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Piemont



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Regionsflagge

(Details)

Regionswappen

(Details)

Basisdaten
Hauptstadt: Turin
Gliederung: 7 Provinzen
Fläche: 25.399 km²
Einwohner: 4.300.000
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner/km²
Homepage: www.regione.piemonte.it
Politik
Präsident Enzo Ghigo
Karte

Das Piemont (ital: Piemonte: "am Fuß der Berge") ist eine der Regionen in Italien.

Table of contents
1 Geografie
2 Geschichte
3 Politik
4 Wirtschaft
5 Tourismus
6 Kultur
7 Weblinks

Geografie

Das Piemont umfasst eine Fläche von 25.399 Quadratkilometern und hat etwa 4,3 Millionen Einwohner. Das Aostatal im Nordwesten der Region zählt historisch und naturgeografisch zum Piemont, bildet aber als autonomes Gebiet eine eigene Verwaltungseinheit mit Sonderstatus: Im Aostatal leben etwa 120.000 Menschen auf einer Fläche von 3.263 Quadratkilometern.

Im Norden grenzt das Piemont an die Schweiz, im Westen an Frankreich, italienische Binnengrenzen finden sich im Süden an die Region Ligurien, im Südosten an die Region Emilia Romagna und im Osten an die Region Lombardei.

Naturgeografisch gliedert sich die Region in drei Teile: Die Alpenregion zieht sich am Rande der Alpen entlang der Ost- und Nordgrenze des Piemont. Hier liegen die okzitanischen Täler (Valle Stura, Valle Maira, Valle Maraita, Valle del Po, Valle del Chisone, Val Pellice, Valle di Susa, Valle d'Aosta) und die Gegend rund um das Westufer des Lago Maggiore. Der höchste Berg des Piemont ist der Gran Paradiso mit 4.061 Metern, gefolgt vom Monviso mit 3.841 Metern. In der Po-Ebene befinden sich die großen Städte des Piemont; hier leben auch die meisten Menschen. Das Hügelland im Südosten der Region (Monferrato, Langhe, Roero) wird in erster Linie landwirtschaftlich und touristisch genutzt; hier wächst der berühmte Wein (Barolo, Barbera, Barbaresco) des Piemont.

Als Verwaltungseinheit teilt sich das Piemont in 8 Provinzen:

Die Hauptstadt und zugleich die größte und bedeutendste Stadt des Piemont ist Turin. Novara, Alessandria, Asti und Cuneo sind weitere Zentren.

Haupt- und Verwaltungssprache ist italienisch. Im Aosta-Tal wird auch französisch gesprochen, das dort auch als zweite Amtssprache gebraucht wird. Im Aosta-Tal ist der frankoprovenzalische Dialekt noch lebendig, und in den abgelegeneren Winkeln der okzitanischen Täler pflegt man noch das alte Occitano.

Geschichte

Die eigenständige Geschichte des Piemont beginnt mit dem Rückzug der Römer beim Zerfall des römischen Reiches. Während der Völkerwanderung wird die fruchtbare Gegend mehrfach von marodierenden Völkern durchzogen.

Im Laufe der Zeit unterwirft das Haus Savoyen die Markgrafschaften des Piemont. In wechselnden Bündnissen wird das Piemont zum Zankapfel zwischen Frankreich und Habsburg.

1718 vereinigen die Savoyer das Piemont und Sardinien und erhalten die Königswürde - von Gnaden des habsburgischen Kaisers in Wien. Auf die napoleonische Besetzung 1798 (nach der ebenso furiosen wie überraschenden Winterüberquerung des St.-Bernhard-Passeses durch Napoleon Bonaparte) folgen 1814 wieder die Österreicher als Schutzmacht, die einen Marionettenstaat unter der Kuratel von Fürst Metternich einrichten. Ab 1847 beginnen zunehmend Aufstände gegen die Österreicher, die 1859 in der Schlacht von Solferino gipfeln: die vereinten Piemonteser und Franzosen schlagen die österreichischen Truppen vernichtend.

