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Karluken



Die Karluken (Eigenbezeichnung: Qarluq) waren ursprünglich ein uyghurisch-stämmiges Turkvolk, das ab 766 zwischen Altai und Syr-Darja nomadisierte.

Namensbedeutung

Der Name Qarluq stammt vom einstigen Siedlungsgebiet dieses Volkes ab. Es siedelte ursprünglich am den Ostabhängen des Tienschanss. Dort waren sie am Fusse des Berges "Qarliq tagh" ansässig. qarliq tagh bedeutet wörtlich "Schneebedeckter Berg".

Geschichte

Die Karluken waren mit den Otuz-Oghusen und Uyghuren an der Gründung des 2. Göktürkenreich beteiligt, das die türkischee Turkologie nur als Karluk Devleti <=> "Karluken-Herrschaft" bezeichnet.

Stammesgründer war Kutluq Ilteris Khagan, der mit seinen Schwarzen Türgesch als hochbezahlter Söldner der T'ang-Dynastie galt; er hatte dort den Rang eines T'umen-Noyon (General). Damit hatten die Karluken ihre Wurzeln in den Völkerstämmen der On-Oq, die sich als Nachfahren der Oguren betrachteten. Sie waren Teil einer Stammesföderation, die damals als Üch-Oghusen bekannt war.

Die Karluken galten als die vorherrschende Macht des westlichen Göktürkenreiches. Dementsprechend verlagerten sie ihre Wohnsitze aus dem Changai-Gebirge in das Siebenstromland.

751 nahmen die Karluken und die ihnen eng verwandten Argul auf Seiten der Araber an der Schlacht am Talas teil und waren maßgeblich an den Sieg der Eindringlinge über die T’ang-Dynastie Chinas beteiligt.

Ab 766 lösten die Karluken die nun die Türgesch als Oberschicht der Nomaden, eroberten die Städte Suyāb (die Hauptstadt der Türgesch) und Tarāz . Damit beherrschten die Karluken die Gebiete zwischen Altai und Syr-Darja, verdrängten dabei die Oghusen weiter westwärts an den Aralsee. Sie hatten, wie bei Nomaden damals nicht unüblich, zwei gemeinsam regierende Fürsten, einen am Altai, einen am Tschu (Talas). Der westliche Teilherrscher Oghulchak Kadir Khan führte beispielsweise Krieg gegen die Samaniden (893, 903-04). 893 wurde er von Ismail geschlagen, der bis an den Talas vordrang und viele Gefangene machte.

Ab 791/92 galten die Karluken als Verbündete der Tanguten und versuchten die Herrschaft über Ost-Turkestan zu erlangen, wurden aber von den Uyghuren besiegt.

821 wurden die Gebiete der Karluken in Uyghurenreich eingeliedert. Doch bereits 840 wurden sie wieder selbständig und konnten einige Gebiete Ost-Turkestans erobern. Die Karluken verbündeten sich erneut mit den tibetanischen Tanguten gegen die Araber, doch waren die gemeinsamen Aktionen erfolglos.

Ab 960 bekannten sich die Karluken zum Islam. 999 besetzten sie dank des Glaubenswechsels Buchara und wurden fortan als Kara-Chaniden bezeichnet. Der Kara-Chaniden-Staat wurde gegen 1141 von der nach Westen fliehenden Gruppe der Kitan (so genannte Kara-Kitai) beseitigt, in Buchara konnten sie sich noch bis 1212 halten.




     
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