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Magie



Der Artikel beschäftigt sich mit Magie vor heidnischem oder religiösen Hintergrund. Zaubern als Bühnenprogramm mit Tricks siehe unter Zauberkunst

Magie (v. griech.: mageia aus pers.: magoš der für magische Handlungen zuständige Priester) ist das Unternehmen des Magiers, die Elemente der magisch verstandenen Welt zum Wohle der Allgemeinheit zu manipulieren. (vgl.dazu: weiße Magie ) Der magische Umgang unterliegt genau vorgeschriebenen Regeln, Mustern und Ritualen.

Magie ist ein Teilgebiet der Religion; die Kritik der Magie sieht jedoch einen Gegensatz zwischen echter Religiosität und Magie. Die Magie spielt zwar insbesondere bei neuheidnischen Religionen eine besondere Rolle, da sie jedoch als reine Technik betrachtet werden kann, erfüllt sie zunächst keine religiöse Funktion. Sofern magische Operationen als dem Wohl der Allgemeinheit zuwiderlaufend erscheinen, tut sich ein weiterer Gegensatz von Religion und Magie auf. Dann redet man von Schwarzer Magie, Aberglaube, Zauberei und Betrug.

Table of contents
1 Definition der Magie
2 Geschichte der Magie
3 Die Paradigmen (Erklärungsmodelle) der Magie
4 Heutige Einteilung der Magie
5 Weitere Details/Gefahren/Fragen
6 Kritik
7 Literatur
8 Sachverweise
9 Personenverweise
10 Weblinks

Definition der Magie

"Magie ist die Wissenschaft und Kunst, mit Hilfe veränderter Bewusstseinszustände (magische Trance/Gnosis; nicht zu verwechseln mit Volltrance, Drogeneinnahme etc.) im Einklang mit dem Willen Veränderungen herbeizuführen." Zum so genannten "Wissenschaftsaspekt" gehören hierbei das Denken und das Wissen um Zusammenhänge, die "Kunst" deckt den Bereich des Intuitiven, der Sensitivität ab. Ein magischer Akt setzt sich zusammen aus Wille + Imagination + Trance/Gnosis/best.Techniken.

Geschichte der Magie

In allen Kulturen lassen sich Elemente magischer Praktiken feststellen. Bereits im Altertum ging man kritisch-differenzierend mit Magie um. Philo unterschied Magie als Wissenschaft des Schauens in die Werke der Natur von der Magie der Zauberer und Betrüger.

Im Mittelalter (Wilhelm von Auvergne) unterscheidet man einerseits eine göttliche magia naturalis von einer destruktiven teuflischen Magie. Andererseits wird die Magie im Ganzen von Gelehrten wie Thomas von Aquin als unwissenschaftlich und dämonisch abgelehnt. Vor allem in der Romantik wendet man ihr wieder das Augenmerk zu (Novalis, Friedrich Schlegel, Franz von Baader).

In der Gegenwart tritt Magie vor allem im Bereich der Parapsychologie, der New-Age-Bewegung, dem Okkultismus, der Astrologie und der Gnosis in Erscheinung.

Magische Praxis tritt in einem weiteren, formal eher unreligiösen, Zusammenhang im Alltag als Bemächtigung und Machterweiterung auf. Um Ansehen oder bestimmte Ziele zu erreichen, gebrauchen Menschen bestimmte - äußerlich durchaus unmagische - Mittel und Regeln mit magischer Kausalität. Dies führt in den Bereich der Magie und Faszination der Elemente des Alltags, etwa der Mode, Technik und Wissenschaft, wie sie in ihrer Wirksamkeit besonders durch die Werbung symbolisiert wird.

Die Paradigmen (Erklärungsmodelle) der Magie

Das Geistermodell

Dieses Modell geht davon aus, dass es außerhalb des Magiers real existierende Wesenheiten (Geister, Dämonen, Gott, Götter, Helfer usw.) gibt, mit denen er Kontakt aufnehmen, die er kennenlernen, als Freunde gewinnen oder als Diener unterwerfen kann. Der Magier fungiert als Mittler zwischen Diesseits/Alltagswelt und einer Anderswelt. (Stichworte hierzu: Tore zu und Werkzeug der Geisterwelt, belebte Wesenheiten)

