WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Naimanen



Die Naimanen (Eigenbezeichnung: Nayman) waren ein turko-mongolisches Mischvolk des Mittelalters.

Geschichte

Zu den Vorfahren der späteren Naimanen zählen zahlreiche türkischee, mongolischee und finno-ugrische Volksteile. Von diesen hatten die Turkvölker den größeren Anteil. Als deren Hauptvertreter sind die Tele zu nennen.

Die Naimanen siedelten westlich der Keraiten, am Nordabfall des Altai-Gebirges: Ihr Siedlungsgebiet umfasste die Gebiete des heutigen Kobbo am Upsar-nor, zwischen dem Schwarzen Irtysch und dem Zaissan-nor und der oberen Selenga. Sie waren ein reines Steppenvolk und besaßen die Vorherrschaft über die westliche Mongolei.

Ab 1100 übernahmen sie das ostkirchliche Christentum von den Uyghuren und unterstellten sich deren Schutz. Die Naimanen waren das kulturell bedeutendste Steppenvolk Ostasiens: Sie besaßen als einzige von ihnen ein bedeutendes Schrifttum, das sie in der uigurischen Schrift verfassten. Die Naimanen waren demnach mehrheitlich Anhänger der St.-Thomas-Christen und nur eine kleine Minderheit bekannte sich zur Zeit Dschingis Khans zum angestammten Schamanentum.

Gegründet wurden die eigentlichen Naimanen von Narkysh Tayan-Khan (1136), der von ihnen als Stammvater angesehen wurde. Selbst zu jener Zeit gehörten sie noch zu den türkischen Stämmen, da sie persische Gelehrte sie noch zu Beginn des 13. Jahrhunderts zu den Stämmen der Guzz und der Kimeken zählten; einer ihrer mächtigsten Familienklanss waren die Kangly und sie waren mit der Familie des Choresm-Schah verwandt - die Gattin des letzten großen Choresm-Schah, Muhammed Ala ud Din, war eine Kangly. Als ihre nächsten Verwandten sahen die Naimanen die Kimeken und die Stämme der Kyptschaken. (Die Naimanen selbst führten sich auf die Sakiz-Oghusen zurück, die später unter der Herrschaft der Toguz-Oghusen standen.)

1177 unterstellten sich die Naimanen dem Schutz der Kara-Kitai und dieses Volk vertrieb nun die Keraiten aus ihren alten Siedlungsgebieten in die weiten mongolischen Steppen - und sie wurden zu deren Erzfeinden.

Der letzte große Naimanenherrscher war Inancha Bilga Khan, der 1167 an die Macht kam und bis 1175 regierte: Inanachas Söhne Tayang Baybugha († 1204) und Buriyuh wurden zu Gegenspielern des Dschingis Khan.

David Guchluq Khan (der Enkel Inancha Bilgas) schwang sich 1213-18 kurzeitig zum Herrscher des Kara-Kitai-Reiches auf.

Die Naimanen gingen 1204-8 in den Mongolen auf; doch sie blieben ein Volk türkischer Sprache: Sie wurden um 1208 mit den Jenissej-Kirgisen und den nördlichen Waldvölkern zu dem neuen Volk der Qazaq zusammengefasst - sie wurden zu den Namensvätern der heutigen Kasachen. (Noch heute bezeichnen sich bedeutende Volksteile der Usbeken, Turkmenen und Kasachen als "Nayman".)

Die Nachfahren der Naimanen

Als unmittelbare Nachfahren dieses türkischen Volkes gelten vor allem die heutigen Kasachen und kleinere Teile der heutigen Kirgisen. Die Naimanen veränderten sich ethnisch durch die Vermischung mit den Mongolen, konnten aber ihre Sprache behalten - diese wurde ein Teil der späteren kasachsischen Sprache und bildet heute im Wesentlichen dessen nordöstlichen Dialekt.




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^