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Kupferzeit



Als Kupferzeit (Chalkolithicum, Äneolithikum) bezeichnet man den letzten Abschnitt der Jungsteinzeit. Während dieser Zeit wurden grundlegende Techniken der Metallgewinnung und -verarbeitung entwickelt. Auf die Kupferzeit folgte die Bronzezeit.

Die Metallbearbeitung wurde zunächst an gediegenen (elementar vorkommenden) Metallen wie Gold, Silber und Kupfer entwickelt. Die ältesten Kupferfunde datieren aus dem 8. Jahrtausend v. Chr und stammen aus Anatolien. In Mitteleuropa begann die Kupferzeit um 4300 v. Chr und dauerte bis ca. 2200 v. Chr

Einer der bekanntesten Menschen der Kupferzeit ist Ötzi, der ca. 3300 v. Chr lebte. Seine Leiche ist als gefriergetrocknete Mumie erhalten. Er hatte typische Gerätschaften der Jungsteinzeit bei sich und trug bereits ein Kupferbeil. Die Klinge des Beils war gegossen, es ist geschäftet. Die Form ist ähnlich wie bei aus Stein geschliffenen Beilen.

Vor der Entwicklung der Bronze war der Gebrauchswert der Metallgegenstände noch nicht sehr hoch, da Kupfer auch in kaltem Zustand biegsam ist und Kupferschneiden schnell stumpf wurden. Grundlegende Metallbearbeitungstechniken wie der Metallguss wurden gleichwohl schon vor der Bronzezeit entwickelt. Durch den Guss war erstmals eine Serienfertigung gleichartig aussehender Werkzeuge möglich.

Nicht nur für die Bearbeitung, sondern auch für die Gewinnung von Metallen stellt die Kupferzeit eine Zäsur dar. So wurden erste Techniken der Prospektion und Gewinnung von Kupfererzen in offenen Gruben (Bergbau) entwickelt. Durch die Entwicklung der Verhüttung von Kupfer konnte der Engpass an gediegenem Kupfer entschärft werden. Diese Technik wurde später auch zur Gewinnung von Zinn, Zink und Blei genutzt und legte die technologische Basis für die spätere Bronzezeit.

Der kupferzeitliche Verhüttungsprozess ging vor allem vom Kupferkies (CuFeS2) und vom Kupferglanz (CuS) aus, zwei Erzen, in denen das Kupfer als Sulfid vorliegt. Diese Erze mussten zunächst geröstet werden, um den Schwefel in Schwefeldioxid zu überführen. Dabei erfolgte auch die Reduktion des Kupfers. Für diese Röstreaktion war vermutlich Holzkohle notwendig, um die notwendigen Temperaturen zu erreichen. Dies gilt auch für das Schmelzen für den Kupferguss, da Kupfer erst bei 1083°C schmilzt.

Kulturell brachte die Kupferzeit mehrere Veränderungen mit sich: Die Siedlungen in Mitteleuropa wurden tendenziell kleiner, dafür aber stärker befestigt. Sie lagen vor allem auf Anhöhen. Insbesondere im Mittelmeeraum führte die Entwicklung der Kupfertechnologie zu einem verstärkten Fernhandel. Kupfer aus dem Balkan wurde zum Teil bis nach Deutschland verhandelt, wie eine am Bodensee gefundene Kupferscheibe beweist.

Es ist anzunehmen, dass die Nutzbarmachung von Metall zu einem starken sozialen Wandel führte. Die ersten Oberschichten begannen sich zu bilden, die den Abbau und die Verhüttung des Metalls kontrollierten. Einen Hinweis hierauf liefert das Gräberfeld von Varna an der Westküste des Schwarzen Meers in Bulgarien. Hier liegt eine Oberschicht begraben, die sich durch extremen Reichtum auszeichnete, der sich in reichen Goldbeigaben (Waffen, Werkzeug, Schmuck, Keramik mit Goldauflage) ausdrückte.

In Südamerika gab es ab dem 1. Jahrhundert eine Parallelentwicklung in der Mochica-Kultur, die im Bereich der Pazifikküste des nördlichen Peru siedelte. Auf einem schmalen, aber rund 600 km langen Streifen in der Küstenwüste betrieben die Mochica einen ertragreichen Bewässerungsfeldbau mit Guanodüngung. Die Keramik war hoch entwickelt, ebenso die Metallverarbeitung. Neben Gold und Silber wurde auch Kupfer verarbeitet. Die Mochica stellten auch Kupferlegierungen her, vor allem Tumbago. Technologisch bemerkenswert ist auch ein Verfahren, um Kupfer zu vergolden.

Kulturen und Fundorte

Weblinks




     
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