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Nordischer Krieg



Es gab insgesamt drei Nordische Kriege:

Erster Nordischer Krieg

Dieser Konflikt wurde eigentlich schon 1558 von Zar Iwan IV, dem Schrecklichen, als regionaler Konflikt mit den anderen Anrainern eröffnet und begann 1563 als Dreikronenkrieg zwischen Schweden, Polen und Dänemark 1563 durch den Ankauf der Insel Ösel durch Dänemark zu eskalieren. Durch den Erwerb von Ösel hätte sich, aus schwedischer Sicht, das Kräfteverhältnis in der Ostsee zu Gunsten von Dänemark verschoben.

Dänemark und Polen kämpften im Bündnis gegen Schweden. Letztlich musste Russland eine Niederlage, sowohl gegen die Schweden als auch gegen die Polen (Polozk), hinnehmen. Der Konflikt zwischen Schweden einerseits und Dänemark/Polen andererseits wurde vertagt und später von Gustav II. Adolf vorläufig geregelt.

Dritter Nordischer Krieg

Im Jahr 1699 kam es zu einer Allianz zwischen Dänemark, Sachsen-Polen und Russland, die sich gegen Karl XII von Schweden richtete. Karl XII., damals ein flegelhaft kindlicher König, sollte um seine Ostseeprovinzen gebracht werden. Der Organisator der Allianz war der livländische Diplomat Patkul (1660-1707).

Aber Schweden reagierte unerwartet schnell und zwang Dänemark schon kurz nach Kriegsbeginn am 18. August 1700 zum Frieden von Travendal. Am 20. November 1700 verlor die erst neu organisierte russische Armee unter Peter I die Schlacht von Narwa, womit auch Russland für einige Jahre aus dem Krieg ausschied. August der Starke von Sachsen stand nun allein gegen Schweden und der polnische Reichstag verweigerte ihm, dem Unionskönig, seine Unterstützung. Lediglich einige polnische Magnaten schlugen sich anfangs auf seine Seite, insbesondere Fürst Lubomirski († 1706).

August II. verlor 1702 Warschau und anschließend die Schlacht von Klissow am 9. Juli 1702 bei Krakau. Aber die meisten Polen waren in den folgenden Jahren über das Verhalten der Schweden in ihrem Land so ungehalten, dass sie Karl XII. einen pausenlosen Kleinkrieg aufzwangen, der die Kräfte der Schweden band. Karl XII. versuchte 1704, den Polen in Stanislaus I. Leszczynski einen neuen König aufzudrängen. Aber dessen Anhänger blieben in der Unterzahl. Im gleichen Jahr erschienen russische Truppen wieder auf dem polnischen Kriegsschauplatz und wurden 1705 bei Grodno von Karl XII. zum Rückzug gezwungen.

Aber dann erlitt August der Starke bei Fraustadt 1706 eine vernichtende Niederlage, die auch durch den anschließenden Sieg bei Kalisch 1706 nicht relativiert werden konnte. Schwedischen Truppen marschierten (diszipliniert) in Sachsen ein und zwangen August zum Frieden von Altranstädt (24. September/ratifiziert am 19. Dezember 1706). August musste als polnischer König zugunsten Stanislaus Leszczynskis abdanken und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen. Bis zu 23 Millionen Taler kostete die Bevölkerung Sachsens ein Jahr Besatzung durch die Schweden, wovon ein Teil aber durch die Waffenlieferungen usw. wieder hereinkam. Patkul, der bis dato in sächs. Diensten stand, wurde verhaftet und von den Schweden hingerichtet.

Die Polen, konkret die Konföderation von Sandomierz unter dem Hetman Adam Sieniawski (dem reichsten Mann Polens und Schwiegersohn Fürst Lubomirskis) erkannten die Abdankung nicht an, schwankten aber. Der Zar schlug ihnen neue Thronkandidaten vor und auch Stanislaus Leszczynski versuchte seine Gegner zum Übertritt zu bewegen, was aber an der Frage der Pfründe- und Postenverteilung scheiterte. Trotzdem hatte die Konföderation kaum militärischen Wert, denn sie konnte die Schweden allenfalls von der Versorgung abschneiden.

Zar Peter I. stand also praktisch allein gegen den Schweden und erschien 1708 mit seiner Armee in Polen. Zu Karl XII. Unglück war der Winter 1708/09 außergewöhnlich hart und den Russen gelang es, seinen Tross zu erbeuten, so dass die Versorgung der Schweden ausblieb. Erwartete Verstärkungen durch die verbündeten Kosaken Mazepass blieben aus. Zu Beginn des Frühjahrs 1709 war nur noch ein Drittel der schwedischen Armee mit zu wenigen Kanonen einsatzbereit. (Besonders die in Deutschland angeworbenen Soldaten hatten die Kälte nicht vertragen.) Karl XII. griff Peter I. trotzdem in der entscheidenden Schlacht bei Poltawa in der Ukraine am 8. Juli 1709 an und verlor. Er floh in das osmanische Reich.

Nun traten Sachsen-Polen und Dänemark 1709 einem zweiten Bündnis gegen Schweden bei und August der Starke gewann die polnische Krone zurück. Ein Versuch der Schweden, das Blatt noch einmal zu wenden, wurde trotz ihres Sieges bei Gadebusch 1712 vereitelt. Auch Karl XII., der 1714/15 eilig aus der Türkei zurückkehrte, konnte vor Stralsund gegen die Übermacht nichts mehr ausrichten, der nun auch Preußen und Hannover beitraten. Am 11. Dezember 1718 fiel er vor einer kleinen Festung im (dänischen) Norwegen durch eine (nicht zufällig?) verirrte Kugel. Ein großer Teil der Schuld an der schwedischen Niederlage fällt auf ihn, da dieser 'Helden'-König unfähig zur Diplomatie war. Er schlug zahlreiche günstige Friedensangebote seiner Gegner aus.

Am 10. September 1721 kam es zum Frieden von Nystad zwischen Eleonore, der Schwester Karl XII. und Peter I., bei dem letzterer den größten Teil der schwedischen Ostseeprovinzen (Livland, Estland, Karelien) bekam. Russland war damit zur vierten europäischen Großmacht aufgestiegen.

Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten




     
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