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Longos



Longos von Lesbos war ein griechischer Schriftsteller, Sophist und der Autor von Daphnis and Chloë.

Nichts ist über sein Leben bekannt, und alles, was gesagt werden kann ist, dass er wohl am Ende des 2. Jahrhunderts oder Anfang des 3. Jahrhunderts lebte. Es wird sogar vermutet, dass sein Name lediglich eine Fehlinterpretation der letzten Worte des Titels ΛΟΓΓΟΥ ΠΟΙΜΕΝΙΚΩΝ ΤΩΝ ΠΕΡΙ ΔΑΦΝΙΝ ΚΑΙ ΧΛΟΗΝ ΛΕΣΒΙΑΚΩΝ ΛΟΓΟΙ Δ im Florentiner Manuskript sei; Seiler beobachtete zudem, dass das beste Manuskript mit λογος (nicht λονγος) πρώτος beginnt und endet. Falls sein Name wirklich Longos war, war er vermutlich ein Freigelassener einer römischen Familie, die diesen Namen trug.

Longos’ Stil in rhetorisch, seine Schäferpoesie ist völlig konventionell, aber ihm gelingt es, menschliche Gefühle in ein reines Phantasiegemälde hinein zu weben. Als Gefühlsbeschreibung hat Daphnis und Chloë eine bessere Beziehung zur modernen Literatur als sein Hauptrivale unter den griechischen erotischen Romanzen, die Aethiopica des Heliodoros, die auffallend ähnlich in der einfallsreichen Aufeinanderfolge der Ereignisse ist.

Daphnis and Chloë, zwei von Hirten gefundene Kinder, er 15 Jahre alt, sie 13, wachsen gemeinsam in gegenseitiger und unverdächtiger Liebe auf. Die Entwicklung dieser Leidenschaft ist das Hauptthema, das nur von wenig Handlung begleitet wird, Problemen, die von außen herangeführt werden: Chloë wird entführt und kehrt zurück, Daphnis ebenso; die beiden Liebenden werden von ihren Eltern wiedergefunden, reichen Familien aus einer weit entfernten Stadt, die die beiden mit anders gearteten Heiratsplänen überziehen. Daphnis und Chloë kehren aber zu einem glücklichen Leben ihrer Jugendtage auf dem Lande zurück.

Daphnis and Chloë war die Vorlage für La Sireine von Honoré d'Urfé, die Diana enamorada von Jorge de Montemayor, die Aminta von Torquato Tasso und The Gentle Shepherd von Allan Ramsay. Das gefeierte Paul et Virginie ist ein Echo der gleichen Geschichte.

Siehe J. Dunlops History of Prose Fiction (1888) und ganz besonders E. Rohde, Der griechische Roman (1900). Longos fand einen unübertroffenen Übersetzer in Jacques Amyot, Bischof von Auxerre, dessen französische Version in der Überarbeitung von Paul Louis Courier besser bekannt ist als das Original. Sie erschien 1559, 39 Jahre vor der Veröffentlichung der griechischen Textes in Florenz durch Columbani.

Die wichtigsten nachfolgenden Ausgaben sind die von G. Jungermann (1605), Jean-Baptiste Gaspard d'Ansse de Villoison (1778, die erste kommentierte Standardausgabe), A. Coraes (Coray) (1802), P. L. Courier (1810, mit neu entdeckten Teilen), E. Seiler (1835), R. Hercher (1858), N. Piccolos (Paris 1866) und Kiefer (Leipzig 1904), W. D. Lowe (Cambridge 1908). A. J. Pons' Ausgabe (1878) von Couriers Version enthält eine umfangreiche Bibliographie; zahlreiche illustrierte Ausgaben liegen vor, die mit den Zeichnungen von Prudhon ist besonders hervorzuheben.

Neuere Ausgaben sind:

Literatur:



     
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