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Libellen



Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Insektengruppe der Libellen. Für andere Bedeutungen des Wortes siehe Libelle.
Libellen
gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)
Foto: Matthias Zimmermann
Systematik
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Libellen (Odonata)
Ordnungen
  • Großlibellen (Anisoptera)
  • Kleinlibellen (Zygoptera)
  • Urlibellen (Anisozygoptera)

Die Libellen (Odonata) bilden eine Überordnung innerhalb der Klasse der Insekten. Von den bekannten 4700 Arten leben in Mitteleuropa etwa 80. Die Flügelspannweite der Tiere beträgt zwischen 20 und 110 mm, die Art Megaloprepus coerulatus kann eine Spannweite von maximal 150 mm erreichen.

Table of contents
1 Bau der Libellen
2 Fortpflanzung und Entwicklung
3 Gefährdung der Libellen
4 Systematik der Libellen
5 Weblinks

Bau der Libellen

Die Libellen zeichnen sich durch einen außergewöhnlichen Flugapparat aus. Die Fähigkeit, ihre beiden Flügelpaare auch unabhängig voneinander bewegen zu können, ermöglicht es ihnen, abrupte Richtungswechsel zu vollziehen, in der Luft stehen zu bleiben oder (bei einigen Arten) auch rückwärts zu fliegen. Die großen Vorder- und Hinterflügel sind annähernd gleich groß und weisen eine komplexe Flügeladerung auf. Da ihnen das für die Neuflügler typische Flügelgelenk fehlt, können sie die Flügel nicht nach hinten über den Hinterleib legen. Anders als bei allen anderen Insekten setzen bei den Libellen die Flugmuskeln direkt an den Flügeln an.

Der Kopf der Libellen ist deutlich von den Brustsegmenten getrennt und dadurch extrem beweglich. Auffällig sind die großen Facettenaugen, die bei einigen Arten aus bis zu 30.000 Einzelaugen (Ommatidien) bestehen können. Die Mundwerkzeuge und besonders die Mandibeln sind kräftig entwickelt und bezahnt (daher der wissenschaftliche Name "Odonata")

Die Brustsegmente sind sehr kräftig ausgebildet und schräg gegenüber dem ersten Segment ausgerichtet. Auf diesem Weg entsteht ein nach vorn gerichteter "Fangkorb" aus den Beinen. Der Hinterleib ist meist schlank ausgebildet und farbig. Durch die Länge bewirkt er eine Stabilisierung beim Flug. Die Männchen besitzen am Ende des Hinterleibs eine Greifzange aus umgebildeten Hinterleibsanhängen (Cerci), mit der sie das Weibchen bei der Paarung festhalten können.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die beiden ausgewachsenen Libellen finden sich im Flug, wobei nach einem Vorspiel häufig das Männchen das Weibchen mit der Hinterleibszange hinter dem Kopf ergreift. Danach biegt sich das Weibchen im Flug nach vorn und berührt mit ihrer Geschlechtsöffnung am 8. oder 9. Hinterleibssegment den Samenbehälter des Männchens am 2. oder 3. Hinterleibssegment. Dabei entsteht das für Libellen typische Paarungsrad der Libellen. Das Weibchen legt nach der Begattung die Eier in ein Gewässer ab.

In diesen Gewässern durchleben alle Libellen ihre Frühentwicklung. Im Wasser sind die Larven gut angepasste Räuber und besitzen als wirksamstes Organ für diese Lebensweise eine typische Fangmaske, die im Ruhezustand unter den Kopf gefaltet wird. Ist ein potentielles Opfer in Reichweite, schnellt dieses klauenbewehrte Instrument hervor und die Beute wird gepackt. Kleinlibellen (Zygoptera) bevorzugen als Beute vor allem Mückenlarven und Kleinkrebse wie etwa die Bachflohkrebse (Gammarus pulex). Larven der Großlibellen (Anisoptera) jagen entsprechend größere Beutetiere wie kleine Kaulquappen oder Insekten und deren Larven.

Zur Atmung unter Wasser besitzen Libellenlarven zwei verschiedene Techniken, wodurch sie auf den ersten Blick unterschieden werden können: Die Kleinlibellen haben an ihrem Hinterende drei blattförmige Kiemen, mit denen sie Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen können. Großlibellen hingegen besitzen keine Kiemen. Die Aufnahme des Sauerstoffes erfolgt hier durch ein spezielles Gewebe im Enddarm. Entsprechend sind besonders Großlibellen abhängig von sauerstoffreichen, unverschmutzten Gewässern.

Die Verpuppung der Larven erfolgt außerhalb des Wassers, meist an den Stängeln oder auf den Blättern von Wasserpflanzen bzw. Schilf. Dort schlüpft dann auch das ausgewachsene Insekt (Imago) aus der Larvenhülle, die als Exuvie zurückbleibt.

Gefährdung der Libellen

Im Jahr 2001 wurde die Plattbauchlibelle (Libellula depressa) zum Insekt des Jahres gewählt. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass die auffällige und weit verbreitete Art stellvertretend für alle Libellen (Odonata) stehen und auf deren Gefährdung in Deutschland aufmerksam machen soll. Die Gefahr geht vor allem aus von einer ständig voranschreitenden Verschmutzung und Trockenlegung vieler Gewässer, die von den Libellenlarven als Lebensraum gebraucht werden. Die Folge: zwei Drittel der rund 80 heimischen Arten sind gefährdet, 20 Prozent sogar vom Aussterben bedroht. Da den meisten Laien die Artunterscheidung nicht möglich ist, stehen alle Libellenarten in Deutschland und den meisten Nachbarländern unter Artenschutz, es dürfen also nur die leeren Puppenhüllen (Exuvien) gesammelt werden.

Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben sind Libellen ungiftig und können auch nicht stechen, sie sind also für den Menschen völlig harmlos. Alte Namen wie etwa "Teufelsnadel" kamen durch diese falsche Vorstellung zustande und brachten den Libellen einen nicht gerade positiven Ruf bei.

Libellen gibt es schon seit mindestens 300 Millionen Jahren. Damals hatten die größten (bekannten) Arten eine Flügelspannweite von 70 Zentimetern. Die größten heutigen Libellen haben ein Spannweite von 19 cm.

Systematik der Libellen

Bei den Libellen unterscheidet man drei Untergruppen. Bei den Großlibellen (Anisoptera, ca. 2500 Arten), sind die Flügelpaare ungleich groß und stehen in Ruhestellung seitlich vom Körper ab. Die Facettenaugen berühren sich meistens in der Kopfmitte. Kleinlibellen (Zygoptera, ca. 2600 Arten) haben gleich große Flügelpaare, die in Ruhestellung nach hinten über dem Körper zusammengefaltet werden. Die Augen stehen weit auseinander. Die Urlibellen (Anisozygoptera) existieren heute nur noch in zwei Arten im Himalaya und in Japan

Die Arten Mittel- und Südeuropas gehören den folgenden Familien an:

Weblinks




     
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