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Mugam



Mugam ist eine traditionelle aserbaidschanische Improvisationsmusik, die auf einem festgelegten Regelwerk aufbaut; es handelt sich dabei um ein komplexes musikalisches Modalsystem, das Intervallee, Melodieführung und Rhythmus bestimmt. Mugam wird nicht in einer Notation aufgeschrieben, sondern von einer Generation an die nächste weitergegeben.

Die Ursprünge von Mugam liegen in der persischen und arabischen Musik und reichen bis ins Mittelalter zurück. Mugam ist – wenn auch unter anderen Bezeichnungen – in anderen nah- und fernöstlichen Regionen von Transkaukasien bis in die chinesische Provinz Xinjiang (Sinkiang) weit verbreitet. Die Uiguren in Xinjiang bezeichnen die Musik als Muqam, die Usbeken und Tadschiken als Maqom oder Shasmaqom und die Araber, Perser und Türken als Maqam.

Der Begriff Mugam ist nicht eindeutig definiert und doppeldeutig. Nach dem aserbaidschanischen Komponisten Kara Karajew bezeichnet das Wort Mugam zum einen Tonart, Modus oder Skala, zum anderen eine mehrsätzige Form mit eigenen Gestaltungsprinzipien.

"Seiner Form nach ist der Mugam ein Zyklus im Charakter einer Suite oder Rhapsodie. Jeder der Mugamteile ist eine Improvisation, die sich im Rahmen der jeweiligen Tonart, in der der Mugam steht, bewegt und sich auf die freie Nutzung von melodischen Wendungen, wie sie für diese Tonart charakteristisch sind, gründet. Jeder folgende Mugamteil hat einen anderen Stützton und entfaltet sich in einem höheren Klangbereich. Die Sätze werden durch Intermedien - Tasnif (ein begleitendes Lied) und Rjang (eine tänzerische Instrumentalepisode) - [...] unterteilt [...]. Die komplizierten Regeln dieser Kunstform werden von den Interpreten streng befolgt. Doch wie die ganze Folklore gehören auch die Mugame zur mündlich überlieferten Musiktradition. Dadurch werden die Mugam-Intonationen auch ständig erneuert." (Alexandra Tichanowa, 1979 in [1]).

Nach 1910 wurde Mugam erstmals in die Opernmusik integriert durch den aserbaidschanischen Komponisten Uzeyir Hajibeyov. Eine Verbindung zwischen Mugam und Jazz schuf in den 1960er und 1970er Jahren der ebenfalls aserbaidschanische Komponist und Pianist Vagif Mustafa Zadeh sowie ab den 1990er Jahren dessen Tochter, Aziza Mustafa Zadeh. Zu den weiteren zeitgenössischen Vertretern der Mugam-Musik zählen u.a.

Mugam ist auch die Bezeichnung für ein Trio, das Mugam-Musik aufführt und aus einem Sänger sowie zwei Musikern besteht, die typischerweise "tar" und "kamanche" spielen.

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