete. In Portugal benutzt man eher alcatifa. Jedoch gibt es in Portugal ebenfalls regional den Ausdruck tapete, ebenso wie es in Brasilien regional den Ausdruck alcatifa gibt. Für alte Wörter trifft dies fast generell zu, während in neuen Wörtern diese Unterschiede in der Tat landesspezifisch sind, wie z.B. ônibus in Brasilien und autocarro in Portugal.

Signifikantere Unterschiede bestehen in der Orthographie. In Wörtern, die cc, oder ct enthalten, wird in Brasilien das erste c weggelassen, in Worten, die pc, oder pt enthalten, entfällt das p. Diese Buchstaben werden nicht ausgesprochen, sondern stellen vielmehr Überbleibsel aus dem Latein dar, die man in Brasilien zumeist eliminiert hat.

Ein paar Beispiele sind:

Portugal und Afrika Brasilien Übersetzung
acção ação 'Tat, Aktion'
contracto contrato 'Vertrag'
direcção direção 'Richtung'
eléctrico elétrico 'elektrisch'
óptimo ótimo 'großartig'

Daneben gibt es einige Unterschiede in der Akzentuierung, die folgende Gründe haben:

  1. Unterschiedliche Aussprache: In Brasilien wird das o in Antônio, anônimo 'anonym' oder Amazônia geschlossen ausgesprochen, wohingegen es in Portugal und Afrika offen gesprochen wird. Deshalb schreibt man in Portugal und Afrika António, anónimo bzw. Amazónia.
  2. Vereinfachung des Lesens: Die Kombination qu kann in zwei verschiedenen Arten gelesen werden: ku oder k. Um das Lesen einfacher zu machen, schreibt man in Brasilien das u mit einem Trema, wenn die Aussprache ku ist, also cinqüenta statt cinquenta 'fünfzig'.

An einer Rechtschreibreform (Port. Reforma Ortográfica) wird seit den achtziger Jahre gearbeitet, um einen internationalen Standard zu erreichen. Im Rahmen dieser Reform sollen die oben genannten c in cc, oder ct und p in pc, oder pt auch in Portugal abgeschafft werden, daneben gibt es kleinere Vereinheitlichungen und man versucht, sich auf ein koordiniertes Vorgehen in Bezug auf neue Lehnwörter aus anderen Sprachen zu einigen. Momentan wurde die Vereinbarung von Brasilien, den Kapverden und Portugal unterzeichnet, sie tritt allerdings erst in Kraft, wenn alle Mitglieder der CPLP unterschrieben haben, was nicht für die nächsten Jahre zu erwarten ist.

Vom Portugiesischen abgeleitete Sprachen

Als im Mittelalter Portugal sein Kolonialreich aufzubauen begann, kam die portugiesische Sprache in Kontakt mit den lokalen Sprachen der eroberten Gebiete und es entstanden Mischsprachen (Pidgins), die bis zum 18. Jahrhundert in Asien und Afrika als lingua franca verwendet wurden. Diese Pidgin-Sprachen erweiterten ihre Grammatik und Lexik im Laufe der Zeit und wurden zu Umgangssprachen von rassisch gemischten Bevölkerungen. Sie existieren unter folgenden Namen in den folgenden Gebieten:

Kapverden:

Äquatorial-Guinea: Guinea-Bissau und Senegal: Indien: Macau: Malaysia, Singapur: Niederländische Antillen und Aruba: São Tomé und Príncipe: Sri Lanka: Suriname: Einige Hybriddialekte existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinandertreffen:

Aussprache

Die portugiesische Sprache hat eine sehr komplexe phonetische Struktur, was sie für Sprachwissenschaftler besonders interessant macht. Die Sprache verfügt über 9 Vokale, 5 nasale Vokale und 25 Konsonanten.

Die folgenden Aussprachehinweise gelten für sowohl europäisches als auch brasilianisches Portugiesisch; wenn es Unterschiede gibt, sind sie beim jeweiligen Laut angegeben.

