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Mythos



Ein Mythos (zu altgr. mýthos, "Wort", "Rede", "Erzählung") oder eine Mythe ist eine Erzählung von Ereignissen einer Götter,- Schöpfungs-, Vor- oder Frühgeschichte, die sehr oft phantastische Elemente enthält.

Der Mythos ist eine bildhafte Weltauslegung und Lebensdeutung in erzählerischer Berichtsform, versehen mit Symbolen, Visionen und fabulierenden Darstellungen, die jedoch eine allgemeine Wahrheit enthalten kann. Oft wird im Mythos das Handeln und Wirken von Göttern in Anlehnung an menschliche Verhältnisse (anthropomorph) dargestellt (Götterfamilien, Göttergeschlechter).

Mythen werden in den Mythologien der Völker systematisch zusammengefasst.

Als Gegensatz zum Mythos wird meist pejorativ der Logos gesetzt, der – im Gegensatz zum Mythos – dem rationalen Diskurs zugänglich ist.

Table of contents
1 Entstehung
2 Literaturgeschichte
3 Aktuelle Deutungen
4 Siehe auch
5 Literatur

Entstehung

Mythen dienten immer – und dienen immer noch – der Erklärung der Welt und des Wesens des Menschen, wie in den Schöpfungsmythen der verschiedensten Mythologien deutlich wird.

Literaturgeschichte

Die schriftliche Niederlegung und dichterische Ausformung der Mythen kennzeichnet den "Beginn" der abendländischen Literatur, die immer wieder zentrale Motive des Mythos aufgreift und umformt. Bedeutend für die europäische Kultur sind die griechisch-römischen Mythen, die seit Homer und Hesiod zum Stoff der Dichtung wurden und bis ins 18. Jahrhundert hinein durch die Rezeption der Antike literarische Motive lieferten.

Platon (Gorgias 527a) und Aristoteles billigen dem Mythos nur noch die Möglichkeit einer Annäherung an die Wahrheit zu.

Die Dichter der Romantik griffen wieder auf griechische sowie nordische, später auch auf indische Mythen zurück.

Die Aufklärung verstand den Mythos als kindliche Vorstufe zum begrifflichen Denken und durch dieses überwunden. Horkheimer und Theodor W. Adorno betrachten im 20. Jahrhundert die Gefahr des Verlustes des Mythischen im Aufklärungsprozess.

Aktuelle Deutungen

In der heutigen Forschung wird der Mythos als rituelle Wiederholung von Urereignissen gedeutet, als erzählerische Aufarbeitung menschlicher Urängste und -hoffnungen. In dieser Funktion hat er nach dem Urteil von Psychologen und Philologen einen unaufholbaren Vorsprung gegenüber Begriffssystemen.

Nach Nietzsche ist das Unbehagen in der Kultur der Moderne Ausdruck des Mythosverlusts: "Dem mythenlosen Menschen der Moderne fehlt die Kraft der Abbrevuiatur, der Horizontbegrenztung, die er Mythos leistet. Der Mythos ist die Matrix des Weltbildes – er stellt ein Bild von der Welt und umstellt die Welt mit Bildern" (Bolz, Eine kurze Geschichte des Scheins, 1991).

In der aktuellen Verwendung bezeichnet Mythos häufig auch eine Volksmeinung ohne Bestimmbarkeit der Herkunft bzw. Begründung (Mythos Spiegel) oder eine Überhöhung bzw. Stilisierung (Mythos Apple).

Siehe auch

Literatur




     
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