WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Patricio Aylwin



Patricio Aylwin Azócar (* 26. November 1918 in Vina del Mar) ist ein chilenischer Politiker. Der Christdemokrat war von 1990 bis 1994 der erste demokratisch gewählte Präsident Chiles nach der Diktatur von Augusto Pinochet.

Lebenslauf

Aylwin wurde als ältestes von fünf Kindern von Laura Azócar und Miguel Aylwin geboren. 1943 schloss er sein Studium (Jura, Politik- und Sozialwissenschaften) an der Universidad de Chile ab und arbeitete dort anschließend als Professor für Rechtswissenschaft, später wechselte er an die Universidad Catolica (ebenfalls in Santiago de Chile). Er heiratete Leonor Oyarzún Ivanovic, mit der er fünf Kinder hat.

Er engagierte sich früh politisch bei den gemäßigt links stehenden Christdemokraten, stark beeinflusst durch den Gedanken der katholischen Soziallehre. Zwischen 1958 und 1989 war er mehrer Male Vorsitzender der Christdemokratischen Partei Chiles. 1965 wurde er als Senator in den Kongress gewählt, dessen Vorsitz er in den Jahren 1971 und 1972 innehate, zu der Zeit, als Salvador Allende Präsident von Chile war. Er führte die parlamentarische Opposition gegen Allende an und bemühte sich um eine friedliche Lösung für sein Land, das schon während Allendes Präsidentschaft innenpolitisch tief zerrissen war.

Nach dem Putsch von General Pinochet und der Machtübernahme der Militärs im September 1973 blieb Patricio Aylwin bis 1976 Vorsitzender der Christdemokraten, denen — wie allen anderen politischen Parteien Chiles — unter der diktatorischen Herrschaft Pinochets jede öffentliche Betätigung verboten wurde. 1980 trat Aylwin als Sprecher der Opposition gegen die Verfassungsänderung ein, mit der die Militärs ihr Regime legitimieren wollten. Die neue, auf die Bedürfnisse von Pinochet maßgeschneiderte Verfassung, wurde angenommen, von einer freien Wahl konnte man allerdings nicht sprechen. Dennoch sprach sich Aylwin dafür aus, die Verfassungssituation als gegeben hinzunehmen und auch unter den ungünstigen rechtlichen Bedingungen weiterhin den friedlichen Weg zur Demokratie zu suchen.

Nachdem 1988 die Opposition überraschend die Volksabstimmung über die Gestaltung der nächsten Präsidentschaftswahlen gewonnen hatte, wurde Aylwin zum Kandidaten der Anti-Pinochet-Opposition — einem breiten Mitte-Links-Bündnis unter der Führung von Christdemokraten und Sozialisten — gewählt. Aylwin trat bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen seit 1971 an und wurde am 14. Dezember 1989 zum chilenischen Präsidenten gewählt. Seine Amtszeit war geprägt von großer Zurückhaltung und dem Versuch, Chiles langsamen und vorsichtigen Weg zu einem demokratischen Rechtsstaat nicht zu gefährden. Nach einer Amtszeit wurde Aylwin 1994 von Eduardo Frei (ebenfalls ein Christdemokrat) abgelöst. Patricio Aylwin engagiert sich seither international bei den Vereinten Nationen in der Armutsbekämpfung und für die Durchsetzung von Rechtsgrundsätzen, unter anderem als Vorsitzender einer gemeinnützigen Organisation für Demokratie und Gerechtigkeit.

Ehrungen

siehe auch: Geschichte Chiles

Vorgänger:
Augusto Pinochet
Chilenische Präsidenten Nachfolger:
Eduardo Frei Ruiz-Tagle




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^