Betonung

Im Portugiesischen erfolgt die Betonung von Wörtern, die (orthographisch) auf Vokal, s oder m enden, gewöhnlich auf den vorletzten Vokal, die Betonung von Wörtern, die (orthographisch) auf andere Konsonanten (dies sind meist l, r, z) enden, hingegen auf dem letzten Vokal. Eine von dieser Regel abweichende Betonung wird durch einen Akzent (Akut oder Zirkumflex) angezeigt. Nasale Silben (gekennzeichnet durch eine Tilde) sind immer betont, es sei denn, eine andere Silbe trägt einen Akut oder einen Zirkumflex.

;Beispiele:

beleza 'Schönheit' – Betonung auf dem zweiten e
Sábado 'Samstag' – Betonung auf dem ersten a
Brasil 'Brasilien' – Betonung auf dem i
cantar 'singen' – Betonung auf dem zweiten a
combinação 'Kombination' – Betonung auf dem ã
Cristóvão 'Christoph' – Betonung auf dem ersten o

Vokale

Buchstabe Portugiesisch Bedeutung IPA Anmerkung
a talha Schnitt a wie deutsch: wann
a amo Meister ɐ wie deutsch: Wasser
a, á alto, árvore hoch, Baum ɑ offenes a
e, ê medo, letra, você Angst, Brief, Du e wie im deutschen ewig
-e leite, vale Milch, Tal P.: ɨ
Br.: i
am Wortende: P: kurzes, fast verschlucktes i
am Wortende: Br.: volltonig gesprochenes i
e, é resto, festa, café Rest, Party, Kaffee ɛ offenes e wie in Ende
i idiota Idiot I wie im deutschen Idiot
ô ovo, olho, avô Ei, Auge, Großvater o geschlossenes o, wie Norden
o santo, logo heilig, bald u o als Auslaut: wie kurzes -u
o, ó morte, moda, nó Tod, Mode, Knoten ɔ in der Wortmitte oder am Ende akzentuiert: offenes o wie in Post
u uvas Weintrauben u wie Deutsch Blut
Diphthong mit o oder u ao, mau zu, schlecht w sehr dunkles deutsches u bis w
Diphthong mit i nacional, ideia national, Idee j Wie ein deutsches j bzw. ähnlich der Aussprache vom i in national

nasale Vokale

Nasale Vokale besitzt das Deutsche nicht. Die portugiesischen Nasale werden nicht so vollständig nasal ausgesprochen wie im Französischen und in der Regel gibt es im Portugiesischen auch keinen Verschlusslaut am Ende des Nasals. In manchen Publikationen wird die z.B. Aussprache des nasalen Vokals ã mit ang angegeben, was allerdings nicht richtig ist, weil es sich bei den nasalierten Lauten um einen einzigen Laut handelt.

Buchstabe Portugiesisch Bedeutung IPA Anmerkung
am, an, ã campo, canto Feld, Ecke ã Nasaliertes a ähnlich dem Vokal im französischen Reims
em, en lembrar, então erinnern, dann Nasaliertes e
un, um um, untar eins, befetten ũ nasaliertes u
im, in limbo, brincar Gliedmaße, spielen ĩ nasaliertes i
õ, om, on limões, montanha Zitronen, Berg õ nasaliertes o, ähnlich dem französischen on

