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Kerulen-Tataren



Der Volksstamm der Kerulen-Tataren siedelte am unteren Kerulen, nahe der heutigen mongolisch-chinesischen Grenze. Sie waren ein kriegerisches Steppenvolk des Mittelalters, das bei Freund und Feind gefürchtet war.

Herkunft

Die Herkunft der Kerulen-Tataren ist bis heute stark umstritten. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie türkischerer Herkunft waren.

Im 7 und 8. Jahrhundert werden die Tataren, konkret die Otuz Tatar und die Toquz Tatar, als Feinde der Kök-Türken von Ilteris Khan und seinem Sohn, dem Schad Kül-tegin in der Stele von Kocho Tsaidam am Orchon erwähnt. Zu jener Zeit haben die Tataren mit den Oghusen in Verbindung gestanden, Toquz Oghuz und "Toquz Tatar" wohnten wahrscheinlich nebeneinander am Fluss Kerulen.

In weiteren Darstellungen wird für die Tataren auch die Bezeichnung Kerulen-Kirgisen verwendet. Sie könnten so zudem Nachfahren der Jenissej-Kirgisen gewesen sein, da diese im 9. Jahrhundert Teile der heutigen Mongolei beherrschten.

Ferner haben die Mongolen (meng) als "Schwarze Tataren" (chin Heitata) eine Zeit lang zu den Tataren gezählt, was nicht heißt, dass sie mit ihnen identisch waren.

Ethnisch und sprachlich sind die Kerulen-Tataren aber keineswegs mit den heutigen Tataren (z. B. in Russland) verwandt, da die Mongolenexpansion im 13. Jahrhundert neue Volksbildungen hervorbrachte.

Geschichte

Zur Zeit des Dschingis Khan waren die Kerulen-Tataren sprachlich in der mongolischen Kultur aufgegangen. Sie galten im 12. Jahrhundert als Feinde der Mongolen und standen größtenteils in chinesischenen Diensten.

Der Tatarenfürst Temujin-ege geriet wohl im Herbst 1155 (nach verschiedenen anderen Quellen auch 1162 oder 1167) in die Gefangenschaft der Mongolen. Der Stammesfürst Yesügai Bahadur führte ihn mit anderen in sein Lager und wollte ihn zu Ehren seines neugeborenen Sohnes dem Himmelsgott Kökö Möngke Tenggeri opfern – der Sohn sollte dessen Namen erhalten.

Zur Entscheidungsschlacht kam es im Jahr 1196. Die Kerulen-Tataren überfielen unter ihrem Herrscher Megujin Khan, dem Sohn Temujin-eges, das Jin-Reich, das die Mongolen um Hilfe bat. Dschingis Khan zog mit den verbündeten Keraiten zum Fluss Ulja (Uldscha) und schlug die Tataren entscheidend. Doch erst um 1202 wurden die Tataren endgültig ins Mongolenreich eingegliedert.




     
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