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Marcus Annaeus Lucanus



Marcus Annaeus Lucanus (* 39, † 65), bekannt als Lucan, war ein römischer Dichter und Neffe Senecas.

Table of contents
1 Leben
2 Werk
3 Wirkung
4 Ausgaben
5 Literatur
6 Weblinks

Leben

Geboren am 3. November 39 n. Chr. in Córdoba. Sein Vater Marcus (?) Annaeus Mela war Sohn von Seneca 'dem Älteren' und Bruder von Seneca 'dem Jüngeren'. Nach der üblichen rhetorischen Ausbildung wurde Lucan in den Kreis der gebildeten Jeunesse dorée am Hofe Kaiser Neros aufgenommen. Obwohl er 60 n. Chr. an den Neronia einen Preis für einen Panegyricus auf Nero gewann, wurde ihm bald darauf ein Publikationsverbot erteilt, angeblich weil der Kaiser auf Lucans überlegenes Talent neidisch war. Lucan soll sich der erfolglosen Pisonischen Verschwörung angeschlossen haben, jedenfalls wurde er am 30. April 65 zum Selbstmord gezwungen; er schnitt sich die Pulsadern auf und soll einen Passus aus seinem unvollendeten Epos (s.u.) rezitiert haben, während er verblutete.

Werk

Von Lucans für seinen frühen Tod umfangreichem Werk ist neben spärlichen Fragmenten nur ein unvollendetes Epos über den römischen Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius erhalten, das in den Handschriften als Bellum civile (Der Bürgerkrieg) überliefert ist und oft als Pharsalia (etwa: Gedicht über die Schlacht von Pharsalos) zitiert wird. Erhalten sind 10 Bücher, deren letztes mitten im Satz abbricht; der geplante Umfang ist umstritten, vermutlich sollte es in 12 Büchern bis zum heroischen Tode Catos des Jüngeren in Utica reichen, da Cato im Verlauf der Handlung immer mehr als Held hervortritt.

Nicht unbedingt die Wahl des historischen Themas, aber seine Ausführung ist äußerst kühn: Lucan verzichtet auf dem im Epos bis dahin üblichen Götterapparat, über den Menschen sieht er höchstens Fortuna und das Schicksal in blinder Willkür regieren. Die Sprache Lucans ist sehr manieriert, er zählt neben Persius zu den schwierigsten lateinischen Dichter.

Wirkung

Die römische Kaiserzeit stritt darüber, ob Lucan als Dichter oder als Historiker zu werten sei, weil er auf den Götterapparat verzichte; Gaius Petronius Arbiter gibt in seinem Satiricon den Anfang eines ironischen Alternativgedichtes. Der Spätantike und dem Mittelalter galt Lucan als einer der bedeutendsten Dichter, er wird in einem Atem mit Vergil genannt; z.B. führt Dante im Purgatorium seiner Göttlichen Komödie unter den Weisen und Dichtern des Altertums neben Homer und Vergil eben Lucan auf. Im 18. und 19. Jahrhundert verfällt Lucans Ruhm, da ihm seine Sprache oft als bloße Rhetorik gewertet und für undichterisch gehalten wurde. Das 20. Jahrhundert hat, nicht zuletzt unter dem Schrecken der beiden Weltkriege, Lucan allmählich als Dichter wiederentdeckt; heute werden eine gewagten Bilder und Metaphern oft als seine eigentliche Kunst und Bedeutung gesehen.

Ausgaben

Literatur

Weblinks




     
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