Konsonanten

Buchstabe Portugiesisch Bedeutung IPA Anmerkung
b bola Ball b wie im Deutschen
ca, co, cu casa Haus k wie deutsches k, jedoch nicht behaucht
ça, ce, ci, ço, çu cedo, maçã zeitig, Apfel s stimmloses, fast scharfes s wie in Fass
ch cheque Scheck ʃ stimmloses sch wie in Schule, aber schwächer als im Deutschen
d dedo Finger d
wie im Deutschen dann
im Brasilianischen vor einem ausgesprochenen -i- (wozu viele orthografische -e-s gehören) extrem weich bzw. stimmhaft, fast wie dʒ, wobei die Stärke des nachfolgenden Zischlautes regional unterschiedlich ist.
f ferro Eisen f wie in für
ga, go gato Katze g wie gehen
ge, gi gelo Eis ʒ wie das j in Journal oder das g in Genie
gua água Wasser gu bis gw g mit sehr dunklem u, ins w gehend
gue, gui português, guia Portugiesisch, Führer g wie gehen, das u wird nicht gesprochen
h harpa Harfe wird nicht ausgesprochen
j jogo Spiel ʒ wie das j in Journal oder das g in Genie
l logo bald l wie Lamm
-l Portugal, Brasil Portugal, Brasilien P.: ł
Br.: w
P.: dunkles l (wie das Kölner l oder das polnische ł)
Br.: noch dunkleres l, wie u oder das w im englischen well
lh alho, filho Knoblauch, Sohn ʎ wie ein lj im Deutschen oder das gl im Italienischen (figlio)
m- mapa Landkarte m Wortbeginn/-inneres: wie im Deutschen
am Wortende: nasaliert den vorhergehenden Vokal
n- número Zahl n Wortbeginn/-inneres: wie im Deutschen
n steht nie am Ende des Wortes
nh ninho Nest ɲ wie ein nj im Deutschen bzw. das gn im Französischen (Aubagne) oder Italienischen (lasagne)
p parte part p wie in Papier, aber unbehaucht
qua, quo quanto, quotidiano wieviel, täglich kw ein k + sehr dunkles u
que qui aquele, aqui jener, hier k wie im Deutschen Katze
-r mar, Março Meer, März ɾ leicht behaucht, manchmal leicht gerollt
r coro, caro Chor, teuer r i.d.R. leicht gerollt (einfacher Zungenschlag)
rr rosa, carro rose, car P.:R
Br.:H
P.:stärker gerolltes und akzentuiertes r als oben
Br.: stark behauchtes und akzentuiertes h
s, ss sapo, assado Kröte, gegrillt s im Anlaut oder im Wortinnern wie in Fass
-s galinhas, arcos Hühner, Bögen ʃ oder z im Auslaut in Portugal und Rio de Janeiro ʃ (wie das sch in Schule), in Brasilien meist z (wie das s in Wiese), in einigen portugiesischen Dialekten ʒ (wie das j in Journal)
(Vokal)s(Vokal) raso Gleichmäßigkeit z wie das s in Wiese
t tosta Toast t
wie auf Deutsch, aber nicht behaucht
im Brasilianischen vor einem ausgesprochenen -i- (wozu viele orthografische -e-s gehören) extrem weich bzw. stimmhaft, fast wie tʃ, wobei die Stärke des nachfolgenden Zischlautes regional unterschiedlich ist; häufig wie die russische Verbalendung -ть gesprochen.
v vento, velocidade Wind, Geschwindigkeit v wie das w in wo
x caixa, Xadrez, texto Kiste, Schach, Text ʃ stimmloses sch wie in Schule, aber schwächer als im Deutschen
x próximo nächster/s s im Wortinnern wie in Fass
z, exa, exe, exi, exo, exu exame, natureza Prüfung, Natur z wie das s in Wiese

Grammatik

Die portugiesische Grammatik ist mit jener anderer romanischer Sprachen eng verwandt. Eigenheiten bestehen in der Wortstellung vor allem von Pronomen.

Verben werden in drei Konjugationen eingeteilt, die man nach der Infinitivendung unterscheidet (entweder -ar, -er, -ir; -or ist unregelmäßig), wobei zur -ar-Gruppe die meisten Verben gehören. Diese Verben folgen dann den gleichen Konjugationsregeln. Ähnlich wie im Deutschen gibt es den Imperativ (o imperativo), den Indikativ (o indicativo) und den Konjunktiv (o conjuntivo), wobei die Regeln strenger sind, wann der Konjunktiv zu verwenden ist, und die Verwendung mit dem Gebrauch des deutschen Konjuntiv nicht zu vergleichen ist, mehr jedoch mit dem Gebrauch des spanischen subjuntivo. Eine Besonderheit ist, dass die zweite Person weniger Bedeutung hat und in Brasilien so gut wie gar nicht verwendet wird (stattdessen wird die dritte Person benutzt). Eine weitere Besonderheit stellt der so genannte persönliche Infinitiv dar, der besondes häufig im Konditionalsatz verwendet wird.

Die Substantive haben eines von zwei grammatischen Geschlechtern (Genera): Maskulinum und Femininum; Adjektive und Zahlwörter müssen in Genus und Numerus mit dem Substantiv übereinstimmen (Kongruenz).

