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Ludwig der Fromme



 

Ludwig I., genannt Ludwig der Fromme (* 778 in Chasseneuil; † 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein), war König des Fränkischen Reiches und römisch-deutscher Kaiser.

813 krönte Karl der Große seinen dritten Sohn Ludwig, König von Aquitanien, in Aachen zum Mitkaiser.

Nach dem Tode des Vaters am 28. Januar 814 wurde Ludwig Alleinherrscher des Frankenreiches und zog nach Aachen. Dort entfernte er seine Schwestern vom Hof und zwang seine drei illegitimen Halbbrüder Hugo, Drogo und Theoderich in ein Kloster. Die ersten Jahre der Herrschaft Ludwigs des Frommen waren von einem großen Reformwillen geprägt. Zahlreiche Kapitularien wurden herausgegeben, missi dominici sollten die Missstände im Reich offenlegen und auf verschiedenen Synoden wurde das Kirchenrecht reformiert. So wurde beispielsweise im Jahr 816 die benediktischen Regeln für alle im Frankenreich lebenden Mönche verbindlich. Stark war der Einfluss kirchlicher Berater, wie Abt Benedikt von Aniane, den Ludwig der Fromme aus Aquitanien mitgebracht hatte und dem er in der Nähe Aachens das Kloster Inda (heute Kornelimünster) erbauen ließ oder Markward, Abt von Prüm. Daneben sind sein ehemaliger Milchbruder, Ebbo von Reims, und weitere Ratgeber zu nennen.

In Reims wurde Ludwig 816 von Papst Stephan IV nochmals zum Kaiser gekrönt. Vielleicht durch einen Unfall, den der Kaiser wie durch ein Wunder fast unverletzt überlebte, gedrängt, regelte er schon 817, im dritten Jahr seiner Herrschaft, seine Nachfolge. In der sog. Ordinatio imperii teilte er das Reich nicht - wie es fränkischem Brauch entsprochen hätte, um wie es auch Karl der Große in seiner Divisio regnorum von 806 vorgesehen hatte - einfach unter seinen drei Söhnen auf, sondern fand eine Sonderregel für das Kaisertum. Lothar, der älteste Sohn aus der ersten Ehe mit Irmingard, wurde durch Ludwig den Frommen in Aachen zum Mitkaiser gekrönt. Ihm stand die Nachfolge im Kaisertum zu, und er sollte eine Art "außenpolitische" Hoheit über das Gesamtreich erhalten. Die nachgeborenen Söhne Pippin und Ludwig wurden ihm untergeordnet, konnten nur auf "innenpolitischer" Ebene in ihren Teilreichen entscheiden. Pippin bekam Aquitanien und Ludwig den östlichen Teil des Fränkischen Reichs. König Bernhard von Italien, ein (illegitimer?) Neffe Ludwigs des Frommen, der von Karl dem Großen in Italien eingesetzt worden war, wehrte sich gegen die Bestimmungen der Ordinatio imperii, da er seine Herrschaft über Italien gefährdet sehen mußte. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, der zunächst zum Tode verurteilte Bernhard zur Blendung "begnadigt", bei deren Durchführung er allerdings starb.

Die hohe Geistlichkeit riet dem Kaiser zur öffentlichen Buße und zu einer neuen Heirat. Ludwig heiratete Judith, die willensstarke Tochter des Alemannenkönigs und schwäbischen Grafen Welf. Für sie verstieß Ludwig 823 gegen die von ihm selbst 817 aufgestellte Nachfolgeregelung, als er für Karl, einen Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Judith, mit Schwaben ein neues Teilreich schaffen wollte. Seit 830 begannen die Söhne mehrere Aufstände gegen ihren Vater und gegeneinander. 833 zwangen ihn seine Söhne auf dem Reichstag auf dem "Lügenfeld" bei Colmar zum öffentlichen Schuldbekenntnis und zur Verbannung Judiths und deren Sohn Karl in ein Kloster. 836 wird Ludwig von seinen Söhnen zur Abdankung und in das Kloster Soissons gezwungen.

Sein Sohn Lothar wähnte nun seine Herrschaft über das Gesamtreich für gesichert, doch nun verbündeten sich seine Brüder mit ihrem abgesetzten Vater Ludwig und holten diesen auf den Thron zurück. Lothars Macht wurde auf Italien beschränkt. Eine zweite Reichsteilung 837 zugunsten Karls des Kahlen, Ludwigs Sohn aus zweiter Ehe, die dessen Herrschaft über Friesland und das Gebiet zwischen Maas und Seine vorsah, führte zu neuen Unruhen, die erst durch den Vertrag von Verdun 843 beendet wurden. Das alte Frankenreich wurde endgültig geteilt. Es entstanden zwei unabhängige Königreiche, was auch zum Zerfall der kirchlichen Einheit des ehemaligen fränkischen Großreiches führte.

Besonders gern weilte Ludwig in der Pfalz zu Ingelheim am Rhein. 819, 826, 828 und 839 hielt er festliche Reichsversammlungen in der Ingelheimer Kaiserpfalz ab. Zur Taufe 826 hatte er den Dänenkönig Harald Klak und dessen 400-köpfiges Gefolge zu Gast.




     
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