1861 wird der Savoyer Vittorio Emanuele II. zum König des geeinten Italiens gekrönt. Seither ist das Piemont italienisches Gebiet. Benito Mussolini errichtet ab 1922 eine Diktatur, der Faschismus regiert in Italien bis 1944. Die Tochter von Vittorio Emanuele III., Marfalda von Savoyen wird ins KZ KZ Buchenwald verschleppt und kommt dort um.

Mit der Ausrufung der italienischen Republik, die seit 1946 besteht, wird das Haus Savoyen abgesetzt, den Nachfahren der piemontesischen Könige ist bis vor kurzem das Betreten italienischen Bodens verboten gewesen. 1969 kommt es in Turin zu blutigen Arbeiteraufständen, in deren Folge die Terror-Gruppe Rote Brigaden (Brigate Rosse) entsteht. Bis in die achtziger Jahre führen sie politisch motivierte Anschläge aus. Seit 1992 entsteht eine neue Unabhängigkeitsbewegung: die Lega Nord, die im Piemont eine Hochburg findet, tritt für eine Trennung Norditaliens vom ungeliebten Süden ein.

Politik

Derzeitiger Präsident der Region ist Enzo Ghigo (Forza Italia), sein Stellvertreter William Casoni (Alleanza Nazionale).

Die 60 Sitze des Regionalparlaments Consiglio Regionale del Piemonte verteilen sich wie folgt auf die Parteien:

Wirtschaft

Das Piemont zählt zu den reichsten Gegenden Italiens. Die Arbeitslosenquote liegt mit etwa 8% deutlich unter dem italienischen Durchschnitt (11%). Einige der wichtigsten italienischen Unternehmen haben hier ihren Sitz, darunter der Automobilhersteller Fiat, 1899 in Turin gegründet, daneben der Nahrungsmittelhersteller Ferrero in Alba und das Elektronikunternehmen Olivetti in Ivrea. Neben moderner Industrie in und um Turin, der Wollverarbeitung in Biella und den Dienstleistungsunternehmen hat auch die Landwirtschaft eine große Bedeutung: in der Po-Ebene wird neben Reis (ein Drittel der europäischen Reisproduktion stammt von hier), Obst und Gemüse angebaut, die Hügelgebiete liefern Wein und Haselnüsse, im Aosta-Tal gedeiht die Rinderzucht.

Tourismus

Im Vergleich zu anderen Gegenden Italiens ist das Piemont touristisch noch nicht sehr erschlossen. Schwerpunkte des Tourismus liegen im Norden am Lago Maggiore und in den Langhe, wo gastronomisch Begeisterte Wein und Trüffel genießen. Die Hauptsaison beginnt mit der Trüffelernte im Oktober.

Der Alpenbogen des Piemont kann auf dem 55-tägigen Weitwanderweg Grande Traversata delle Alpi (GTA) begangen werden.

Kultur

Das Piemont ist reich an Kunst- und Kulturschätzen. Zu den berühmtesten zählen die barocken Prachtbauten von Turin (Palazzo Reale, Palazzo Madama, die Kirche San Lorenzo). In Stupinigi, einem Vorort von Turin findet sich das Lustschloss Palazzina di Caccia. In der späten Renaissance entstand der Sacro Monte (dt: heiliger Berg) von Varalllo. Aus dem Mittelalter erhalten ist die Abtei von Staffarda und die Burg von Manta. Aus romanischer Zeit blieb das Kloster San Giulio auf einer Insel im Lago d'Orta erhalten. Am Lago Maggiore zählen die Borromäischen Inseln zu den größten Attraktionen, hier vor allem die Isola Bella - ein barocker Inselpalast mit mehrstöckigen Gartenanlagen, der die Reisenden seit jeher in Erstaunen versetzt.

Berühmte Piemonteser sind etwa Prinz Eugen von Savoyen, die Familie Agnelli (Fiat) und der Autor Umberto Eco aus Alessandria.

Weblinks


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