WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Kroatien



---Sidenote START---
(Details) (Details)
Amtssprache Kroatisch, lokal auch Serbisch und Italienisch
Hauptstadt Zagreb
Regierungsform Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Stjepan Mesić
Regierungschef Ivo Sanader
Fläche 56.542 km²
Einwohnerzahl 4.437.460 (Volkszählung von 2001)
Bevölkerungsdichte 78 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit 1991
Währung Kuna
Zeitzone MEZ (UTC +1)
Nationalhymne Lijepa naša domovino
Kfz-Kennzeichen HR
Internet-TLD .hr
Vorwahl +385

Die Republik Kroatien (Republika Hrvatska) ist ein Staat in Südosteuropa und grenzt zu Lande an Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Kroatien hat eine 1.777 km lange Festlandsküstenlinie (mit Inseln 5.835 km) am Adriatischen Meer, einem Ausläufer des Mittelmeers. Der südlichste Teil des Küstengebietes (die Region um Dubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro) wird durch das Gebiet der zu Bosnien-Herzegowina gehörenden Gemeinde Neum vom übrigen Kroatien getrennt.

Table of contents
1 Geschichte
2 Politik
3 Verwaltungsgliederung
4 Geographie
5 Wirtschaft und Verkehr
6 Bevölkerung
7 Städte in Kroatien
8 Kultur
9 Weblinks

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Kroatiens

Nach dem Überfall Deutschlands auf Jugoslawien am 6. April 1941 wurde durch die faschistische Ustaša-Bewegung unter Führung von Ante Pavelić am 10. April 1941 der Unabhängige Staat Kroatien (Nezavisna drzava Hrvatska, NDH) proklamiert.

Kroatien wurde nach Kriegsende entsprechend den Ergebnissen der zweiten AVNOJ-Konferenz eine von sechs Teilrepubliken der neugegründeten Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (ab 1963 Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien). Ebenso wie in den anderen Republiken wurde in Kroatien der Sozialismus eingeführt.

Kroatien war bis zum Zusammenbruch des osteuropäischen Kommunismus Teil von Jugoslawien und erklärte im Juni 1991 seine Unabhängigkeit (internationale Anerkennung im Januar 1992). Die von Serben dominierte jugoslawische Zentralregierung suchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen, anfangs um den Staat zu erhalten, später aber mit dem Ziel alle Serben in einem Staat zu vereinen. Der Konflikt um kroatische Gebiete mit großem Anteil an serbischer Bevölkerung mündete in einem Jahre andauernden Bürgerkrieg, der erst nach militärischen Erfolgen der Kroaten 1995 mit dem Vertrag von Dayton endete.

Am 18 Juni 2004 haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union Kroatien den Status eines offiziellen Beitrittskandidaten verliehen. Anfang 2005 sollen die Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden.

Politik

Kroatien ist eine parlamentarische Republik mit einem Mehrparteiensystem. Präsident ist Stipe Mesić. Kroatien strebt die Aufnahme in die EU und die NATO an.

Von 1995 - 1998 waren zwei Gebiete im Osten Kroatiens unter UN-Verwaltung (UNTAES - United Nations Transitional Administration of Eastern Slavonia, Baranja and Western Syrmia). Diese Gebiete sind heute Teile der Gespanschaften Vukovar-Syrmien und Osijek-Baranja. Allerdings gelten hier noch besonders strenge Minderheitenschutzbestimmungen, besonders für die serbische Minderheit.

Die wichtigen Parteien in Kroatien: HDZ, HSP, SDP, HNS, DC, HSS, LS, HSLS, IDS.

In der Frage des neuen Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat sich Zagreb klar an die Empfehlungen der Europäischen Union gehalten und dabei sogar in Kauf genommen, sich in Washington unbeliebt zu machen. Im Gegensatz zu anderen Ländern Südosteuropas will Kroatien US-Bürgern keine Immunität vor der Verfolgung durch den IStGH gewähren.

Siehe auch:

Viel diskutierte politische Themen sind der angestrebte EU-Beitritt, die Privatisierung und die Auslandsverschuldung. Aber auch das Verhältnis zur eigenen Vergangenheit ist noch problematisch, so kommt es etwa regelmäßig zu heftigen Auseinandersetzungen, wenn kroatische Angeklagte an das Kriegsverbrechentribunal in Den Haag ausgeliefert werden sollen.

