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Philosophieren



Das Philosophieren ist als gelegentliches Nachdenken "über Gott und die Welt" ein allgemein-menschliches Vorkommnis. Schärfer gefasst, ist es die Art und Weise, wie Philosophen Philosophie treiben. Das Wort Philosophie kommt aus der altgriechischen Sprache. Wobei "philein" lieben und "sophia" die Weisheit bedeutet. Philosophie bezeichnet also die "Liebe zur Weisheit" und ein Philosoph ist ein "Freund der Weisheit".

Sokrates betrieb dies als Lebensaufgabe, indem er sich jahrzehntelang diskutierend und fragend seinen Mitbürgern zuwandte. Platon gründete zu diesem Zweck seine Akademie. Augustinus verstand darunter die "schauende Bewegung" (ratiocinatio) des menschlichen Geistes.

Kant machte auf diese besondere philosophische Tätigkeit aufmerksam, als er befand, man könne nicht Philosophie, sondern "nur philosophieren lernen". Er verlagerte also das philosophische Interesse vom System auf die Methode bzw. von der Vernunft-Dogmatik (Rationalismus) auf die Vernunft-Kritik (Kritizismus).

Demzufolge lässt sich das Philosophieren als Selbstreferenz rationalen Denkens verstehen. So prüfte Kant etwa die traditionellen Gottesbeweise, machte sich also zu einem Beobachter zweiter Ordnung, der sich weniger mit den Gegenständen als mit unserem Vermögen, sie zu erkennen, beschäftigt.

Bei Hegel hieß dann dieses "selbstkritische" Philosophieren "Phänomenologie des Geistes" oder "Wissenschaft von der Erfahrung des Bewusstseins" - mit einem Wort: Spekulation. Der neue Beobachtungsgegenstand, mit dem sich die Philosophie als Wissenschaft einzig noch betreiben ließ, war also das Beobachten selbst. Im Deutschen Idealismus verwendete man dafür auch den Ausdruck "Intellektuelle Anschauung".

Mit einem "reinen" logischen Denken haben sich viele "Denker" nie begnügen können; denn "Verstand ohne Sinnlichkeit ist leer" (Kant). Dennoch haben sich auch viele mit der "reinen" Logik beschäftigt, viele von ihnen waren zugleich Mathematiker.

Darauf deutet bereits das griechische "theoría (wörtlich: die Schau) hin, ein Wort, mit dem Aristoteles "das Geschäft der Philosophen" bezeichnete. Die Tradition dieses "kontemplativen Denkens reicht von der platonischen "Ideenschau" bis zur "Wesensschau" in der phänomenologischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Und der "Logiker" Ludwig Wittgenstein rief in seinen "Philosophischen Untersuchungen" sich selbst zur Ordnung mit den Worten "Denk nicht, sondern schau". Diese Haltung führt zur Philosophia perennis.

Literatur




     
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