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Mitgift



Als Mitgift werden Güter bezeichnet, die die Braut mit in die Ehe bringt.
Allgemeiner formuliert handelt es sich bei der Mitgift um eine kulturell festgelegte Form des Gabentransfers anlässlich einer Heirat. Die Gaben werden vom Vater resp. der Verwandtschaftsgruppe der Braut an den Vater resp. die Verwandtschaftsgruppe des Bräutigams oder aber an das Ehepaar selbst übergeben.

Table of contents
1 Arten
2 Zweck
3 Kulturelle Auswirkungen
4 Geschichtliches
5 Verwandte Begriffe

Arten

Nach dem britischen Kulturwissenschaftler Jack Goody wird zwischen direkter und indirekter Mitgift unterschieden:

Die direkte Mitgift wird von der Verwandtschaft der Braut, vor allem ihren Eltern, bezahlt, während die weniger verbreitete indirekte Mitgift von der Familie des Bräutigams aufgebracht wird. Die indirekte Mitgift unterscheidet sich vom Brautpreis (auch Brautgabe) darin, dass die Mitgift dem jungen Ehepaar zugute kommt, während der Brautpreis an die Familie der Braut gezahlt wird.

Zweck

Die Mitgift soll dem jungen Paar einen eigenen Haushalt ermöglichen. Falls der Ehemann stirbt, dient sie seiner Witwe als finanzielle Unterstützung. In Kulturen, in denen Töchter vom Erbe ausgeschlossen sind, kann die Mitgift auch als vorgezogenes Erbe angesehen werden.

Kulturelle Auswirkungen

Die Höhe der Mitgift richtet sich vor allem nach der sozialen Stellung des Bräutigams, wodurch es für Frauen niederer sozialer Schichten kaum möglich wird, in höhere Schichten einzuheiraten.

Für Schlagzeilen sorgt die Mitgift immer wieder in Indien. Dort ist die Mitgift zwar seit 1961 gesetzlich verboten, trotzdem muss sich die Familie der Braut oft tief verschulden, um die Ansprüche des Bräutigams zu erfüllen. Nicht selten kommt es vor, dass die Frau vom Ehemann oder seiner Familie ermordet wird, weil die Mitgift nicht hoch genug war ("Mitgiftmorde"). Ihr Tod wird oft als Haushaltsunfall verschleiert. Bei einer erneuten Heirat erhält der Witwer eine weitere Mitgift.

Geschichtliches

Der Brauch der Mitgift war in vielen Teilen der Welt verbreitet, besonders in Europa, Afrika und Indien. Schon im Codex Hammurapi, einer rund 3700 Jahre alten Gesetzessammlung, wurde die Mitgift geregelt. Während sie in Europa heute praktisch nicht mehr üblich ist, hat sie sich in anderen Teilen der Welt erhalten.

Im Wort Mitgift steckt noch das althochdeutsche gift (Gabe, Geben), das sich auch im englischen gift (Geschenk) erhalten hat.

Verwandte Begriffe

Siehe auch: Heirat - Dienstehe - Brautgabe - Bräutigamsgabe




     
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