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Nördlicher Seebär



Nördlicher Seebär
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
Gattung: Callorhinus
Art: Nördlicher Seebär (C. ursinus)

Der Nördliche Seebär (Nördliche Bärenrobbe, Callorhinus ursinus) ist eine hauptsächlich im Beringmeer beheimatete Ohrenrobbe. Mit den Südlichen Seebären hat er das wollige Fell gemein, ist mit ihnen aber nach neuen Erkenntnissen nicht besonders eng verwandt.

Table of contents
1 Merkmale
2 Verbreitung
3 Lebensweise
4 Schutz
5 Literatur
6 Weblinks

Merkmale

Zwischen Männchen und Weibchen gibt es erhebliche Unterschiede in Größe, Gewicht und Färbung. Die Kühe sind hellbraun gefärbt, messen etwa 140 cm und sind 50 kg schwer. Ausgewachsene Bullen sind entweder schwarz oder rotbraun, über 2 m groß und um 200 kg schwer.

Verbreitung

Die Kolonien, in denen im Sommer die Fortpflanzung stattfindet, beschränken sich auf einige wenige Inseln im Beringmeer und im Nordpazifik. Über Jahrzehnte gab es Kolonien nur auf den Pribilof-Inseln und den Kommandeursinseln, zwei zu den Aleuten gerechneten und zu Alaska gehörenden Inselgruppen. Neuerdings gibt es auch kleine Seebärkolonien auf den mittleren Kurilen sowie auf der zu den kalifornischen Channel Islands gehörenden San Miguel Island. Diese Kolonien wachsen jährlich und scheinen nun dauerhaft etabliert zu sein.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit wandern Seebären weit umher. Manche legen dabei Strecken von 10.000 km und mehr zurück. Sie verbringen manchmal mehrere Tage auf dem Meer, ehe sie sich zum Ausruhen ans Land begeben. Diese winterlichen Aufenthaltsorte liegen an der gesamten nordamerikanischen Westküste sowie an den Küsten Kamtschatkas, Japans und Koreas.

Lebensweise

Nördliche Seebären suchen vorwiegend nachts nach Beute. Ihre Tauchgänge führen sie regelmäßig in Tiefen von 70 m, manchmal sogar 200 m. Hierbei suchen sie nach Fischen und Tintenfischen, wobei kleine Schwarmfische ihre Hauptbeute sind.

Insbesondere die Jungen werden ihrerseits von Haien (Selachii), Orcas (Orcinus orca) oder Stellerschen Seelöwen (Eumetopias jubatus) bejagt.

Zur Fortpflanzungszeit, an den meisten Orten Anfang Juni, finden sich die Bullen auf den Kolonieinseln ein. Sie versuchen, sich frühzeitig ein Stück Küste zu sichern. Wenn der Platz eng wird, kommt es zwischen rivalisierenden Männchen zu Kämpfen. Hierbei werden jüngere und schwächere Bullen an unattraktive Plätze gedrängt, die weit landeinwärts oder am Rand der Kolonie liegen. Die stärksten Bullen halten dagegen die küstennahen Plätze in der Mitte der zukünftigen Kolonie.

Etwa zwei Wochen nach den Bullen treffen die Weibchen ein. Die Stelle, an der sie an Land gehen, bestimmt, zu welchem Harem sie gehören. Es gibt allerdings keine wirkliche Kontrolle des Bullen. So kann das Männchen nicht wirksam verhindern, dass Weibchen ins Territorium eines Konkurrenten wechseln oder nach einem Tauchgang an einer anderen Stelle an Land gehen. Ein Männchen wacht über ein bis hundert Kühe. Ein durchschnittlicher Harem umfasst vierzig Weibchen.

Die Weibchen gebären ihre Jungen etwa zwei Tage, nachdem sie an Land gegangen sind. Nur wenige Tage darauf paaren sie sich mit dem Bullen ihres Territoriums. Die Tragzeit beträgt fast ein ganzes Jahr, beinhaltet aber eine viermonatige Keimruhe, während der die Entwicklung der befruchteten Eizelle vorübergehend unterbrochen ist. Die Jungen sind bei der Geburt 65 cm groß, haben ein schwarzes Fell und sind theoretisch sofort schwimmfähig. Normalerweise gehen sie aber im ersten Monat ihres Lebens nicht ins Wasser. Sie werden drei bis vier Monate lang von der Mutter gesäugt, die ihre Jungen am Geruch wiedererkennt. Bullen zeigen an den Jungen kein Interesse.

Geschlechtsreif werden Nördliche Seebären im Alter von etwa fünf Jahren. Bullen können allerdings erst im Alter von wenigstens zehn Jahren ein Territorium aufrecht erhalten und werden sich vorher kaum paaren können. Die Lebensdauer wird auf 20 bis 25, in Ausnahmefällen dreißig Jahre geschätzt.

Schutz

Das Fell galt den Pelzjägern schon immer als das wertvollste unter allen Robben. Im späten 18. Jahrhundert wurden die großen Seebärkolonien auf den Aleuten entdeckt. Während sich die Seebären im Winter zerstreuten, konnten Robbenjäger im Sommer einfach an den Küsten anlegen und Tausende von Robben problemlos abschlachten. Zu dieser Zeit gab es etwa viereinhalb Millionen Seebären auf den Aleuten und Hunderttausende mehr auf anderen Inseln entlang der Westküste Nordamerikas. Anfangs wurden die Bestände nicht gefährdet, da die russische Regierung die Fangzahlen einschränkte und zum Beispiel das Töten junger Männchen verbot. Als Alaska 1869 durch die USA aufgekauft wurde, fielen solche Restriktionen weg. Um 1900 waren alle Herden mit Ausnahme jener auf den Pribilof-Inseln vernichtet; diese war auf 150.000 Tiere geschrumpft.

In der 1911 zwischen den USA, Russland, Japan und Kanada geschlossenen North Pacific Fur Seal Convention wurden endlich Beschränkungen eingeführt. Bis 1917 wurde jede Seebärenjagd verboten, für die Zeit danach wurde eine jährliche Quote von 40.000 legal getöteten Sebären festgelegt. Durch diese Maßnahme stieg der Bestand bis 1940 wieder auf 2,5 Millionen Seebären an.

Seit den 1940ern nehmen die Bestände wieder ab, wenn auch allmählich und nicht mehr so drastisch wie einst. Es findet zwar eine geographische Ausbreitung statt, doch die großen Kolonien auf den Beringinseln werden von Jahr zu Jahr kleiner und sind heute etwa halb so groß wie in den 1940ern. Auch ein vollständiger Stopp des kommerziellen Fangs, der seit 1983 verboten ist, konnte diesen Trend nicht umkehren. Verantwortlich ist vermutlich die Überfischung des Beringmeers, durch die den Seebären die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Literatur

Weblinks


Beurteilung:
Exzellenter Artikel




     
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