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Möwen



Möwen
Silbermöwe (Larus argentatus)
Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel
(Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige
(Charadriiformes)
Familie: Möwen (Laridae)
Die Möwen (Laridae) bilden eine Vogelfamilie innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes bzw. Wat- und Möwenvögel).
Von einigen Autoren werden auch die Raubmöwen (Stercorariidae) und die Seeschwalben (Sternidae) in diese Familie eingegliedert.

Die Familie umfasst bei enger Umgrenzung 6 Gattungen und ca. 55 Arten, die fast alle zur Gattung Larus gehören.

Table of contents
1 Aussehen
2 Verbreitung
3 Lebensraum
4 Ernährung und Lebensweise
5 Stimme
6 Fortpflanzung
7 Weitere Angaben
8 Gattungen und Arten
9 Weblinks

Aussehen

Die Möwen sind mit ca. 30-80 cm Länge etwa tauben- bis knapp adlergroß. Sie besitzen relativ schmale, spitze Flügel und kräftige, schlanke Schnäbel mit leicht nach unten gekrümmtem Oberschnabel. Die drei nach vorn gerichteten Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden, eine vierte, sehr kurze, bei einigen Arten auch fehlende Zehe zeigt nach hinten.
Möwen sind meist weiß-grau gefiedert, oft mit schwarzer Färbung am Kopf, am Rücken und auf den Flügeln. Die Geschlechter unterscheiden sich farblich nicht, Männchen sind aber etwas größer. Bei vielen Arten sind die Jungvögel bräunlich gefärbt. Die größeren Möwenarten brauchen bis zu vier Jahre zur vollen Ausfärbung, bei den kleineren sind zwei Jahre dafür normal. Viele Arten haben unterschiedliche Brut- und Ruhekleider. Arten mit im Brutkleid dunkler Kopffärbung verlieren diese im Ruhekleid und haben dann nur einige dunkle Flecken an den Kopfseiten und im Nacken.

Verbreitung

Möwen sind fast weltweit verbreitet, am artenreichsten in den gemäßigten und kalten Klimazonen beider Erdhalbkugeln. In vielen tropischen Regionen fehlen Brutvorkommen, so im Amazonasbecken in Südamerika, im Kongobeckenbecken in Zentralafrika, in Indien, Südostasien und Neuguinea. Einige nördlich brütende Arten kommen allerdings zum Überwintern hierher an die Küsten.

Lebensraum

Die meisten Möwenarten leben an den Meeresküsten. So kommen etwa auf Helgoland zahlreiche Arten vor. Einige Arten, wie die Lachmöwe (Larus ridibundus), brüten auch im Binnenland, vor allem an größeren Gewässern. Nur wenige, wie die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla), leben den Großteil des Jahres auf hoher See. Manche Arten, z.B. die Silbermöwe (Larus argentatus), sind zum Kulturfolger geworden und bevölkern besonders im Winter die Müllhalden im Binnenland.

Ernährung und Lebensweise

Die meisten Möwenarten sind Allesfresser, die je nach Gelegenheit lebende Nahrung oder Abfälle und Aas zu sich nehmen. Es überwiegt aber tierische Nahrung wie Fische, Krebstiere, Weichtiere oder Stachelhäuter, gelegentlich auch kleine Nagetiere. Die großen Arten, wie z.B. die Mantelmöwe (Larus marinus), rauben auch Nester aus und erbeuten sogar Vögel bis zur Größe von Enten, wobei ihnen hauptsächlich kranke Tiere zum Opfer fallen. Dagegen halten sich die kleineren Arten, etwa die Lachmöwe, vorzugsweise an Insekten und Würmer.
Möwen sind ausgezeichnete Segelflieger, insbesondere auch bei starkem Wind. Sie suchen vor allem dem Strand nach Nahrung ab und jagen manchmal anderen Vögeln die Beute ab. Wenn sie nach Nahrung tauchen, dann ist nur der Kopf und ein Teil des Körpers unter Wasser.
Möwen können ca. 30 Jahre alt werden.

Lachmöwe (Larus ridibundus) mit Nistmaterial

Stimme

Möwen sind ziemlich lautstarke Vögel, was häufig noch durch ihr geselliges Auftreten verstärkt wird. Ihre kreischenden, miauenden, lachenden, krächzenden, jaulenden, bellenden oder klagenden Schreie werden oft gereiht ausgestoßen und sind nicht sonderlich melodiös.

Fortpflanzung

Die Möwen sind Bodenbrüter. Einige Arten sind auf das Nisten in Felsnischen spezialisiert. Möwen brüten meist in Kolonien. Sie legen in der Regel 2-4 Eier in Nester, die sie aggressiv verteidigen, auch gegen Menschen. Die Eier werden abwechselnd von beiden Eltern 3-5 Wochen lang bebrütet. Die Küken können von Anfang an laufen und schwimmen, bleiben aber als Platzhocker meist im Nest sitzen und werden von beiden Eltern gefüttert. Bis zum Flüggewerden vergehen 3-9 Wochen, wobei das bei kleinen Arten, wie der Zwergmöwe (L. minutus), deutlich kürzer dauert als bei großen, wie der Mantelmöwe.

Weitere Angaben

Die Taxonomie der Verwandtschaftsgruppe von Silbermöwe und Heringsmöwe (Larus fuscus) ist sehr schwierig. Diese Gruppe besteht je nach Auffassung aus 2-8 Arten und weist eine ringförmige Verbreitung um die Nordhalbkugel auf. Räumlich aneinandergrenzende Sippen sind zum Teil nur unvollständig genetisch isoliert, sodass es zwischen ihnen zu einem gewissen Genfluss kommt.

Sturmmöwe (Larus canus)

Gattungen und Arten

Weblinks




     
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