Das Energiemodell

Der Magier ist hier nicht Beschwörer von Geistern, Göttern usw., sondern ein "Energiekünstler", der mittels der Handhabung sog. "feinstofflicher Energien" arbeitet. (Stichworte sind hier: Energiespeicher, Energielenker, Energieübertrager)

Das psychologische Modell

Nach dem psychologischen Modell findet alles, was der Magier bei der Ausübung seiner Tätigkeit wahrnimmt oder tut, im Inneren seiner Psyche statt, wo ein nicht näher definierter Mechanismus wirksam wird, der dann zu den Ergebnissen führt. Es entzieht den Göttern, Geistern und Wesenheiten ihre objektive Existenz, wohl aber u.U. nicht ihre subjektive, psychische Existenz (z.B. als innere Bilder, Assoziationshilfen, Archetypen). Magie ist hiernach eine reine Technik der Psyche, ein Mittel, um den eigenen Geist selbst zu manipulieren, so dass dieser in Übereinstimmung mit seinem Willen arbeitet; eine Außenwirkung wird aber nicht ausgeschlossen, da von dem Grundsatz "Wie innen, so außen (Wie oben, so unten)" ausgegangen wird. (Stichworte: Hermetik, Projektionsmittel, Assoziationshilfen, Komplexauflöser, Schattenarbeit, Archetypen)

Heutige Einteilung der Magie

Man unterscheidet:

Die dogmatische Magie, die sich meist an feste Grundregeln und Dogmen hält und die Beherrschung der Naturgesetze zum Inhalt hat.

Die experimentelle Magie, die sich auf die praktische Arbeit und Weiterentwicklung konzentriert.

Die pragmatische Magie, bei der es um einen pragmatischen Zugang zur Magie geht, weniger um die Neuentwicklung. Der Magier soll lernen, sich nicht an Dogmen zu binden, sondern aus allen Bereichen der Magie das herauszuziehen, was ihm nützlich erscheint.

Die Chaosmagie, die ein eigenes System der Magie ist. Die Grundlagen der Chaosmagie gehen zurück auf Ideen von Peter Carroll, Robert Anton Wilson, Ray Sherwin, Austin Osman Spare u.a. Als grobe Grundsätze gelten in der Chaosmagie: "Bewahre eine gesunde Skepsis gegenüber den geltenden Wahrheiten - Gnosis (Erkenntnis) - statt Pistis (Glaube)" und "Der Glaube ist nur eine Technik, befreie dich von den vorherschenden Ideologien". Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf jedes System verzichtet und Dinge des Alltags in die Rituale einfließen lässt.

In der Techniksoziologie hat Arnold Gehlen auch "magische Techniken" mit behandelt.

Weitere Details/Gefahren/Fragen

Im Bereich der sog. christlichen Magie und auch im Bereich der heidnisch-religiös orientierten Magie z.B. Wicca (Hexentum), Asatru (germanischer Glaube, etc.), wird in erster Linie mit "Es ist mein Wille, wenn es Dein (Gott, Universum, unterschiedlichste Götter) Wille ist" gearbeitet. Der Magier unterstellt seine Magie/seinen magischen Akt, je nach seinem persönlichen Glauben, einer übergeordneten Instanz. In diesem Bereich wird häufig damit gearbeitet, dass ein "solange es niemanden schadet" dem magischen Willenssatz hinzugefügt wird - die Interessen seiner Mitmenschen werden hierbei explizit berücksichtigt. Der Magier ist in dieser Magie eher ein Bittender, der die Interessen seiner Mitmenschen im Auge hat, und häufig auch als Heiler fungiert.

Es kann jedoch ein magisch-religiöser Konflikt entstehen, wenn der Magier sich auf den Standpunkt stellt, "Mein Wille geschehe". In diesem Falle findet eine Abwendung von den jeweiligen Glaubensvorstellungen statt, denn in diesem Falle bekundet der Magier, dass er aus eigener Kraft sein Schicksal gestalten will und für dieses die volle Verantwortung übernimmt. Er bedient sich hier aller Techniken und Gottheiten, die seinen Zielen förderlich sein könnten. Im Gegensatz zum mystisch-religiösen Menschen, der sich als "Werkzeug" einer höheren Instanz sieht, die er als Gott/Götter definiert und auf deren Handeln er allenfalls durch Gebete und Fürbitte Einfluss nehmen kann, sieht er sich nicht als gehorchender Diener jenseitiger Mächte an, deren Wille ihm durch einige wenige "Berufene" (Priester, Offenbarungsschriften, etc.) vermittelt wird.

