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Leitstelle



Die Rettungsleitstelle (auch Feuerwehreinsatzleitstelle) koordiniert die Einsätze der Rettungsdienste oder der Feuerwehr und nimmt Notrufe, vor allem aus dem Telefonnetz entgegen

Leitstellen sind rund um die Uhr mit so genannten Leitstellendisponenten besetzt. Diese Disponenten sind Mitarbeiter des Leitstellenbetreibers, d. h. Angestellte oder auch Freiwillige der Hilfsorganisation, die die Leitstelle im Auftrag betreibt, oder Beamte der Berufsfeuerwehr, des Landkreises oder einer Kreisstadt. In letzter Zeit gibt es auch wie in anderen Bereichen, Leitstellen auszulagern. So wird in Niederösterreich die Leitstelle des Rettungsdienstes von einer vom Roten Kreuz ausgelagerten Firma namens LEBIG betrieben.

Alle eingegangenen Notrufe werden mit dem Computer erfasst. Anhand der eingegebenen Daten schlägt die Leitstellen-Software an Hand der gespeicherten, so genannten Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) die einzusetzenden Rettungsmittel vor. Der Disponent alarmiert, je nachdem ob die Geräte vorhanden sind und nach Lage, über bestimmte Alarmierungssysteme der Feuerwehr die zuständigen Rettungskräfte in den Feuer- oder Rettungswachen bzw. ehrenamtliche Helfer der Schnelleinsatzgruppe/ HvO vor Ort.

Es kann auch die Bevölkerung zum Beispiel durch Radiodurchsagen oder durch Sirenen gewarnt oder alarmiert werden. Es werden auch Versuche und Überlegungen angestellt, die Bevölkerung mittels SMS oder über Funkuhren zu warnen.

Mittels Sprechfunk werden dann die Einsatzbefehle gegeben. Über Statusmeldungen aus den Fahrzeugen weiß der Leitstellendisponent immer, welche Einsatzfahrzeuge gerade im Einsatz sind.

Auch während des weiteren Verlaufs des Einsatzes können die Hilfskräfte unterstützt und koordiniert werden. So kann die Leitstelle während eines Ereignisses zu einer Stabsstelle erweitert werden.

Beispielsweise wird bei einem Beinbruch nur ein Rettungswagen zur Unfallstelle geschickt. Bei Störungen der Vitalfunktionen (Bewusstlosigkeit, Atem- oder Kreislaufstörungen, ...) liegt eine so genannte Notarztindikation vor, d.h. es wird zusätzlich zum Rettungswagen noch ein Notarzt zur Einsatzstelle geschickt.

Der Disponent hat weiterhin die Hilfsfrist zu beachten. Die Hilfsfrist legt fest, wie schnell ein Rettungsmittel am Einsatzort sein muss.

Das Team einer Leitstelle muss gute Kenntnisse über die Hilfsmöglichkeiten der jeweiligen Organisation, gute Ortskenntnisse und Koordinationsfähigkeiten haben und muss gruppenn- und stressfähig sein. Es müssen auch genügend Hilfsmaterialien vorhanden sein, wie Alarmpläne, Kartenmaterial, Telefonanschlüsse, Funk, EDV-Unterstützung oder Tonaufzeichnungsgeräte, etc.

Arten

Die Polizeileitstelle koordiniert die Einsätze der Polizei und nimmt Notrufe entgegen.

In einigen Landkreisen gibt es auch so genannte Integrierte Leitstellen (ILSt), d. h. in diesen Leitstellen wird sowohl der Rettungsdienst als auch die Feuerwehr disponiert. Dies verringert den Personal- und Technikaufwand erheblich und soll unklare Sachlagen vermindern. Es bedeutet aber auch, dass die eingesetzten Disponenten eine sehr weitreichende Ausbildung in allen Sachgebieten benötigen.

In Kombinierten Leitstellen werden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gemeinsam disponiert. Sie entsprechem dem Typ von "Emergency Dispatchern", wie er in den angelsächsischen Ländern üblich ist.
In Deutschland sind diese sie nicht gebräuchlich. Allerdings wird in einigen ländlichen Gebieten ohne ständig besetzte Feuerwehrleitstelle (v. a. in Bayern) die Feuerwehr über die Polizeieinsatzzentralen (PEZ) alarmiert.
Die Begriffe "Kombinierte Leitstellen" und "Integrierte Leitstellen" werden - obwohl von der Bedeutung her unterschiedlich - oft auch synonym verwendet.

Auch in Österreich gibt es verschiedene Arten für die einzelnen Einsatzkräfte. Die Kombinationsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. So gibt es für die Feuerwehren auf Bezirks oder Landesebene so genannte Bezirksalarmzentralen oder Bereichsalarmzentralen oder die Landeswarnzentralen. Im Rettungsdienst gibt es Kooperationen vom Roten Kreuz und dem Arbeitersamariterbund. Es ist auch stark abhängig ob die Organisationen selbst ihre Einsatzleitungen organisieren oder ob sie von amtlichen Stellen organisiert werden.

Es gibt auch noch weitere Leitstellen, zum Beispiel für den nicht notfallgebundenen Krankentransport (sofern er nicht durch die Rettungsleitstelle abgedeckt wird), Hausnotrufsysteme, Werkfeuerwehren (TUIS), oder bei privaten Sicherheitsdiensten. Teilweise sind diese auch in andere Leitstellen integriert.

Andere Organisationen haben ebenfalls Einsatzleitstellen, z.B.:

Siehe auch:
Hinweis Gesundheitsthemen



     
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