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Liktor



Liktoren (lat. lictores zu ligare, "binden") waren im Römischen Reich Amtsdiener, die den höheren Staatsbeamten (Konsuln, Prätoren bei öffentlichen Auftritten voranschritten oder sie auch - vergleichbar den heutigen bodyguards - umringten.

Als Zeichen der Macht des von ihnen begleiteten Amtsträgers und des Römischen Reichs insgesamt trugen sie über der linken Schulter ein Rutenbündel, die sogenannten fasces, von denen sich der Begriff des Faschismus herleitet. Außerhalb der Stadt Rom wurde in dem Rutenbündel halb verborgen, aber erkennbar ein Beil mitgeführt. Den Brauch, staatliche Macht auf diese Weise öffentlich zu demonstrieren, haben die Römer wahrscheinlich von den Etruskern übernommen. Jedenfalls gibt es bereits in etruskischen Gräbern entsprechende Darstellungen. Der Auftritt römischer Machthaber in Begleitung von Beil und Rutenbündel tragenden Liktoren wurde besonders in eroberten Gebieten gepflegt, um durch das Vorzeigen dieser allseits bekannten Machtsymbole (insignia imperii) Eindruck zu machen. Die Zahl der einem Würdenträger vorausgehenden Liktoren signalisierte seinen Rang: Konsuln z. B. wurden von zwölf, Prätoren von sechs Liktoren begleitet.

Im 20. Jahrhundert wurde das Rutenbündel mit Beil zum Symbol des italienischen Faschismus.

Der römische Brauch der Liktorenauftritte erscheint heute befremdlich. Das beruht darauf, dass sich die Formen der Staatsymbolik im Lauf der Zeiten verändert haben. In der Gegenwart wird staatliche Macht bei öffentlichen Auftritten durch Fahnen, Entourage, rote Teppiche und schwarze Luxuslimousinen symbolisiert.




     
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