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Maria Magdalena



Dieser Artikel befasst sich mit der biblischen Gestalt Maria Magdalena. Für das gleichnamige Drama von Hebbel, siehe bitte Maria Magdalena (Hebbel).
Maria Magdalena oder Apostola Maria von Magdala ist eine Jüngerin von Jesus Christus aus dem Neuen Testament.

Ihrem Beinamen nach, stammt sie wohl aus dem Ort Magdala (hebräisch Migdol) am See Genezareth.

Table of contents
1 Neues Testament
2 Kirchliche Tradition
3 Andere Überlieferungen
4 Gedenktag
5 Ikonographie

Neues Testament

Gemäß dem Neuen Testament hatte Jesus sieben Dämonen von ihr ausgetrieben (Lk 8,2, Mk 16,9). Sie gehörte zu den Frauen, die Jesus nachfolgten und für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten. Diese Frauen begleiteten Jesus nach Jerusalem, sie standen unter dem Kreuz als die meisten anderen Jünger geflohen waren (Mt 27,55f), sie halfen beim Begräbnis (Mt 27,61, Mk 15,47) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5, Joh 20,1). Nachdem Maria Magdalena das den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erster der auferstandene Jesus und trug ihr die Botschaft an die Jünger auf (Joh,11-18). Daher bekam sie schon in der Alten Kirche den Ehrennamen apostola apostolorum - "Apostelin der Apostel".

Siehe auch Noli me tangere, über die Anrede Jesu an Maria Magdalena nach der Auferstehung.

Maria Magdalena ist eine der wenigen Frauen der Bibel, die nicht als "Frau/Mutter des ..." über einen Mann definiert wird, und die in direkter Rede im Evangeliumstext vorkommt.

Sakrileg (Buch) heißt ein Bestseller-Roman, der 2003/2004 weltweit Furore machte. Angeblich verschweigt der Vatikan bis heute Tatsachen, die unser Jesus-Bild auf den Kopf stellen würden. Einer, der sie noch kannte, soll Leonardo da Vinci gewesen sein. In seinem Werk Das Abendmahl zeigt er angeblich die Wahrheit: Jesus hatte Maria Magdalena an seiner Seite, als seine Ehefrau. Diese Traditionen sind jedoch in Wahrheit keineswegs geheim sondern seit dem späten zweiten Jahrhundert bekannt, wurden von der Kirche aber nie akzeptiert, siehe unten.

Kirchliche Tradition

Papst Gregor I bezeichnete 591 in einer Predigt Maria Magdalena als Prostituierte, indem er sie mit der Sünderin, die Jesus die Füße wäscht (Lk 7,36-50), identifizierte. Dies wurde ein Teil der katholischen Tradition um Maria Magdalena, in der Maria Magdalena auch mit Maria von Betanien, der Schwester von Marta und Lazarus, gleichgesetzt wird. Inzwischen hat jedoch die katholische Kirche diese Verknüpfung 1969 offiziell für irrig erklärt. Die griechischen Kirchenväter und die protestantische Tradition haben in diesen drei Gestalten immer drei verschiedene Frauen gesehen.

Andere Überlieferungen

Die Deutungen, um wen es sich historisch bei Maria Magdalena gehandelt hat, gehen weit auseinander. Manche Legenden halten sie sogar für eine Prinzessin.

In der Gnosis und der Rosenkreuzer-Mystik wird überliefert, dass Maria Magdalena die Gefährtin/Frau Jesu war und ihm sogar Kind(er)geboren hat. Nach dieser Theorie entspricht Maria Magdalena dem Heiligen Gral, wobei der Ausdruck "San Greal" als "Sang Real" (königliches Blut) gedeutet wird.

Das auf die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts datierte gnostische Evangelium nach Maria ist nach ihr benannt.

Gedenktag

Ihr liturgischer Gedenktag (katholisch und orthodox) ist der 22. Juli. Maria Magdalena ist die Patronin des im 13. Jahrhundert gegründeten Frauenordens der Magdalenerinnen. Sie ist Schutzpatronin der Frauen, der reuigen Sünder und der Verführten.

Als Heilige, die beim sterbenden Jesus ausgeharrt hat, findet sie Nachahmerinnen beispielsweise in den Frauen Lateinamerikas, die mit den Photos ihrer verschwundenen/toten Männer/Söhne auf die Straße gehen.

Ikonographie

Oft wird Maria Magdalena weinend unter dem Kreuz dargestellt. In der Kunst wird ihr außergewöhnliches Verhältnis zu Jesus immer wieder bildlich herausgestellt, indem die Künstler etwa auf Bildern darstellen, wie sie die Füße des Heilands salbt und liebkost (obwohl die Frau aus Lk 7,36-50 nicht mit Maria Magdalena identisch ist, siehe oben).

Luise Rinser zeichnet in ihrem Roman "Mirjam" ein sehr feministisches, starkes Bild von Maria Magdalena. Das Buch erzählt die Geschichte Jesu aus der Sicht der Protagonistin. Dasselbe gilt für das Buch Maria Magdalena von Marianne Fredriksson




     
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