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Midas



Midas ist der Name mehrerer Könige von Phrygien. Zum Teil haben sie mythischen Charakter; Mindestens ein Midas ist aber eine historische Persönlichkeit.

Mythos

Ein sagenhafter Midas soll ein Sohn des Gordias und der Kybele gewesen sein und seiner Mutter das große Heiligtum in Pessinus geweiht haben. Um an der Weisheit des trinkfreudigen Silenos teilzuhaben, fing er ihn, indem er einer Waldquelle Wein beimischte, so dass Silenos einschlief, nachdem er davon getrunken hatte. Dionysos, der seinen alten Lehrer vermisste, gewährte dem König daraufhin einen Wunsch, um ihn wieder bei sich zu haben. Midas wünschte sich, dass alles zu Gold würde, was er berühre. Da nun aber auch Speis' und Trank zu Gold wurde, badete er auf Befehl des Gottes im Paktolos, der damit zum goldreichste Strom Kleinasiens wurde.

In einer weiteren Erzählung erkannte Midas bei einem Wettstreit zwischen Marsyas (oder Pan) und Apollon, den Vertretern der Sphinx (griechisch) und der Kithara, dem Marsyas ungerechtfertigterweise den Preis zu, wofür Midas von Apollon Eselsohren angeheftet wurden. Er verbarg sie daraufhin unter einer Phrygischen Mütze. Nachdem sein Barbier das Geheimnis entdeckte, wurde es bald durch einen Zufall aller Welt bekannt. Der Barbier nämlich wollte das Geheimnis zwar nicht verraten, konnte aber dem Drang nicht widerstehen und sagte in ein Erdloch: "König Midas hat Eselsohren! König Midas hat Eselsohren! König Midas hat Eselsohren!" Nachdem er das Loch wieder mit Erde aufgefüllt hatte, wuchs hier Schilfrohr empor, das leise diese Worte wiederholte, wenn der Wind rauschte, so dass das Geheimnis gelüftet wurde.

Geschichte

Der historische Midas war in der 2. Hälfte des 8. Jh. v. Chr. Herrscher des phrygischen Großreichs, das weite Teile Anatoliens beherrschte. Er ist sowohl in griechischen ("Midas von Phrygien") als auch in assyrischen ("Mita von Muschki") Schriftquellen gut bezeugt. Seine früheste Erwähnung datiert 738 v. Chr. Als die Kimmerier ins Phrygerreich einfielen und die Hauptstadt Gordion vor dem Fall stand, beging Midas Selbstmord - nach einer griechischen Erzählung, indem er Stierblut trank. Ob es der selbe Midas war, der ab 738 v. Chr. sehr oft im 8. Jh. erwähnt wurde, ist unklar. Das hängt von dem Datum der Zerstörung Gordions - 696 oder 679 v. Chr. - ab. Früher bevorzugte man das erstgenannte Datum und ging davon aus, dass es die selbe Person sei. Da immer mehr Althistoriker und Archäologen zu 679 v. Chr. tendieren, geht nun ein Teil der Forschung davon aus, dass der Midas des 8. Jh. und der Midas unter dessen Herrschaft Gordion fiel, zwei unterschiedliche Könige gleichen Namens sind.

Ein großer Tumulus in der Nähe von Gordion, mit sehr vielen kostbaren Grabbeigaben könnte das Grab des Midas sein. Einige Gegenstände konnten typologisch grob in die Zeit um 700 v. Chr. datiert werden. Für ein Stück Holz wurde dendrochronologisch ein Fälldatum von 718 v. Chr. ermittelt (neueste Untersuchungen deuten allerdings auf ein früheres Datum). In dem Grab wurde das Skelett eines 60-70 Jahre alten Mannes gefunden. Das alles passt sehr gut zum berühmten historischen König Midas - vorausgesetzt Gordion ist 696 v. Chr. zerstört worden. Daher wird der Tumulus - auch von der seriösen Forschung - als "Midas-Grab" bezeichnet.

Siehe auch: Portal Mythologie




     
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