Wortschatz

Da Portugiesisch eine romanische Sprache ist, entstammen die meisten portugiesischen Wörter der lateinischen Sprache. Man kann jedoch auch Spuren aus anderen Sprachen, mit denen das Portugiesische Kontakt hatte, beobachten:

Wörter aus der vorrömischen Zeit

Es gibt wenige Wörter aus der Zeit vor der römischen Herrschaft der iberischen Halbinsel, die sich aus der Sprache der Urbevölkerung des heutigen Portugal (Lusitaner, Konii, Iberer) oder aus der Sprache von Siedlern (Phönizier, Karthager oder Kelten) bis in das moderne Portugiesisch erhalten haben. Bei vielen dieser Wörter fehlt jedoch der genaue wissenschaftliche Nachweis ihrer Herkunft (Etymologie). Gerade bei den keltischen Wörtern könnte sich um Wörter handeln, die auf dem Umweg über das Lateinische ins Portugiesische gelangt sind.

Aus der Sprache der Ur-Iberer:

Aus der Keltischen Sprache: Da praktische alle dieser Wörter keltischen Ursprungs auch in anderen romanischen Sprachen belegt sind, liegt es nahe, dass sie schon von den Römern aus dem Keltischen entlehnt worden sind und dann als lateinische Wörter ins Portugiesische gelangt sind.

aus der Phönizischen Sprache:

Diese Wörter sind auch in anderen romanischen Sprachen belegt. Es liegt daher nahe, dass sie schon von den Römern aus dem Phönizischen (oder einer anderen Sprache) entlehnt worden sind und dann als lateinische Wörter ins Portugiesische gelangt sind.

Wörter lateinischer Abstammung

Portugiesisch ist ein Abkomme des Vulgärlatein, welches mit dem Klassischen Latein zwar verwandt, jedoch nicht identisch ist. Die Transformation von lateinischen zu den heutigen portugiesischen Wörtern begann teils schon während des Römischen Reiches, bei anderen Wörtern begann dieser Prozess erst später. Die portugiesische Sprache wurde vom Latein immer wieder beeinflusst; so gelangten später auch Wörter aus der lateinischen Schriftsprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit ins Portugiesische. Diese so genannten Buchwörter haben sich gegenüber der lateinischen Form wenig verändert, während die Wörter, die aus dem gesprochenen Latein entstanden sind (Erbwörter) stark verändert wurden.

Die Prozesse, durch welche aus lateinischen Erbwörtern portugiesische Wörter wurden, sind im Einzelnen:

Wörter germanischen Ursprunges

Wörter arabischen Ursprunges

Arabische Lehnwörter stellen etwa 10% der portugiesischen Lexik, zum Beispiel:

Wörter afrikanischen, asiatischen und indianischen Ursprunges

Durch die Entdeckungen kam das Portugiesische in Kontakt mit lokalen afrikanischen, asiatischen und indianischen Sprachen, von denen die portugiesische Sprache viele Elemente aufgenommen und an andere europäische Sprachen weitergegeben hat. Besonders geographische Bezeichnungen in Afrika und Brasilien gehen auf die Sprachen der Einwohner dieser Regionen zurück.

Asiatische Sprachen:

Indianische Wörter: Schwarzafrika:

Portugiesische Literatur

Hauptartikel:
Portugiesische Literatur

In der frühen portugiesischen Literatur hatte die Poesie die höchste Bedeutung. Einer der berühmtesten Literaten Portugals ist deshalb Luís de Camões (* 1524, † 1580), der mit dem Epos Die Lusiaden eines der wichtigsten Werke geschaffen hat. Seine Bedeutung wird nicht zuletzt dadurch illustriert, dass die portugiesische Entsprechung zum deutschen Goethe-Institut Instituto Camões heißt.

Andere wichtige Autoren sind der Romancier Eça de Queirós (1845 - 1900), der Dichter Fernando Pessoa (1888 - 1935), der brasilianische Romancier Jorge Amado (1912 - 2001), und der Literaturnobelpreisträger José Saramago (* 1922).

Referenzen

Literatur

Weblinks


Beurteilung:
Exzellenter Artikel




     
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