In diesem Bereich ist der Magier, was seine Ethik anbelangt, völlig frei, da er sich nicht einem religiös-mystischen System unterwirft. Dies hindert ihn allerdings nicht, zum Wohle seiner Mitmenschen zu "zaubern", zu handeln und zu heilen. Er sieht sich jedoch frei von höheren Mächten und einer ihm auferlegten Ethik - diese entwickelt er für sich selber - er ist nach seiner Auffassung für sein Handeln und seinen Lebensverlauf allein verantwortlich, ohne für die Folgen andere "höhere Mächte" dafür verantwortlich machen zu können.

Ob im Rahmen eines magischen Aktes tatsächlich fremde Mächte beschworen werden ist - wie könnte es anders sein - Ansichtssache. Hierbei sei auf die unterschiedlichen Magiemodelle verwiesen.

Die immer wieder auftretende Kritik, dass in der Magie die Kräfte des Bösen/Teufel/etc. beschworen würden, hängt von der jeweiligen Ansicht des Betrachters ab. "Was gut - Was böse" - es ist Glaubenssache, so gibt es im nondualistischen Denken eine solche Einteilung nicht, zudem dürfte davon ausgegangen werden, dass der Teufel, insbesondere in monotheistischen Religionen eine beliebte Figur gewesen ist, um die Gläubigen in Schach zu halten. Wenn jemand an die Existenz von Dämonen / Teufel glaubt, so sind diese, zumindest für die jeweilige Person in ihrem subjektiv-psychischen Universum (ebenso wie ein gedachter Gott), durchaus real und können natürlich zu Verhaltensänderungen der Person führen, es können demnach durchaus psychische Probleme (z.B. Größenwahn, Minderwertigkeitskomplexe, Angst, Schuldgefühle, Magiesucht, etc.) auftreten. Diese sind aber nicht magiespezifisch, sondern treten auch in anderen Bereichen auf (z.B. Sexbesessenheit, Allmachtsgefühle, Arbeitswut (Workoholic), fanatischer Glaube etc.), problematisch ist hierbei die "Besessenheit/Sucht" an sich, nicht die Sache selber.

Kritik

Der Haupteinwand gegen Magie liegt im Vorwurf der Bemächtigung unpersönlicher Kräfte, anderer Lebewesen und geistiger Wirklichkeiten für eigene Ziele. Auf diese Weise wäre Magie der Ausdruck einer ichbezogenen Haltung, die alles übrige instrumentalisiert. Dieser Vorwurf bleibt unabhängig davon aufrecht, ob diese intendierte Beeinflussung nun tatsächlich möglich ist oder nicht.

Vom religiösen und insbesondere vom christlichen Standpunkt aus hält die Kritik der Magie daran fest, dass der Mensch insbesondere in seiner Gottesbeziehung immer ein Empfangender, nie ein Verfügender sein könne. Wollte er das Göttliche als ihm zu Diensten stehend denken oder in seiner Praxis dieses als jederzeit verfügbar ansehen, würde damit ein echt personaler Gottesbezug aufgehoben und unmöglich gemacht. Auch der Mitmensch könne und dürfe nicht als Mittel zum Zweck angesehen werden, sondern müsse in seiner personalen Würde geachtet werden. Ein weiterer Einwand theologischer Provenienz lässt fragen, ob durch Magie und Okkultismus möglicherweise tatsächlich Mächte des Bösen beschworen werden (Teufel, Dämonen) und der Mensch dadurch in eine Abhängigkeit gerät, die seiner Freiheit und Würde abträglich sind.

Zeugnisse aus der seelsorgerischen Praxis bringen derartige Abhängigkeiten mit magischer Betätigung in Zusammenhang. Dabei scheint meist der christliche Glaube beeinträchtigt, mitunter wird aber auch von seelischen Störungen berichtet (siehe Weblink "Magie aus Sicht der Seelsorge").

Literatur

Sachverweise

Fantasy -- Geomantie -- Hexe -- Kawwana: "Leben ist Magie!" -- Magier -- Mager -- Schadenszauber -- Schamane -- Schwarze Magie -- Weiße Magie -- Zauberei -- Zauberkunst

Personenverweise

Abraham von Worms -- Abulafia -- Franz Bardon -- Aleister Crowley -- Thorwald Dethlefsen -- Wolfgang Schmidbauer

Weblinks




     
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