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Jerusalem



Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Jerusalem im Nahen Osten, andere Bedeutungen unter Jerusalem (Begriffsklärung)

Jerusalem (arabisch: al-Quds (asch-Scharif), القدس; hebräisch: Yerushalayim, ירושלים) ist eine Stadt im Nahen Osten. Jerusalem ist eine der ältesten Städte der Welt und ist wahrscheinlich seit 5.000 Jahren durchgehend bewohnt. Die Stadt war lange Jahre geteilt in Westjerusalem, das zu Israel gehörte, und das hauptsächlich von Palästinensern bewohnte Ostjerusalem, das bis zum Sechstagekrieg von Jordanien besetzt war. Der Gegensatz zwischen Moderne und Antike ist in dieser Stadt mit ihrer multikulturellen und multiethnischen Bevölkerung besonders sichtbar. Die Altstadt ist von einer Mauer umgeben und hat vier Stadtteile: das Jüdische Viertel, das Christliche Viertel, das Armenische Viertel und das Muslimische Viertel.

		

Table of contents
1 Geographie
2 Klima
3 Geschichte
4 Religionen
5 Politik
6 Wirtschaft
7 Öffentliche Einrichtungen
8 Städtepartnerschaften
9 Stadtgliederung
10 Entwicklung des Stadtgebiets
11 Kultur und Sehenswürdigkeiten
12 Persönlichkeiten
13 Sonstiges
14 Literatur
15 Weblinks
16 Demographie

Geographie

Jerusalem liegt auf 31° 46′ 45″ nördlicher Länge und 35° 13′ 25″ östlicher Breite auf dem Südausläufer eines Plateaus. Benachbarte Orte sind Bethlehem und Beit Jala im Süden, Abu Dis im Osten und, in einiger Entfernung, Ramallah im Norden.

Klima

In Jerusalem ist es im Sommer trocken und heiß und im Winter kühl und feucht. Im Jahresmittel fallen ca. 500 mm Niederschlag, die Durchschnittstemperatur beträgt im Januar 10°C und im August 24°C. Gelegentlich fällt im Winter auch Schnee (ca. alle 2-3 Jahre). Im Frühling und im Herbst tritt oft ein heißer Wüstenwind (der Sharav (hebr.) oder Chamsin (arab.)) auf.

Geschichte

Frühgeschichte

Die Existenz Jerusalems ist durch ägyptische Quellen seit dem 18 Jahrhundert v. Chr. belegt. Der ursprüngliche Name dürfte "Uruschalim" mit der Bedeutung "Stadt des Schalim" nach anderen Quellen nur "Salem" gelautet haben; Schalim war ein kanaanitischer Gott der Abenddämmerung. Gegen Ende des 2. Jahrtausends gehörte die Stadt den Jebusitern. Von diesen eroberte König David Jerusalem im Jahr 997 v. Chr., er machte sie zur "Davidsstadt" und zum politischen und religiösen Mittelpunkt des Israelitenreiches. Sein Sohn, König Salomo (um 969-930) erbaute einen Palast und einen ersten Tempel für Jahwe. Nach Salomos Tod wurde Jerusalem die Hauptstadt des israelitischen Südreiches Juda. Königin Athalja (845-840) führte im Tempel den Baalskult ein und unter König Ahas (733-727) wurden auch assyrische Götter verehrt. Erst Hiskia (727-698) reinigte den Tempel und sicherte die Stadt durch Mauern und einen Tunnel zur Wasserversorgung. Josia machte 628 Jerusalem zur allein legitimen israelitischen Kultstätte.
Um 587 v. Chr. eroberte Nebukadnezar II die Stadt und zerstörte den Tempel. Nach der Rückkehr der jüdischen Oberschicht wurde der Tempel neu gebaut (Nehemia).
Unter der römischen Herrschaft wurde der zweite Tempel im Jahr 70 durch Titus zerstört.
Konstantin erklärte Jerusalem schließlich zur christlichen Stadt.

Nach der römischen Herrschaft

Nach einer kurzen Besetzung durch die Perser (614-628) begann im Jahr 637 die islamische Herrschaft über die Stadt.
Während der Kreuzzüge eroberten christliche Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon 1099 Jerusalem und richteten dort ein Blutbad unter den einheimischen Muslimen und Juden an. Innerhalb von drei Tagen wurden bis zu 70.000 Bewohner getötet. Nur wenige Jahrzehnte später im Jahr 1187 gelang es Saladin (arabisch: Salah ud-Din), dem kurdischstämmigen Sultan von Ägypten, Jerusalem zurückzuerobern.
Ein kurzes Intermezzo bildete die Herrschaft von Kaiser Friedrich II von 1229 - 1244.
Ab 1517 gehörte Jerusalem zum osmanischen Reich, in deren Zeit auch der Ausbau der Stadtmauer durch Suleiman den Prächtigen fällt.
Ab 1860 kamen durch Zuwanderung immer mehr Juden in die Stadt, und es wurden erste Wohngebiete außerhalb der Stadtmauern gegründet.
Jerusalem blieb osmanische Stadt, bis sie 1917 von britischen Truppen besetzt wurde, die im Ersten Weltkrieg gegen das Osmanische Reich kämpften.

