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Neophyt



Neophyten (griechisch: neo = neu; phyton = Pflanze) sind Pflanzen, die bewusst oder unbewusst vom Menschen in Ökosysteme eingeführt werden, in denen sie nicht bodenständig sind. Im eigentlichen Sinn bezeichnet der Begriff nur Pflanzen, die sich über mehrere Generationen ohne direkte Mithife des Menschen vermehren und ausbreiten.

Table of contents
1 Entstehung und Arten von Neophyten
2 Probleme durch Neophyten
3 Bekämpfung von Neophyten
4 Beispiele
5 Literatur
6 Weblinks

Entstehung und Arten von Neophyten

Häufig werden Pflanzen fremden Ursprungs in Gärten oder Parks gepflanzt, wenn sie durch Eigenschaften wie Schönheit oder Resistenz gegen bestimmte negative Umweltfaktoren besonders geeignet sind. Auch in der Land- und Forstwirtschaft werden fremde Arten bewusst verwendet. Etwa die Hälfte der Neophyten wird dagegen unbewusst eingeschleppt. Bei eingeschleppten Tierarten spricht man entsprechend von Neozoen, bei Organismen allgemein von Neobiota.

Die meisten Neophyten können sich unter anderem aufgrund unterschiedlicher Klimaverhältnisse nicht eigenständig vermehren oder sie sterben bei zum Beispiel starkem Frost ab. Dabei handelt es sich um "unbeständige Neophyten".

Unter "eingebürgerten Neophyten" werden Pflanzen verstanden, die im fremden Ökosystem ohne menschliches Zutun verwildern und sich ausbreiten.

Probleme durch Neophyten

Dabei gilt in nur wenig isolierten Gebieten meist die so genannte "Zehnerregel": von 1000 eingeführten Pflanzen treten 100 gelegentlich spontan auf, 10 entwickeln sich zu "eingebürgerten Neophyten", aber nur eine Art entwickelt sich zum Problemfall.

Zur Illustation hier das Beispiel eingeführter Blütenpflanzen in Großbritannien:
Anzahl "Neophyten" insgesamt: 12 507
Spontan in der "Natur" aufgetreten: 1 642
"Eingebürgerten Neophyten": 210
Irgendwie problematisch: 34
Während die allermeisten Neophyten in der Natur entweder im Konkurrenzkampf chancenlos sind oder sich ohne Schaden in die Biotope eingliedern, können die oben genannten Problemfälle Biotope umgestalten und/oder indigene Arten verdrängen, sowie der Land- und Forstwirtschaft wirtschaftliche Schäden zufügen.

Das ist vor allem dann möglich, wenn Neophyten im neuen Lebensraum keine natürlichen Feinde haben und somit den indigenen Arten überlegen sind.

In Europa sind bisher noch keine einheimischen Pflanzen von Neophyten völlig verdrängt worden.

Die Anpflanzung von Neophyten in der freien Natur ist in Deutschland grundsätzlich verboten, um die Florenverfälschung zu verringern, was aber angesichts der Tatsache, dass die "freie Natur" oft direkt hinter dem Gartenzaun beginnt, nicht besonders effektiv ist. Außerdem ist ein solches Gesetz nur dann nicht völlig widersinnig, wenn damit nur problematische Neophyten gemeint sind, da nicht einheimisch Pfanzen allein durch die Forstwirtschaft auf großen Flächen in der "freien Natur" angepflanzt werden.

Bekämpfung von Neophyten

Um die einheimische Flora zu erhalten oder um Schäden für die Landwirtschaft zu verringern, werden manche Neophyten bekämpft. Das kann durch Beseitigung der Pflanzen geschehen oder durch das Einführen von Schädlingen, welche die entsprechende Pflanze in ihrer Heimat befallen. Letztere können aber als Neozoen wiederum für neue Probleme sorgen.

Über die Einschätzung der Gefahren durch bestimmte Neophyten und entsprechende aktiv zu bekämpfen, gibt es unter Experten verschiedene Ansichten. Manche Experten halten eine solche Bekämpfung nicht nur für sinnlos, sondern in wenigen Fällen auch für kontraproduktiv, zum Beispiel bei der späten Traubenkirsche (Prunus serotina).

Beispiele

Neophyten in Deutschland (nicht problematisch)

Problematische Neophyten in Deutschland

Problematische Neophyten in Großbritannien

Literatur

Weblinks




     
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