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Kimeken



Das Volk der Kimeken (Eigenbezeichnung: Kimek, Kimäk oder auch Kimak; Mehrzahl: Kimeklar usw.) gehört zu den alten Turkvölkern. Sie gehören zu den Vätern der Kumanen und Petschenegen, auch sie gehören also zu den westtürkischen Völkern.

Sie siedelten am Schwarzen Irtysch und den weiten Steppengebieten des heutigen Kasachstans. Sie zerfielen in mehrere Stämme und waren die westlichen Nachbarn der Naimanen.

Ihre Sprache (Kimekisch) gehörte sprachgeschichtlich zum Westtürkischen. Ihre Wurzeln liegen damit in den Dialekten der Oguren.

Table of contents
1 Namensbedeutung
2 Stämme der Kimeken
3 Geschichte
4 Die heutigen Nachfahren

Namensbedeutung

Der Volksname Kimeken stammt vom Siedlungsgebiet dieses Volkes ab, dem Irtysch. Stammwort war wohl das alttürkische kime oder keme, das wohl "Schiff" oder "Boot" bedeutete. Demnach waren die Kimeken die "Bootsleute", die den Irtysch mit ihren Schiffen befuhren.

Die Kimeken selbst zählten sich selbst zu den Toguz-Oghusen, den Dreckigen Oghusen, da sie ein Mischvolk jener Oguren darstellten, die sich den Oghusen zugehörig fühlten.

Stämme der Kimeken

Wie bereits oben angedeutet, zerfielen die Kimeken in mehrere Stammeseinheiten: İmi, İmek, Tatar, Balandır oder Bayandur, Hıfçak (Kyptschaken), Lankaz und Aclad waren ursprünglich tatarischee Stämme, die in die Gebiete der Kimeken einfielen und in diesen aufgingen. Sie waren – im Gegensatz zu den eigentlichen Kimeken - (den Kanglı und Kayıg) - reine Steppenvölker. Von ihnen stammt der Name "Irtysch" ab, da sie die Bootsleute (also die Kimeken) immer nur mit: "Er! Tüş!" <=> "Komm her" oder "Komm herunter") riefen.

Geschichte

Über die Herkunft dieses Volkes ranken sich wahre Legenden, da sie laut Auffassung diverser Turkologen den proto-mongolischen Xianbi zugerechnet werden; dort sollen sie den Klan der "Komo" gebildet haben.

Um 600 begründete Schad Tutuk Khan ein Reich, das damals noch im Rahmen des Göktürkenreicheses lag, aber dort rasch einen Sonderstatus erlangte. Hauptstadt seines Reiches wurde die Stadt Ordu Balyk.

Alten Traditionen entsprechend hatten auch die Kimeken zwei Herrscher, die das Land gemeinschaftlich verwalteten: Der älteste Sohn eines Khans wurde als Yabgu unmittelbarer Nachfolger des Vaters und der jünger Sohn erhielt den Titel Şad <=> "Schad". Die Kimeken nannten den letzteren mit einem Spitznamen liebevoll "Tutug".

Ab dem 7. Jahrhundert gehörten fielen andere türkische Völker in ihr Gebiet ein (Türgesch, Naimanen und Tschigilen) und verdrängten die Kimeken weiter nach Westen.

Im 8. Jahrhundert lassen sich karlukische Volksgruppen an den südlichen Siedlungsgrenzen nieder, die damals noch zum Stammesverband der On-Oq gehörten.

Mit diesen fielen 744 auch die Kimeken an das Uyghuren-Reich. Im Kampf um ihre Freiheit nehmen die Kimeken auf Seiten der Araber an der Schlacht um Talas (751) teil, wo sie jedoch den Karluken unterliegen. Doch schmell erholen sie sich von dieser Niederlage.

Zwischen 760 und 800 werden sie als Verbündete des Toguz-Oghusen Khans erwähnt.

Nach dem Ende der Uyghurenherrschaft (810) schlossen sich die Kimeken den Karluken an und zogen weit in den Westen.

Bereits ab 850 werden nun die Kimeken als die Herrscher der sibirischen Gebiete bezeichnet. Es wird angenommen, daß sie zu jener Zeit die Stämme der Tölös beherrschten und in demselben Zeitraum werden auch die Kyptschaken, d.h. die Westgruppen der Kimeken, als eine von den Kimeken selbständige und unabhängige Volksgruppe bezeichnet.

Im Jahre 893 wurde nun das eigenständige Kimeken-Reich begründet, als sich das Siedlungsgebiet der Kimeken vom übrigen Karlukenreich trennte und politisch eigene Wege ging.

Erste bedeutende Erwähnungen findet das Volk der Kimeken dann ab dem 10. Jahrhundert, als sie 935 in persischen Handschriften erwähnt werden: In diesen sollen die Kimeken die Beherrscher der Turanische Tiefebene gewesen sein und damit an den Grenzen des Persischen Reiches befunden haben.

Ab 1000 standen die Kimeken größtenteils unter der Kontrolle der Jenissej-Kirgisen. In deren Reich hatte die Kirgisen-Herrschaft jedoch nur formale Bedeutung.

Ab 1100 standen die Kimeken unter der Herrschaft anderer mächtiger Völker, der Naimanen und Karachitai, während ein Teil der Kyptschaken Mitte des 12. Jahrhunderts an der Gründung des Choresm-Reiches beteiligt war.

Im 13. Jahrhundert wurden die Kimeken als Verbündete Dschingis Khans erwähnt, und sie führten blutige Grenzkriege mit den Baschkiren um den Ural. Letzteres wurde 1219 von den Mongolen erobert und 1221 formal ins Reich Tschagatai eingegliedert.

Ab 1225 bildete das kimekische Volksgebiet den Kern des späteren Khanates der mongolischen Orda-Horde und wird in verschiedenen Quellen auch als "Weiße Horde" bezeichnet. Dieses dürfte wohl seine Berechtigung haben, da die damaligen Khanatsgrenzen mehr als fließend waren.

Die heutigen Nachfahren

Als die heutigen Nachfahren der Kimeken werden vor allem die Kasachen angesehen, die aus einer Verschmelzung dieses Volksstammes mit den Mongolen entstanden. Zum Volkstum der Kimeken traten bedeutende Volksteile der Naimanen hinzu.




     
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