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Merkiten



Das Volk der Merkiten (Eigenbezeichnung: Merkit), das in der Geschichte des Dschingis Khan eine so bedeutende Rolle spielen würde, ist im Grunde als ein alttürkisches anzusehen. Dessen Führungsschicht ist zwar aus heutiger Sicht als mongolisiert anzusehen, da bei diesem Volk eine ausgesprochene Zweisprachigkeit herrschte: Die Merkiten sprachen mehrheitlich einen mongolischen (burjatischen) Dialekt, aber deren Schamanen zauberten auf einem alttürkischen. Dieser alttürkische Dialekt, das Iskit-Sakha, ist heute als Vorläufer des heutigen Sacha-Jakutischenen anzusehen.

Siedlungsgebiet und Religion

Die Merkiten siedelten nördlich der Keraiten, am unteren Lauf der Senga und südlich des Baikalsees. Sie waren Fischer und Jäger der Waldgebiete. Große Teile von ihnen bekannten sich gleich den benachbarten Naimanen zum orthodoxen Christentum. Nördlich von ihnen, am Baikalsee siedelten die Iskit-Sakha.

Geschichte

Dieses Volk wurde einst vom Legendenhaften Mongolenherrscher Qabul Qagan Qan blutig unterworfen.

Die Merkiten umfaßten in der Hauptsache drei Klanss, die in Geschichte der Mongolen eine gewichtige Rolle spielen sollten:

Die Geschichte über die Feindschaft der Merkiten und des späteren Dschingis Khan ging von der Entführung der Hoelun aus: der 18jährige Yesügai Bahadur, Klanhäuptling der Borjigin und Stammeshäuptling der Qiyat-Mongolen, traf auf einer Jagd den gleichaltrigen Merkitenhäuptling Yeke Chiledou. Der Merkite führte die damals 14jährige Hoelun als Braut heim, als Yesügai ihn überfiel. Hoelun und Yesügai wurden zu den Eltern des späteren Dschingis Khan.

Im Frühsommer 1171(?) heiratete der 16jährige Dschingis Khan die 17jährige Bortai und führte diese in sein Lager. Kurze Zeit später überfielen die Merkiten dieses Lager (als Rache für den Raub Hoeluns) und entführten die Frauen - laut der Geheimen Geschichte waren für die Frauen keine Pferde mehr da, während die Männer flohen.

Bortai wurde Chilger Boko, dem jüngeren Bruder Yeke Chiledous, zur Frau gegeben - über die Details gehen die historischen Darstellungen auseinander. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass aus dieser Verbindung Jochi hervorging, den Dschingis Khan jedoch als seinen erstgeborenen Sohn anerkannte.

Das Volk der Merkiten wurde z.T. 1205 an die Mongolen angeschlossen, der führende Clan floh aber durch die Taiga nach Turkestan, wo er am Fluss Tschu abgefangen und ausgelöscht wurde (angeblich 1217).




     
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