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Lance Armstrong



Lance Armstrong (* 18. September 1971 in Plano, Texas, USA) ist ein US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer.

Er gewann bisher sechsmal die Tour de France und ist damit der erste Fahrer, dem dieses Meisterstück gelang. Nach Miguel Indurain, der es auf 5 aufeinanderfolgende Siege brachte, war er von 1999 bis 2004 der Erste, der sechs Mal hintereinander erfolgreich war.

Lance Armstrong wuchs in Plano, einer texanischen Kleinstadt auf. Mit 13 Jahren bestritt Armstrong seinen ersten Triathlon. Später konzentrierte er sich auf den Radsport und wurde 1992 Profi des amerikanischen Radrennstalls Motorola.

Gleich bei seinem zweiten Rennen als Profi in Europa, dem prestigeträchtigen Weltcuprennen Meisterschaft von Zürich, konnte er den zweiten Platz belegen. Ein Jahr später gewann Armstrong seine erste Tour de France-Etappe, stieg in den Alpen jedoch aus. Im September 1993 gewann der erst 21-jährige sensationell die Straßenrad-Weltmeisterschaft im verregneten Oslo. 1994 gewann Lance Armstrong sein erstes Weltcuprennen in San Sebastian. 1995 fuhr er erstmals die Tour de France zu Ende und gewann dabei erneut eine Etappe. Der Amerikaner wurde inzwischen zu den besten Klassikerjägern im Radsport gezählt.

Im September 1996 wurde bei Armstrong Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Zwei Operationen und eine Chemotherapie schlossen sich an, die Krebserkrankung konnte schließlich erfolgreich behandelt werden. Armstrong gründete die Krebshilfsorganisation Lance Armstrong Foundation.

Im Frühjahr 1998 kehrte Lance Armstrong in den Radsportzirkus zurück. Inzwischen bei dem amerikanischen Team US Postal Service unter Vertrag, war der Neuanfang zunächst nicht erfolgreich. Erst im zweiten Anlauf im Herbst gleichen Jahres konnte sich Lance Armstrong wieder in Szene setzen und erreichte bei der Vuelta a España, dem drittwichtigsten Radrennen der Welt, sensationell den vierten Platz, die bis dahin beste Platzierung des einstigen Klassikerspezialisten bei einer großen Rundfahrt.

1999 gewann Armstrong dann erstmals die Tour de France sowie vier einzelne Etappen. Er war nach seiner Leistung bei der Vuelta des Vorjahres als Geheimfavorit gestartet, konnte aber schon nach seinem Sieg beim Prolog das Gelbe Trikot des Führenden überstreifen. Auf den Bergetappen und besonders im Zeitfahren baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus.
Armstrongs Sieg wurde weltweit als das Comeback des Jahrhunderts gefeiert. Dass ein Mann eine Krebserkrankung überwand und danach das schwerste Radrennen der Welt gewann, war tatsächlich bigger than life.

Armstrong konnte seinen Sieg bei der Tour in den Folgejahren 2000 bis 2004 wiederholen und legte dabei eine selten erlebte Dominanz an den Tag. Armstrong richtete seine gesamte Saisonplanung akribisch auf das dreiwöchige Spektakel in Frankreich aus, was ihm zwar Kritik von Expertenseite einbrachte, aber zweifelsohne ein äußerst erfolgreiches Konzept war. Im Jahr 2000 erschien eine Autobiographie, die er vor allem seinem Kampf gegen den Krebs widmete. Das Buch wurde ein Bestseller. 2002 wurde Armstrong zum ?Sportsman of the Year? gewählt.

2004 gewann er die Tour zum sechsten Mal in Folge und überholte damit die bisherigen Rekordsieger Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain und ist nun alleiniger Rekordhalter. In 2003 Jahr hatte Armstrong erstmals echte Konkurrenz zu fürchten: Jan Ullrich nahm ihm beim ersten langen Zeitfahren, seiner Spezialdisziplin, über anderthalb Minuten ab. Danach verlief das Rennen mit seltener Spannung. Letztlich konnte Armstrong seinen Gegner dank eines Angriffs auf der letzten Bergetappe doch noch distanzieren. Das letzte Zeitfahren bei strömendem Regen blieb ein Muster ohne Wert, da Ullrich stürzte und Armstrong danach kein Risiko mehr eingehen musste. Mit viel Kampfgeist und der bei ihm sehr ausgeprägten Fähigkeit, ein (Rad)-Rennen zu lesen und sich taktisch darauf einzustellen, hatte sich Armstrong letztlich mit etwa einer Minute Vorsprung durchgesetzt. Im Jahr 2004 dominierte er aber deutlicher als zuvor und ließ mit mehr als 6 Minuten Vorsprung auf den zweiten keine Zweifel an seiner Stärke. Die insgesamt 5 Etappensiege in diesem Jahr unterstrichen seine Leistung nochmals und die Art und Weise wie er diese Etappen gewann, brachte ihm den Spitznamen Kannibale ein.

Heute lebt Lance Armstrong in Gerona/Spanien.

Neben seiner Tätigkeit als Radfahrer muß er sich nun schon seit mehreren Jahren mit der Anschuldigung auseinandersetzen, er würde gezielt Mittel zur Leistungssteigerung einsetzen (Doping), beziehungsweise seine Erkrankung zum erhöhten Medikamenteneinsatz mißbrauchen. Unmittelbar vor der Tour de France 2004 erschien zu diesem Thema das Buch ?L.A. Confidential ? die Geheimnisse des Lance Armstrong?, in welchem schwere Vorwürfe gegen Lance Armstrong erhoben werden. Auch der mehrfache Tour-Gewinner und Amerikaner Greg Lemond äußerte sich in jüngster Zeit mehrfach skeptisch in dieser Hinsicht. Jedoch gibt es bisher keinerlei Belege für diese Behauptung, es existiert auch nur ein dokumentierter positiver Doping-Befund von Lance Armstrong aus dem Jahre 1999, der einen erhöhten Kortikoid-Wert aufweist und im Nachhinein mit einem rezeptpflichtigen Medikament erklärt wurde.

Literatur

Weblinks




     
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