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Neuzelle



Neuzelle (Nova Cella) war eine in der Niederlausitz gelegene Zisterzienserabtei. Sie wurde im 13. Jahrhundert gegründet und bestand bis 1817, als sie von der preußischen Regierung säkularisiert wurde. Der Klosterkomplex liegt südlich von Eisenhüttenstadt.

Das Kloster wurde am 12. Oktober 1268 von Markgraf Heinrich dem Erlauchten im Gedenken an seine verstorbene Ehefrau Agnes gestiftet; zum Klosterbesitz gehörten eine Reihe umgebender Dörfer.. Beim Kloster Neuzelle handelte es sich um eine Ausgründung vom Mutterkloster Altzelle (Cella) in Sachsen, ein erster Konvent wurde aber erst 1281 dorthin entsandt.

Der Klosterkomplex wurde zwischen 1300 und 1330 errichtet, er bestand aus einer Konventskirche und mehreren daran angegliederten Nebengebäuden, 1350 kam eine weiter Kirche hinzu. Die dreischiffige Hallenkirche Klosterkirche wurde mangels regionaler Steinbrüche als für die Gegend typischer Backsteinbau ausgeführt (Backsteingotik).

Im Verlauf des dreißigjährigen Krieges wurde die Klosteranlage schwer beschädigt und erst zwei Jahre nach dem Westfälischer Frieden kehrten die Mönche 1650 wieder zurück. Der Abt Bernardus ließ zwischen 1655 und 1658 die wiederaufgebauten Gebäude von italienischen Künstlern mit Fresken und Stukkaturen versehen. Sein Nachfolger lies die Klosteranlage konsequent im Stil des süddeutschen Barocks umgestalten (vgl. Abbildung: trotz überbordender Ausstattungsfülle teatrum sacrum erkennt man an den gotischen Spitzbögen der Joche die gotischen Wurzeln).

Die heute noch bestehenden Gebäude stammen überwiegend aus der Zeit des Barock. Die Neuzeller Klosterkirche ist der bedeutendste Sakralbau der Niederlausitz in seiner Art einmalig in der Mark Brandenburg.

Auch heute noch dient die Klosterkirche der katholischen Gemeinde des Ortes Neuzelle als Pfarrkirche. In der Klosterbrauerei wird die Brautradition der Zisterzienser auch gegenwärtig noch fortgeführt.

Im Mittelalter konnten die Mönche von Neuzelle umfangreichen Grundbesitz erwerben. Über 30 Dörfer in der Niederlausitz und einige auch in der Mark Brandenburg gehörten zur Klosterherrschaft. Auch das Städtchen Fürstenberg (Oder) (heute Teil von Eisenhüttenstadt) war im Besitz der Mönche. Das Stift Neuzelle gehörte zu den Niederlausitzer Landständen und war bis zu seiner Auflösung im Landtag vertreten.

Als einziges Kloster in der Niederlausitz überstand Neuzelle die Reformation als eine katholische Insel in rein protestantischer Umgebung. Auch die bäuerlichen Untertanen des Stifts hatten sich um 1550 der Lehre Martin Luthers zugewandt. Als die Niederlausitz 1635 von den Habsburgern im Prager Frieden an die sächsischen Wettiner abgetreten wurde, musste der protestantische Kurfürst im so genannten Traditionsrezess den Fortbestand von Neuzelle garantieren.

Literatur

Weblinks




     
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