Die Medienlandschaft ist relativ vielseitig: Neben dem staatlichen Sender HRT gibt es mehrere, meist lokale Fernsehsender und Dutzende Radiosender verschiedener Qualität. Unter den Printmedien sind die Tageszeitungen Glas Slavonije Jutarnji list, Slobodna Dalmacija, Večernji list und die Wochenschriften Fokus, Globus, Nacional und Novi list hervorzuheben. Das Wochenblatt Feral Tribune ist für seine kritische Haltung während der Regierungszeit Tuđmans, die sie bis heute beibehalten konnte, auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt..

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Liste der kroatischen Gespanschaften

Kroatien ist in 20 Gespanschaften (kroat. županija, Mz. županije) und die Hauptstadt Zagreb, die selbst den Status einer Gespanschaft hat, aufgeteilt. Jede Gespanschaft verfügt über eine gewählte Gespanschaftsversammlung (kroatisch županijska skupština). An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht der Gespan (kroatisch župan), der von der Gespanschaftsversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten bestätigt wird.

Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits in Gemeinden (kroatisch općina, Mz. općine), von denen ein Teil den Status einer Stadt (kroatisch: grad) hat.

Geographie

Das kroatische Staatsgebiet ist 89.810 km² groß, wovon 56.610 km² auf Land- und 33.200 km² auf Seeterritorium entfallen.

Kroatien lässt sich in vier historische Haupt-Landschaften einteilen: Die kroatische Küste zieren 1.185 Inseln, von denen allerdings nur 66 dauerhaft bewohnt sind. Zu den größten und bekanntesten zählen Krk, Cres, Rab, Pag, Brač, Hvar und Korčula (von Nord nach Süd).

Wirtschaft und Verkehr

Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus, der v.a. die Adriaküste und die Inseln betrifft. In Zagreb, Osijek und einigen Küstenorten befinden sich Flughäfen. Von Bedeutung ist die Küstenschifffahrt. Von Zagreb aus führen Eisenbahnstrecken nach Osijek, Vinkovci, Rijeka und Split sowie nach Slowenien, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Serbien.

Bevölkerung

Kroatien hat nach der Volkszählung von 2001 4.437.460 Einwohner.

Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14%) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00%) davon auch ein zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40%) besaßen nur eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22%) waren Staatenlose. Von 10.383 (0,23%) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten (Volkszählung von 2001):

Nach der Volkszählung von 1991 waren 78.1% der Bevölkerung Kroaten, 12.2% Serben.

Serben leben heute vor allem in Ostslawonien, während aus der Krajina, der früheren Heimat vieler Serben, viele während der Bürgerkriege der 1990er Jahre flohen. Im Laufe der letzten Jaher ist jedoch ein Teil der Geflohenen zurückgekehrt, so dass der serbische Bevölkerungsanteil heute etwas höher als zur Zeit der Volkszählung von 2001 sein dürfte.

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Konfessionen (Volkszählung von 2001):

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Muttersprache (Volkszählung von 2001): 1: Die unterschiedlichen Bezeichnungen drücken nicht notwendigerweise einen tatsächlichen Unterschied in der Muttersprache aus.

Städte in Kroatien

Die größten Städte Kroatiens sind (Einwohnerzahlen gemäß der Volkszählung von 2001):

  1. Zagreb (779.145, mit Vororten ca. 900.000)
  2. Split (188.694)
  3. Rijeka (144.043)
  4. Osijek (114.616)
  5. Zadar (72.718)
  6. Slavonski Brod (64.612)
  7. Velika Gorica (63.517) (Vorort von Zagreb)
  8. Karlovac (59.395)
  9. Pula (58.594)
  10. Sisak (52.236)
  11. Šibenik (51.553)
  12. Varaždin (49.075)
  13. Dubrovnik (43.770)
  14. Samobor (36.206) (Vorort von Zagreb)
  15. Vinkovci (35.912)
  16. Kaštela (34.103) (bei Split)
  17. Vukovar (31.670)
  18. Koprivnica (30.994)
  19. Čakovec (30.455)
  20. Đakovo (30.092)

Siehe auch: Liste der Städte in Kroatien, Liste deutscher Bezeichnungen kroatischer Orte

Kultur

Literatur

Musik

Siehe: Liste kroatischer klassischer Komponisten, Musik Kroatiens

Folklore

UNESCO - Weltkulturerbe der Menschheit

Kulinarisches

Kroatien hat eine Fülle von Spezialitäten, die auch schon international bekannt geworden sind.

Siehe: Kroatische Küche, Weinanbaugebiete in Kroatien

Sport

Weblinks


Staaten  |  Europa  |  Portal Südosteuropa




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^