Jüngere Entwicklungen und derzeitiger Status

Schon seit Beginn der Konflikte zwischen Juden und Arabern war Jerusalem bzw. der Status der Stadt ein zentraler Streitpunkt. Beide Seiten beanspruchen die Stadt, oder zumindest Teile davon, als Hauptstadt.

Ein Versuch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, stellte der Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen des Jahres 1947 vor, der vorsah, auf dem Gebiet des heutigen Israel/Palästina einen jüdischen und einen arabischen Staat zu schaffen und Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Dieser Plan wurde nie vollzogen. Nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg bzw. Palästinakrieg hatte die israelische Armee große Gebiete des Landes erobert, Jerusalem wurde geteilt. Die westlichen Stadtteile fielen an Israel, Ostjerusalem blieb mit dem Westjordanland unter jordanischer Besatzung.

Im Sechstagekrieg (1967) eroberte Israel Ostjerusalem. Beide Stadtteile wurden 1980 durch ein Gesetz zusammengefasst und die Stadt zur "ewigen Hauptstadt" des Staates Israel erklärt. Dieser Status, der die Annexion Ostjerusalems einschließt, ist international überwiegend nicht anerkannt. Deswegen befinden sich alle diplomatischen Vertretungen, mit Ausnahme von Costa Rica und El Salvador, in Tel Aviv. Der UN-Sicherheitsrat erklärt die Annexion für nichtig und besteht auf die sofortige Rücknahme (UN-Resolution 478).

Heute ist Jerusalem der Sitz der israelischen Regierung, des Präsidenten und der Knesset, sowie der 1918 gegründeten Universität und der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem.

Religionen

In Jerusalem findet sich eine große Anzahl von Religionen und religiösen Bewegungen. Mission ist in Israel und Jerusalem in jeglicher Form verboten. Die jüdischen Zentren sind die Klagemauer, das jüdische Viertel und das Viertel Mea Shearim. Kernbereiche christlichen Lebens sind das christliche und das armenische Viertel; das wichtigste christliche Bauwerk ist die Grabeskirche. Die moslemischen Zentren sind der Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom sowie das moslemische Viertel.

Die wichtigsten religiösen Gruppierungen in Jerusalem sind:

Politik

Siehe auch:
Israelisch-palästinensischer Konflikt, Al-Aqsa-Intifada

Wirtschaft

Verkehr

Durch die Berglage liegt Jerusalem abseits der wichtigsten Verkehrsströme Israels, die vor allem in der Küstenebene und dem dahinterliegenden Landstreifen fließen. Innerhalb der Stadt muss sich die Straßenführung der hügeligen Landschaft anpassen.

Die wichtigste Straßenverbindung Jerusalems ist die Autobahn nach Tel Aviv, in die anderen Richtungen bestehen Landstraßen. Besonders bemerkenswert ist die Straße an das Tote Meer, die auf ihrem Weg durch das Westjordanland 1200 Höhenmeter fällt. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt in erster Linie über Busse der staatlichen Busgesellschaft Egged. Es besteht zwar eine Bahnlinie nach Tel Aviv, auf ihr verkehren aber nur noch sehr vereinzelt Personenzüge. Nördlich der Stadt befindet sich ein kleiner Flughafen, der nur Ziel von innerisraelischen Flugverbindungen ist.

Eine der bekanntesten und zugleich wichtigen innerstädtischen Straßen ist die Jaffastraße, die von der Altstadt in Richtung Tel Aviv führt. Sie ist eine wichtige Einkaufsstraße und war bereits mehrfach Schauplatz blutiger Attentate.
Jerusalems einziges öffentliches Verkehrsmittel ist in der Stadt der Bus, ein Straßenbahnsystem ist in Planung.

Öffentliche Einrichtungen

Staatliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Museen

Wichtige Bauwerke und Orte

Demographie

Quelle: British census (1922,1931), British estimate (1944)
Bevölkerungsentwicklung von Jerusalem
Jahr Juden Muslime Christen Gesamt
1525 1000 3700 ? 4700
1538 1150 6750 ? 7900
1553 1634 11,750 ? 12,384
1562 1200 11,450 ? 12,650
1844 7120 5000 3390 15,510
1876 12,000 7560 5470 25,030
1896 28,110 8560 8750 45,420
1922 34,000 13,400 14,700 62,600
1931 51,200 19,900 19,300 90,500
1944 97,000 30,600 29,400 157,000
1948 100,000 40,000 25,000 165,000
1967 195,700 54,963 12,646 263,307
1980 292,300 ? ? 407,100
1985 327,700 ? ? 457,700
1987 340,000 121,000 14,000 475,000
1990 378,200 131,800 14,400 524,400
1995 482,000 164,300 16,300 662,600
1996 421,200 ? ? 602,100
2000 448,800 208,700 ? 657,500




     
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