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Isotopie



1. chemisch-physikalisch: isotopische Zusammensetzung, siehe Isotop,Isotopenuntersuchung

2. Literaturwissenschaftl. : Als Isotopie (Verständnisebene) bezeichnet man das wiederholte Auftreten (Rekurrenz) eines Klassems (syn. dominantes Sem) innerhalb des zu untersuchenden Text(-abschnitts). Klasseme sind die Bedeutungen (Seme) eines Wortes welche innerhalb des Textes als dominant erkannt werden. Nur wenn wir ein Klassem bilden können sind wir in der Lage eine Isotopie zu erkennen um somit den gemeinten Sinn eines Textes verstehen zu können.

Beispieltext : "Der Turm wankte und der Bauer war fort."

mögliche Seme der vorgefundenen Wörter :
Turm wankte Bauer fort
Gebäude steht unsicher Lebewesen nicht mehr da
Schachfigur " Schachfigur "

Der Beispieltext kann bis jetzt sowohl eine Schachspielsituation wie auch eine beschreibende Szene z.B. aus einem Märchen darstellen, denn es ist nicht klar welches der Seme (Schachfigur vs. Gebäude/Lebewesen) dominant ist. Erst wenn eines dieser Seme wiederholt wird, wird klar welches das Klassem ist.

"Der Turm wankte und der Bauer war fort. Er schrie den ganzen Weg."

"schrie" : Seme wären z.B. Tätigkeit, lebendig, usw.

Jetzt wird klar, dass es sich unmöglich um ein Schachspiel handeln konnte, da der "Bauer" plötzlich mit dem Sem "lebendig" verknüpft wird, dass Klassen somit nicht "Schachfigur" heißt. Daraus folgt das der Leser (Rezipient) die Isotopie als "lebendige Szene" definiert und nicht als "Schachspiel".



Im Humor ist eine der häufigsten Pointen ein so genannter Isotopiebruch, also ein unerwarteter Wechsel der Bedeutungsebene.

Beispiel : Mann zum Apotheker : "Haben sie etwas für Erkältungen?" Apotheker : "Nein nur dagegen."

Nach dem ersten Satz ist für den Zuhörenden eigentlich klar, dass der Kunde etwas gegen eine Erkältung haben möchte, der Apotheker korrigiert jedoch den Kunden auf einer grammatikalischen Ebene, was für "verblüffte Erheiterung" sorgt (oder auch nicht ;) ).

Zusatzinfo : Zur Bestimmung der Seme existieren in der Literaturwissenschaft semantische Lexika.




     
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