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Karl Eugen (Herzog von Württemberg)



Karl Eugen (* 11. Februar 1728 in Brüssel; † 24. Oktober 1793 in Hohenheim) war von 1744 bis 1793 der zwölfte Herzog von Württemberg.

Er war der älteste Sohn von Herzog Karl Alexander und Maria Augusta von Thurn und Taxis. Wegen des frühen Todes seines Vaters bestieg Karl Eugen bereits 1737 neunjährig den Thron, bis zu seiner Mündigerklärung jedoch unter dem als Administrator eingesetzten Herzog Karl Friedrich von Wirtemberg-Oels. Währenddessen wurde der junge Herzog am Hofe des Königs Friedrich II. von Preußen in Berlin erzogen, um ihn aus dem Einflussbereich der Habsburger heraus zu halten. Im Alter von 16 Jahren wurde Herzog Karl Eugen 1744 für mündig erklärt und trat die Regierung im Herzogtum Württemberg an.

Der Regierungsantritt fiel mit dem Höhepunkt des Absolutismus zusammen, und der junge Landesherr tat alles, um seinen Hof zu einem der glänzendsten in Europa zu machen. Mit ungeheuerem finanziellen Aufwand, der Württemberg an den Rand des Ruins führte, gelang ihm das zeitweise auch: Die besten Künstler aus allen Sparten wurden nach Württemberg verpflichtet, einige Schlösser wurden gebaut und die Feste des Herzogs waren legendär.

Im Jahr 1741 lernt Karl Eugen die Nichte des Königs von Preußen, Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie, Tochter des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth kennen, die er 1748 heiratete. Die Ehe des Herzogspaares hielt jedoch nicht lange, im Herbst 1756 kehrte Herzogin Elisabeth Friederike Sophie an den elterlichen Hof in Bayreuth zurück. Der Herzog hielt verschiedene Mätressen, von denen einige mehrere Jahre an seiner Seite lebten. Im Jahr 1771 traf er die verheiratete Franziska von Leutrum, geb. v. Bernerdin (1748-1811), und auch sie wurde seine Mätresse. Nach ihrer Scheidung 1772 und dem Tod Elisabeth Friederike Sophies 1780 heirateten Franziska, die 1774 den Titel "Reichsgräfin von Hohenheim" erhielt, und Karl Eugen 1785 morganatisch.

Im Alter wandte sich Karl Eugen zunehmend der Landwirtschaft und der Pädagogik zu. Die Geschichtsschreibung ist sich nicht einig, inwieweit seine zweite Ehefrau Einfluss auf seine Wandlung vom Despoten und Genussmenschen zum Gründer der angesehenen Hohen Karlsschule und zum sorgenden Landesvater ursächlich war. Selbst Friedrich Schiller, der in jungen Jahren wegen Karl Eugen das Land verlassen hatte, machte bei dessen Tod seinen Frieden mit ihm.

Im Oktober 1793 starb Herzog Karl Eugen im Schloss Hohenheim bei Stuttgart und wurde in der Gruft des Schlosses Ludwigsburg beigesetzt. Nach dem Tod Herzog Karl Eugens folgten ihm seine beiden Brüder Ludwig Eugen und Friedrich Eugen in kurzer Folge auf den Thron.

Literatur

Siehe auch: Liste der Herrscher von Württemberg




     
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